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4:2 gegen Hoffenheim : Mainz 05 hilft Eintracht Frankfurt

Von den Mitspielern gefeiert: Niko Bungert bei seinem letzten Spiel für Mainz 05. Bild: dpa

Trainer Nagelsmann ist auf dem Weg zum erfolgreichen Abschied aus Hoffenheim. Dann retten die Mainzer dem Nachbarn aus Frankfurt das Saisonfinale. Zudem gibt es den emotionalen Abschied von Kapitän Bungert und den professionellen von Gbamin.

          Mainz 05 hat den Hoffenheimer Traum von Julian Nagelsmann von einer Qualifikation für die Europa League zum Abschluss seiner dreieinhalb Trainerjahre bei der TSG zerstört: Nach einem frühen 0:2-Rückstand durch Treffer von Ishak Belfodil (12.) und Andrej Kramarcic (34.) drehten die Rheinhessen vor 28.000 Zuschauern eine verlorene Partie nach einer Energieleistung in der letzten halben Stunde durch ein Elfmetertor von Daniel Brosinski (66.) sowie zwei Treffer des überragenden Jean-Paul Boetius (82./90.) und einem Tor von Jean-Philippe Mateta (90+.3.) noch zu ihren Gunsten in einen 4:2-Sieg.

          Hoffenheim war auch eingebrochen, weil sich Christoph Baumgartner kurz vor dem Pausenpfiff eine Gelb-Rote Karte einhandelte und er sein Team in Unterzahl zurückließ.

          Für Nagelsmann endete seine Zeit in Hoffenheim somit auf ähnliche Weise, wie einst der Aufstieg vom noch unbekannten Nachwuchstrainer einst begonnen hatte: Mit einer Niederlage im Duell mit Mainz 05 und Sandro Schwarz. 2013 verlor Nagelsmann zum Auftakt seiner ersten Bundesligasaison als A-Junioren-Cheftrainer mit 1:2 nach eigener Führung. Am Saisonende feierte er freilich mit dem deutschen Meistertitel der A-Junioren seinen ersten großen Erfolg.

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          Die Hoffenheimer schienen in Mainz schon wie der sichere Sieger. Ishak Belfodil brachte sein Team mit einem wunderschönen Schlenzer in den rechten Torwinkel früh in Führung. Der Mainzer Kapitän Niko Bungert, zum Abschluss seiner elf Jahre in Mainzer Diensten in der Startelf, konnte Belfodil an seinem Kabinettstückchen nicht mehr hindern.

          Die Mainzer kamen zwar auch zu Torgelegenheiten durch Mateta und Kunde, die 2:0-Führung zur Halbzeit entsprach aber den Kräfteverhältnissen. Und das zweite Tor war genauso elegant erzielt wie der Führungstreffer: Andrej Kramaric schlenzte den Ball bei einem Freistoß aus 22 Meter unhaltbar für den als Stellvertreter des angeschlagenen Floran Müller im Mainzer Tor stehenden Robin Zentner über die Mauer hinweg Tor.

          Für Hoffenheim drehte sich das Spiel indes zum Schlechten, weil der erst 19 Jahre alte Christoph Baumgartner bei seinem ersten Startelfeinsatz für die TSG übermotiviert zu Werke ging: Trotz einer Vorbelastung durch eine Gelbe Karte attackierte er den Mainzer Schlussmann Zentner zu hart. Die Hinausstellung wegen einer Gelb-Roten Karte (43.) war zwangsläufig.

          Mainzer Sturmlauf in Halbzeit zwei

          Hoffenheim hatte dem Mainzer Sturmlauf in Halbzeit zwei in Unterzahl nur noch wenig entgegenzusetzen: Nach einem halben Dutzend teils fahrlässig vergebener Torchancen erzielte schließlich Daniel Brosinski per Elfmeter den Anschlusstreffer. Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte den Strafstoß nach einem Hinweis des Videoassistenten und Begutachtung der Videosequenzen verhängt, nachdem er das  Foul an Danny Latza zuvor nicht geahndet hatte.

          Boetius nahm anschließend zweimal gleichermaßen cool wie elegant Maß und drehte das Spiel zu Gunsten seines Teams. Ein weiteres Tor war ihm zuvor gar noch aberkannt worden, nachdem Schiedsrichter Aytekin  aus dem Kölner Keller auf ein Handspiel hingewiesen worden war. Mateta war schließlich der Schlusspunkt einer starken Mainzer Spielzeit vergönnt. Er erzielte  seinen 14. Saisontreffer und lüftete später das große Geheimnis um die Zielvorgabe seines Vaters, die er während der Saison geheimgehalten, aber als gehorsamer Sohn zu erfüllen gesucht hat. „Mein  Vater wollte zehn Tore. Ich habe vierzehn. Er ist zufrieden mit mir“, sagte der Franzose.

          Bitteres Ende: Julian Nagelsmann verspielt mit Hoffenheim die Qualifikation zur Europa League

          Zudem dürften die Rheinhessen in München ungewohnte Fans von der anderen Seite des Rheins gefunden haben: Durch den Erfolg sicherten sie der dort bei den Bayern unterlegenen und in der Vorwoche noch in Frankfurt selbst bezwungenen Frankfurter Eintracht in einem Akt der Nachbarschaftshilfe den Platz in der Europa-League-Qualifikation. Nachdem die Mainzer Fans schon beim zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer der Eintracht in München gejubelt hatten, dürften sich nun auch einige für die Eintracht und deren verdienten Wiedereinzug in den Europapokal gefreut haben – bei aller Rivalität unter Nachbarn. „Wir haben nicht für die Eintracht gespielt, sondern wollten zeigen, dass wir für alle gerecht gegen Wettbewerbsverzerrung nis zum letzten Spieltag alles geben wollen. Das ist uns überzeugend gelungen“, sagte der in Frankfurt wohnende Mainzer Trainer Schwarz. „Vergangene Woche haben wir die Eintracht geärgert, jetzt haben wir sie glücklich gemacht. Das ist in Ordnung so.“

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