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Hongkong : Klose trifft auf Anhieb für Bayern

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„Aufgeblüht” - Miroslav Klose Bild: REUTERS

Miroslav Klose hat mit seinem ersten Tor für Bayern München einen perfekten Einstand im Trikot des Fußball-Rekordmeisters gefeiert. Der Nationalstürmer traf beim 2:1-Sieg im ersten Testspiel der Saison gegen den brasilianischen Meister Sao Paulo in Hongkong.

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          Erstes Spiel, erstes Tor - Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose und der herausragende frühere Schalker Hamit Altintop haben Bayern Münchens neuer Millionen-Truppe eine erfolgreiche Saison-Premiere beschert. Die beiden Neuzugänge erzielten am Sonntag im schwülheißen Hongkong in ihrem ersten Spiel für den mit einer Rumpftruppe angereisten deutschen Rekordmeister die Tore beim verdienten 2:1 (0:1)-Sieg gegen den brasilianischen Meister FC Sao Paulo. 1,5 Millionen Euro Gage, ein Sieg und als Zugabe ein Klose-Tor zum Einstand, da strahlte Bayern-Manager Uli Hoeneß: „Ich habe mich gefreut, dass Miro ausgerechnet hier seine Torflaute beendet. Man spürt, dass er richtig aufblüht.“

          In Abwesenheit des italienischen Weltmeisters Luca Toni erfüllte Klose auf Anhieb den Job des Torjägers. Nach Eckball von Altintop, der im Mittelfeld für den ebenfalls noch fehlenden 25-Millionen-Einkauf Franck Ribéry als Antreiber, Vorbereiter und Torschütze auftrumpfte, glich Klose in der 61. Spielminute per Kopf die frühe 1:0-Führung des Brasilianers durch Stürmer Marcel (19.) aus.

          „Das Tor tut natürlich gut“

          „Es gab viel Kritik in den letzten Wochen, da tut das Tor natürlich gut“, kommentierte Klose: „Der Trip hierher hat sich für mich gelohnt.“ Das sah auch Trainer Ottmar Hitzfeld so: „Für die Moral und den Druck war es für ihn als Torjäger wichtig zu treffen. Jetzt kann er sich ganz auf die Vorbereitung konzentrieren.“

          Hamit Altintop machte eine gute Partie

          Der ablösefrei vom FC Schalke gekommene Altintop krönte sein gelungenes Debüt 13 Minuten vor dem Abpfiff mit einem abgefälschten Freistoß-Treffer. „Ich bin mit diesem Ausflug sehr zufrieden“, sagte der türkische Nationalspieler. Die 40.000 Zuschauer im ausverkauften „Hong Kong Stadium“, darunter der chinesische Präsident Hu Jintao, sahen bei extremen klimatischen Bedingungen von fast 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 86 Prozent eine erstaunlich temporeiche und unterhaltsame Partie mit einem verdienten Sieger FC Bayern.

          Sosa blieb blass

          Die strapaziöse 65-Stunden-Reise in die 7-Millionen-Metropole machte sich für den mit 12 Profis und 4 Amateuren angetretenen Bundesliga-Krösus auch finanziell bezahlt. „Wir bekommen ein Wahnsinns-Geld, 1,5 Millionen Euro plus alle weiteren Kosten“, verriet Hoeneß in Hongkong. Bei einer Ausdehnung der Fernost-Reise wäre sogar noch mehr möglich gewesen, wie er berichtete: „Wir haben sogar ein Angebot gehabt, von hier gleich weiter nach Malaysia zu gehen. Auch für sehr viel Geld. Das haben wir dann aber abgelehnt.“

          Neben Klose und Altintop konnte Trainer Ottmar Hitzfeld von den insgesamt acht Neuzugängen nur noch José Ernesto Sosa aufbieten. Der sechs Millionen Euro teure Argentinier, der auf dem linken Flügel begann, blieb bei seinem Debüt im Bayern-Trikot jedoch blass und wurde zur Pause gegen Amateur Stefano Celozzi ausgewechselt.

          Toni und Ribéry kommen später

          Die gewohnten Schwächen offenbarten sich im Deckungszentrum mit Daniel van Buyten und Martin Demichelis, dessen Stellungsfehler beim Gegentor von Marcel auch Torhüter Oliver Kahn nicht ausbügeln konnte. „Das Spiel war nicht eine Frage der Form, sondern des Willens und der Einstellung, über seine Voraussetzungen zu gehen. Von daher bin ich zufrieden“, sagte Hitzfeld.

          Am Sonntagabend (Ortszeit) trat die kleine Bayern-Reisegruppe bereits wieder den elfstündigen Rückflug nach München an. Im Laufe der Woche sollen auch Toni und Ribéry sowie Nationalspieler Marcell Jansen und Rückkehrer Zé Roberto die Arbeit aufnehmen. Weitgehend komplett wird Hitzfeld seinen Kader aber erst im Trainingslager (8. bis 15. Juli) in Donaueschingen haben. Für den Coach gibt es noch viel zu tun: „Wir haben sehr gute Einzelspieler, aber wir wollen auch die beste Mannschaft werden“, erklärte Hitzfeld.

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