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Hoffenheimer Sinnkrise : Schlechte Stimmung

  • -Aktualisiert am

Ibisevic in Stuttgart: „Größere Perspektive“ Bild: dapd

Wofür Hoffenheim im Frühjahr 2012 steht, erschließt sich immer weniger Anhängern. Den Machern im Kraichgau gelingt es nicht, die strategische Neuausrichtung glaubhaft zu vermitteln

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          Undankbar wollte Vedad Ibisevic nicht klingen, nachdem er für rund fünf Millionen Euro nach viereinhalb Jahren zum VfB Stuttgart gewechselt war. Dennoch befeuerte seine Erklärung, warum er den Klub verließ, die aktuelle Hoffenheimer Debatte, die mancher als Sinnkrise versteht. Der Bosnier, Mitglied jener Gruppe Ausnahmespieler, die mit dem Liga-Newcomer 2008 "Herbstmeister" wurden, und mittlerweile nach und nach den Klub verlassen haben, sprach von einer "größeren Perspektive" bei seinem neuen Klub.

          Wofür Hoffenheim im Frühjahr 2012 steht, erschließt sich immer weniger Anhängern, die das Abrutschen ins sportliche Mittelmaß als Schleichfahrt ins Ungewisse empfinden. Den Machern im Kraichgau will nicht gelingen, die strategische Neuausrichtung, zu sparen und auf jüngere Spieler zu setzen, glaubhaft zu vermitteln. Nun ist der beste Torschütze verkauft, Ersatz noch nicht in Sicht und die Stimmung so schlecht, dass sich Trainer Stanislawski vor der Partie beim deutschen Meister Borussia Dortmund zu einer leidenschaftlichen, rund zwölf Minuten langen Brandrede veranlasst sah. "Es geht mir gewaltig gegen den Strich, dass hier alles nur negativ gesehen wird", polterte Stanislawski.

          „Nicht so spektakulär“

          Der ehemalige Hamburger erinnerte deutlich an seinen Auftrag, dem Verein eine neue Perspektive zu geben, nachdem teure Stars wie Carlos Eduardo, Luiz Gustavo, Demba Ba, Chinedu Obasi und eben Ibisevic verkauft worden sind. "Was wurde erreicht in den letzten drei Spielzeiten?", fragte er ketzerisch. "Ein siebter und zwei elfte Plätze. Deshalb müssen wir den Umbruch vollziehen." Welche Hoffnungen oder Perspektiven sich mit dem Fußballprojekt Hoffenheim verbinden lassen, kann auch er vorerst nur schwer transportieren.

          "Unser jetziger Weg ist natürlich nicht so spektakulär. Hoffenheim nimmt man immer noch als Klub der Himmelsstürmer wahr", sagt Manager Ernst Tanner. "Aber so ein Umbau dauert zwei bis drei Jahre. Dann ist er aber solide aufgebaut und wirtschaftlich vertretbar und dann kann man Ziele neu definieren. Es soll keiner glauben, wir hätten keine Visionen. Wir haben sie, nur keine fremdfinanzierten mehr", sagt Tanner. Man könne als Klub in der Phase nur auf Geduld hoffen und auf die "ersten Früchte" verweisen, die Vestergaard, Kaiser, Williams und Johnson hießen. Niemand weiß jedoch, wie gut diese Neuen sind.

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