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Eintracht mit Selbstvertrauen : Der Höhenflug der Frankfurter Adler

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Die Frankfurter Gelson Fernandes (links) und Torwart Kevin Trapp freuen sich über den Auswärtssieg. Bild: dpa

Vor dem größten Europacup-Spiel seit 25 Jahren hat Eintracht Frankfurt in der Bundesliga ein Ausrufezeichen gesetzt. Allerdings auch dank umstrittener Entscheidungen. Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel ist stocksauer.

          Mit diesem Rückenwind kann man nach Mailand fliegen: Durch das 3:0 (0:0) beim zuletzt starken Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat Eintracht Frankfurt kräftig Selbstvertrauen vor dem wichtigsten Europacup-Match seit 25 Jahren gesammelt. Nur 70 Stunden nach dem Abpfiff in Düsseldorf erfolgt der Anstoß bei Inter Mailand, wo es an diesem Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL Nitro) nach dem 0:0 im Hinspiel um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League geht. Dass kaum Zeit zur Regeneration bleibt, sehen sie beim Tabellenfünften nicht als Problem. „Mit der Vorfreude und dem Adrenalin geht es auch mit etwas weniger Pause“, sagte Mittelfeldspieler Sebastian Rode.

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          Maskenmann: Im Hinspiel gegen Mailand hatte sich Abwehrchef Makoto Hasebe einen Nasenbeinbruch zugezogen. In Düsseldorf begann er trotzdem – mit Gesichtsmaske. Nach wenigen Minuten warf der 35 Jahre alte Japaner diese weg und spielte ohne Schutz bis zum Ende durch. „Die Maske hat ihn, glaube ich, ein bisschen gestört“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Auf die Frage, ob das nicht ein zu großes Risiko sei, antwortete Hübner lachend: „Für ihn persönlich schon. Für uns war es ohne Maske ein geringeres Risiko.“

          Offensivpower: Für ihr Offensiv-Trio Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller wird die Eintracht inzwischen bundesweit gelobt. In Düsseldorf fehlte Rebic verletzt, Haller saß zunächst auf der Bank, und der im Hinspiel fünf Mal erfolgreiche Jovic blieb torlos. Machte aber nichts. Der Portugiese Goncalo Paciencia köpfte bei seinem Startelf-Debüt das 1:0, der in der 72. Minute eingewechselte Haller ließ zwei weitere Treffer (90.+1/90.+3) folgen. „In der Breite sind wir inzwischen viel besser aufgestellt“, sagte Hübner. Paciencia war derweil überglücklich. Schon in der Vorwoche gegen Hoffenheim hatte er als Joker in der sechsten Minute der Nachspielzeit das Siegtor zum 3:2 erzielt. Auf die Frage, ob der Treffer in Düsseldorf eine Kopie war und er nur diese Tore könne, antwortete der Portugiese: „Wenn ich noch viele Tore auf diese Weise mache, soll es mir recht sein.“ Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Frankfurter auch im Achtelfinal-Rückspiel gegen Mailand auf Rebic verzichten müssen. „Ich habe wenig Hoffnung, es sieht nicht besonders gut aus“, sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner diesbezüglich.

          Rückenwind: Mit den Fans kam auch der Sieg für die Eintracht. Vor einem leeren Gäste-Block – ihre Anhänger protestierten eine Halbzeit lang gegen Montagsspiele – war die Leistung der Frankfurter mäßig, vor dem vollen fielen schließlich drei Tore. „Das ist schon ein Unterschied“, sagte Rode: „Man merkt schon, ob da jemand ist. Die Unterstützung in der zweiten Halbzeit war viel wert.“

          Wut: Selten hat man Friedhelm Funkel so verärgert gesehen. „So wie wir benachteiligt werden, das geht schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut“, sagte der Düsseldorfer Trainer: „Ich habe bisher nie etwas dazu gesagt, aber nach dem heutigen Spiel muss ich das.“ Funkel spielte auf den zurückgenommenen Handelfmeter in der 61. Minute an sowie das aberkannte Tor von Dawid Kownacki nach 90 Sekunden. „Der Schiedsrichter (Robert Hartmann) hat sich bei mir entschuldigt, weil er zu früh gepfiffen hat, so dass der Video-Schiedsrichter nicht mehr eingreifen konnte“, sagte Funkel: „Ich habe die Entschuldigung angenommen. Aber kaufen kann ich mir davon nichts.“

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