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0:1 gegen Werder : Hoffenheimer Bootstour wird weniger lustig

Kein fröhlicher Ausstand: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann geht nach einer Heimniederlage gegen Bremen auf Bootstour auf dem Neckar. Bild: dpa

Das letzte Heimspiel von Trainer Julian Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim endet mit einem Dämpfer. Nach dem 0:1 gegen Bremen scheint die Europa League weit weg. Und die Stimmung auf der Abschieds-Bootstour ist gedämpft.

          Vor dem Anpfiff wurde ein „junger Mann“ verabschiedet, wie der Stadionsprecher sagte. 31 Jahre ist Julian Nagelsmann erst alt und hat doch schon Großes erreicht. Deutscher Meister mit der Hoffenheimer A-Jugend, die Qualifikation für Champions League und Europa League als Cheftrainer. „Aus dem Abstiegssumpf nach Europa“ stand auf einem Transparent in der Südkurve. Niemand schien Nagelsmann übelzunehmen, dass er nach neun Hoffenheimer Jahren den nächsten Karriereschritt in Leipzig gehen möchte.

          Nach der Partie allerdings war die Stimmung gedämpft. Das 0:1 gegen Werder Bremen verhinderte den möglichen Sprung auf einen Europa-League-Platz. Für den braucht es nun am letzten Spieltag einen Ausrutscher der Konkurrenz. Zumindest die Hoffnung auf ein Happy End erarbeiteten sich auch die ersatzgeschwächten Bremer, für die Johannes Eggestein traf (39.).

          „Wir haben über weite Strecken ein ganz gutes Spiel gemacht. In der ersten Hälfte haben wir uns aber nur eine richtig gute Torchance erspielt - und stattdessen mehr oder weniger ein Eigentor gemacht. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann zwei, drei gute Chancen."

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          Im Hoffenheimer Binnenverhältnis hatte es zuletzt ganz schön geknirscht. Es waren deutliche Worte, mit denen Andrej Kramaric seinen Trainer wegen dessen Hang zu Systemwechseln kritisierte. Unter anderen Umständen wäre Kramaric selbst womöglich auf die Bank rotiert worden, aber Nagelsmann wollte in seinen letzten Hoffenheimer Tagen nicht kleinlich sein. Werder erwischte auch ohne Kapitän Kruse (Oberschenkelprobleme) und Klaassen (gesperrt) den besseren Start.

          Danach dominierte zwar die TSG, der Schulz (Knieprobleme) fehlte, viele Torszenen brachte das allerdings nicht hervor. Szalai verfehlte das Ziel zwei Mal knapp, die beste Gelegenheit hatte Kramaric, der nur den Außenpfosten traf (38.). Fast im Gegenzug wurde Werder, das bei Kontern gefährlich war, regelrecht zur Führung eingeladen. TSG-Torwart Baumann vertändelte, die erste Schusschance nutzte Johannes Eggestein noch nicht, dafür die zweite per Kopf. Wenig später wurde der zweite Bremer Treffer durch Maximilian Eggestein nach Videobeweis annulliert. Zu Recht: Bruder Johannes war im Kopfballduell gegen Bicakcic mit zu viel Armeinsatz zu Werke gegangen.

          Ohne Amiri, der umgeknickt war, musste Hoffenheim in die zweite Hälfte gehen. Die TSG erhöhte den Druck. Aber was sie auch versuchte – der Funke fehlte. Erst in der 80. Minute wurde Werder-Torwart Pavlenka zwei Mal zu Paraden gezwungen – zu wenig für eine Hoffenheimer Wende.

          Der Rückschlag dürfte auch der Stimmung bei der abendlichen Bootstour auf dem Neckar, zu der Nagelsmann die TSG-Mitarbeiter und das Team eingeladen hat, abträglich sein, auch wenn Kapitän Kevin Vogt vor der Party auf dem Neckar anmahnte, dass man das dem Trainer schuldig sei trotz der Niederlage. "Ich bin ziemlich deprimiert, wir hätten für Julian gerne einen Dreier geholt", sagte Vogt: "Aber das müssen wir runterschlucken. Später muss bessere Stimmung herrschen. Das hat er verdient, beim dem, was er hier geleistet hat."

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