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Horst Heldt im Gespräch : „Man kann das mit einer Ehe vergleichen“

  • Aktualisiert am

Vergangene Woche in Wolfsburg: Vehs Platz an Heldts Seite blieb leer Bild: dpa

Gemeinsam waren sie Deutscher Meister, erlebten das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte, schienen unzertrennlich. Nun ist Horst Heldt immer noch Manager des VfB Stuttgart, aber Armin Veh nicht mehr Trainer.

          Gemeinsam waren sie Deutscher Meister, erlebten das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte, schienen unzertrennlich. Nun ist Horst Heldt immer noch Manager des VfB Stuttgart, aber Armin Veh nicht mehr Trainer. Heldt im Gespräch über die Trennung von Trainer Veh und die Zukunft des VfB Stuttgart.

          Haben Sie nach der Entlassung von Trainer Armin Veh noch mal mit ihm gesprochen?

          Am vergangenen Sonntagabend haben wir miteinander telefoniert. Wir haben die letzten Wochen noch mal Revue passieren lassen, Es war ein aufrichtiges und ehrliches Gespräch.

          Gemeinsam Meister, getrennte Wege: Manager Heldt (l.) durfte bleiben, Trainer Veh musste gehen

          Ihre Unterhaltung in der Nacht vor der Trennung soll umso lauter und emotionaler gewesen sein.

          Nein, das ist falsch. Ich war ja dabei und kann es deshalb ganz gut beurteilen. Wir haben uns an einem Tisch gegenübergesessen und hören beide noch so gut, dass niemand schreien muss. Armin und ich haben sachlich miteinander gesprochen, das Gespräch wurde so geführt, wie wir auch in den drei Jahren zuvor miteinander umgegangen sind. Man kann das vielleicht mit einer Ehe vergleichen: Nicht immer sind beide einer Meinung, aber diese Dinge überbrückt man mit der Zeit. Nur waren wir jetzt an einem Punkt, wo wir beide der Überzeugung waren, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.

          Mögen Sie uns verraten, an welchem Punkt Sie als Partner von Armin Veh gescheitert sind?

          Das könnte ich, will ich aber nicht. Wir haben uns beide vorgenommen, diese Sachen für uns zu behalten. Letztlich bringt es jetzt auch nichts mehr, öffentlich darüber zu reden.

          Sie sind gemeinsam Meister geworden mit dem VfB, haben es bis ins Endspiel des DFB-Pokals geschafft – gab es da keine unterschiedlichen Auffassungen zwischen Ihnen, oder wurden diese durch den Erfolg überspielt?

          So würde ich es nicht formulieren. Aber natürlich werden wir daran gemessen, ob wir attraktiv Fußball spielen und wie erfolgreich wir damit sind. Wenn beides der Fall ist, kann man andere Dinge auch mal etwas laufenlassen. Aber das war jetzt eben nicht mehr der Fall.

          Welche Fehler haben Sie selbst gemacht?

          Jeder hat bei uns seinen Teil dazu beigetragen, dass die Situation ist, wie sie ist. Selbst im Meisterjahr ist ja auch nicht alles perfekt gelaufen. Wichtig ist aber vor allem, dass man in den Spiegel schauen und sagen kann: Ich habe alles für den Erfolg getan. Auf diese Art muss man seine Arbeit jeden Tag überprüfen.

          Haben Sie danach nie überlegt, Ihren Posten zur Verfügung zu stellen?

          Nein.

          Ihre Arbeit aber war immer eng mit Armin Veh verknüpft. Sie haben ihn verpflichtet, und es wirkte immer so, als wären Trainer und Manager in Stuttgart mehr als eine reine Zweckgemeinschaft.

          Natürlich haben wir intensiv zusammengearbeitet. Im ersten halben Jahr hat niemand einen Pfifferling auf uns gesetzt – einen Novizen als Manager, einen Trainer, der zuvor in der Regionalliga entlassen wurde. Zusammen haben wir dann mit der Meisterschaft und dem DFB-Pokalfinale das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte gehabt. So etwas gab es in Stuttgart noch nie. Aber danach haben wir in eineinhalb Jahren auch einige Krisen bewältigt. All das hat uns miteinander verbunden.

          Ist Armin Veh ein Freund von Ihnen geworden?

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