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1:2 gegen Dortmund : Klinsmanns Rückkehr bringt Hertha nicht voran

Heimniederlage zum Auftakt: Berlins Trainer Jürgen Klinsmann kann es nicht fassen Bild: dpa

Die Berliner können die Aufbruchstimmung nicht nutzen, die Klinsmann als Nachfolger des glücklosen Covic verbreiten sollte. Es wartet viel Arbeit bei Hertha auf den früheren Bundestrainer. Beim BVB kann Favre durchatmen.

          2 Min.

          Die Rückkehr von Jürgen Klinsmann in die Bundesliga hat Hertha BSC nicht vorangebracht. Im Gegenteil: Die Berliner fielen nach einer 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz zurück. Die Hertha hatte auch eine Überzahl in der kompletten zweiten Halbzeit nach einem Platzverweis für Hummels nicht zum Ausgleich nutzen können. Der BVB war durch Sancho (15. Minute) und Hazard (17.) früh mit 2:0 in Führung gegangen, die Hertha durch Darida (33.) nur noch auf 1:2 verkürzen konnte, weil die Berliner in der zweiten Halbzeit viel zu wenig zu bieten hatten.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Auf Klinsmann und sein Trainerteam dürfte noch viel Arbeit warten. BVB-Trainer Favre wiederum könnte sich mit diesem am Ende in Unterzahl hart erkämpften und verdienten Sieg in eigener Sache wieder etwas Luft verschafft haben.

          Bundesliga

          Kurz vor dem Anpfiff hatte ein Pulk von Fotografen den neuen Berliner Trainer vor der Ersatzbank umringt, um das erste Bild von Klinsmann an seinem Arbeitsplatz zu machen. Der ehemalige Bundes- und Bayern-Trainer holte daraufhin sein Handy heraus, um selbst zu fotografieren: die Hertha-Fans in der Ostkurve des ausverkauften Olympiastadions. Nach drei Minuten Spielzeit stand Klinsmann dann applaudierend und aufmunternd in der Coaching-Zone nach der ersten, aber vom BVB abgefangenen Attacke. Kurz darauf war es in Berlin zunächst schnell vorbei mit schönen Bildern von Klinsmann bei seiner Hertha-Premiere. Die Hertha drohte schon nach knapp zwanzig Minuten unterzugehen.

          Favre hatte dafür auf dem Papier eine offensive Aufstellung mit Reus, Hazard, Sancho, Guerreiro und Hakimi gewählt, aber in der ersten Viertelstunde besetzten bei den seltenen Dortmunder Angriffen immer nur wenigen BVB-Spieler den Berliner Strafraum. Torgefahr ging von Dortmund nicht aus, aber dann ging es innerhalb von zwei Minuten Schlag auf Schlag. Der BVB zeigte in diesen Momenten, was er in dieser Saison neben diversen anderen Mängeln auch immer wieder hatte vermissen lassen: Effizienz. Doch nach ihren ersten beiden Torschüssen lag die Borussia 2:0 in Führung. Zunächst hatte Brandt mit einem schönen Pass die Berliner Abwehr ausgehebelt und Sancho freie Bahn verschafft, der alleine vor dem Torwart die Ruhe behielt und zum 1:0 (15.) traf. Kurz darauf war es Hazard, der nach Vorarbeit von Hakimi und einem öffnenden Pass von Witsel im Strafraum zur Stelle war und den zweiten BVB-Treffer erzielte (17.).

          Die Hertha taumelte. Akanji wäre fast das dritte Tor nach einer schönen Freistoß-Kombination gelungen (19.). Der BVB, der nun die Partie dominierte, schien auf dem besten Weg zu einem sicheren Sieg. Aber schon bald schien sich die Borussia mit dem Vorsprung zu begnügen und setzte nicht mehr entschlossen nach. Die Hertha fand wieder zu Kräften. Lukebakio setzte in der 31. Minute ein erstes Zeichen, doch Bürki konnte den Schuss mit den Fäusten parieren. Drei Minuten später war der BVB-Torhüter dann machtlos, als Darida den Fuß in den Schuss von Lukebakio hielt und die Richtung des Balls unhaltbar veränderte. Das 1:2 weckte die Lebensgeister der alten Damen und ihres neuen Trainers. Und als Mats Hummels in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte sah, war die Partie wieder offen. Der auf den Platzverweis folgende Freistoß von Lukebakio aus 25 Metern streifte das Außennetz (45.+1).

          Unmittelbar nach der Pause schien die Hertha ein Spiel gedreht zu haben, das schon verloren schien, aber ein Treffer von Selke wurde zwei Minuten später nach Videoansicht wegen Abseits wieder aberkannt (47.). Der BVB versuchte mit einem kompakten und tiefstehenden 4-4-1-System seinen Vorsprung zu verteidigen. Das gelang dem BVB recht gut. Klinsmann versuchte mit einem Doppelwechsel rund zwanzig Minuten vor Schluss noch einmal für neuen Schwung mit Ibisevic und Dilrosun zu sorgen (68.), dann kam auch noch die dritte Offensivkraft Kalou (79). Aber der Hertha fiel trotzdem nicht mehr viel ein.

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