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Neuer Präsident beim HSV : Kein „Weiter so“ in Hamburg

  • -Aktualisiert am

Bernd Hoffmann kehrt an die Spitze des Hamburger SV e.V. zurück. Bild: dpa

Die Revolte ist geglückt: Bernd Hoffmann wird neuer HSV-Präsident. Mal wieder steht dem Verein ein Neuanfang bevor – der schon bald erste personelle Folgen haben könnte.

          Es war Bernd Hoffmann den ganzen Tag über anzumerken, dass er mit einem knappen Ausgang rechnete. Nervös und offenbar gar nicht mehr so siegessicher lief der frühere HSV-Vorstand durch den Veranstaltungsort. Immer wieder sprach er mit Mitgliedern auf dieser von knapp 1200 Personen besuchten und mit Spannung erwarteten Versammlung in einem Zirkus-Zelt-artigen Aufbau im Stadtteil Bahrenfeld. Mit 585:560 Stimmen siegten Hoffmann und sein Team bei der Wahl zum neuen Präsidenten des Hamburger SV e.V. am Sonntagabend. Damit löst der 55 Jahre alte Hoffmann nach drei Jahren Jens Meier ab. Die Wahl kommt einem großen Umschwung in der Führung des HSV gleich: Da der HSV e.V. 76 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG hält und damit größter Anteilseigner ist, sowie einen festen Sitz im Aufsichtsrat der AG hat, beinhaltet das Präsidentenamt ziemlich viel Macht. Meier kümmerte sich um die anderen Abteilungen und den Breitensport; in der AG war er ein Beobachter, der den großen Einfluss scheute. Zuletzt fiel er auf, weil er sich gegen Klaus-Michael Kühne positionierte, den großen HSV-Mäzen. Meier gilt als Schönfärber, zumindest sehen das seine Gegner so. Am Sonntag überzeugte er durch ruhiges, faktengestütztes Auftreten. Hoffmann setzte auf Emotionen, das Momentum – und die schlechte Lage in der Bundesliga.

          Deshalb hat Hoffmann kandidiert, jener Mann, der von 2003 bis 2011 als Vorstandschef gute wie schlechte Zeiten beim HSV erlebt hat: „Wären wir auf Platz vier, wäre ich nicht angetreten.“ Er sieht viel Veränderungsbedarf. Er wird das Mandat deutlich robuster ausüben und wie Uli Hoeneß beim FC Bayern oder Clemens Tönnies beim FC Schalke 04 als Chef des Stamm-Vereins auch Aufsichtsratsvorsitzender der AG werden. Eine mächtige Doppelspitze aus AG-Vorstand und AG-Chefkontrolleur soll den Profifußball beim HSV wieder nach oben führen. Hoffmann will einen Vorstandsvorsitzenden nach seinem Gusto aufbauen – das wird nicht der aktuelle Vorstand Heribert Bruchhagen sein. Der Vorstandsvorsitzende hatte sich zuvor zwar weiterhin vom Klassenverbleib überzeugt gezeigt, aber auch demütig hinzugefügt: „Es hat eine Eigendynamik des Misserfolgs eingesetzt, und dafür trage ich die Verantwortung.“

          Hoffmann war mit markigen Worten an das Rednerpult getreten. „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig mit Vereinen wie Gladbach und Schalke“, mahnte er und ergänzte: „Wir haben 2014 die Fußball AG ausgegliedert. Wir haben aber nicht die Verantwortung für die Fußball AG ausgegliedert! Ein Weiter-so kann es nicht geben.“ Dafür gab es tosenden Beifall. Lauten Applaus bekam aber auch Jens Meier. Vielen Mitgliedern schien es zu missfallen, dass die Versammlung des e.V. mit den Sorgen der AG, sprich: dem Profifußball, überfrachtet wurde. Nun ist Hoffmann am Werk, ein Mann, der polarisiert, aber vielleicht auch zur rechten Zeit kommt, um beim HSV einen Neuanfang in welcher Liga auch immer zu starten – allerdings den x-ten Neuanfang.

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