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Huub Stevens im Gespräch : „Rudi Carrell der Trainer? Damit habe ich kein Problem“

Hoffenheims Trainer Huub Stevens überrascht: „Ich war der erste Laptop-Trainer“ Bild: dpa

Huub Stevens hat als Saisonarbeiter in Hoffenheim nur eine Mission: dem Team zum Klassenverbleib verhelfen. Der Niederländer spricht vor dem Spiel gegen Mönchengladbach über Klischees, Affentänze, Laptops, die Pflicht der die Spieler - und Mäzen Hopp.

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          Huub Stevens ist der letzte Feuerwehrmann der Bunesliga. Seit einigen Jahren übernimmt er fast hoffnungslose Klubs und führt sie zum Klassenverbleib. Nun soll der Niederländer, der am Sonntag 62. Jahre alte wird, die TSG Hoffenheim retten. In drei Spielen holte die TSG unter Stevens' Leitung bislang nur zwei Punkte, an diesem Samstag (15.30 Uhr/ live in Sky und F.A.Z.-Liveticker) ist ein Erfolgserlebnis ebenfalls unwahrscheinlich: Borussia Mönchengladbach reist mit seiner Erfolgsserie an.

          Lassen Sie uns über Klischees reden. Das bekannteste bezüglich Ihrer Person lautet: „Die Null muss stehen!“ Sie sind vier Wochen in Hoffenheim, und plötzlich fallen kaum noch Tore. Ihr eigenes Team hat keins geschossen und in drei Spielen nur eines hinnehmen müssen. Wie haben Sie so schnell Ordnung hergestellt?

          Die Mannschaft zieht gut mit. Aber das ist noch lange nicht das, was wir wollen, wir müssen Spiele gewinnen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir auch lernen, Akzente nach vorne zu setzen. Es gibt Dinge, bei denen wir uns verbessern. Aber wir sind noch weit entfernt von dem, was ich will.

          Sie sollen in Hoffenheim oft derjenige sein, der als Erster kommt und als Letzter nach Hause geht. Das überrascht: Bei Huub Stevens denken viele gerne an die These, dass Sie allein mit Ihrer Aura den Abstieg verhindern.

          So einfach geht das sicher nicht. Wir müssen alle als Team arbeiten. So wie die Spieler auf dem Platz müssen auch die Trainer, die Betreuer und die gesamte Belegschaft zusammenarbeiten und alle ihre Qualitäten einbringen. Wir müssen außerhalb des Platzes ein Vorbild sein für die Mannschaft auf dem Platz.

          Zur Rückkehr auf die Bank:  „Da spürst du dann nach einer gewissen Zeit doch wieder eine innere Unruhe“

          Sie haben nur einen Assistenten. Andere Trainer bringen große Mitarbeiterstäbe mit. Sind Sie sich Ihrer Sache so sicher trotz Tabellenplatz 18 vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach an diesem Samstag?

          Ich unterschreibe in meinem Alter nur noch für eine Saison. Deshalb macht es keinen Sinn, einen ganzen Trainerstab mitzubringen, der nach einem Jahr wieder auseinanderfällt. Außerdem wollte ich mit den Menschen, die schon hier waren, zusammenarbeiten.

          Wieso sind Sie überhaupt noch mal zurückgekehrt auf die Trainerbank, nachdem Sie in der vergangenen Saison in Stuttgart nach dem Klassenverbleib nicht weitermachen wollten?

          Ich war auf Bitten von Clemens Tönnies im Beirat auf Schalke. Da habe ich mir Spiele von der Tribüne aus angeschaut. Aber natürlich war ich auch Gast bei Trainingseinheiten. Da spürst du dann nach einer gewissen Zeit doch wieder eine innere Unruhe. Ich habe mir gesagt, dass ich wieder einsteigen muss, vorausgesetzt, es passt. Und das tut es hier in Hoffenheim, besonders da die TSG auch nur bis zum Saisonende mit mir planen will, da die Vereinsverantwortlichen danach ein Talent aus den eigenen Reihen zum Trainer machen wollen.

          Sie sprechen von Julian Nagelsmann, dem Sie mit dem Klassenverbleib dazu verhelfen sollen, dass er jüngster Cheftrainer in der Bundesliga werden kann - mit dann 29 Jahren. Sie sind jetzt 61 Jahre alt. Sehen Sie sich als eine Art Brücke in die Zukunft?

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