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Verletzung bei 5:0 in Berlin : Hertha geht gegen Köln unter – Sorgen um Czichos

Trübte die Feierstimmung: Köln-Profi Rafael Czichos muss verletzt vom Platz getragen werden. Bild: EPA

Der abstiegsbedrohte 1. FC Köln sorgt mit einer sehenswerten Leistung für eine Blamage der Berliner im eigenen Stadion. Doch die Feierstimmung ist getrübt: Köln-Profi Rafael Czichos muss ins Krankenhaus.

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          Hertha BSC und der 1. FC Köln gehören zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga, doch dass eine Begegnung der Traditionsklubs aktuell noch größere Anziehungskraft in Berlin besäße, ließ sich nicht behaupten. Über ein Dutzend Blocks blieben am Samstag im Olympiastadion frei. Doch die Fußballfans, die zuhause geblieben waren, verpassten einen glanzvollen Kölner Auftritt – und einen bemerkenswerten Berliner Tiefpunkt in einer an Tiefpunkten nicht gerade armen Berliner Saison. Die Hertha verlor nach einem desolaten Auftritt auch in der Höhe völlig verdient mit 0:5.

          Bundesliga
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Berliner hatten bis zur Pause, da stand es schon 3:0 für Köln, nicht eine einzige Torchance. Im ersten Heimspiel unter Klinsmann-Nachfolger Nouri musste das Big-City-Club-Projekt damit einen so herben Rückschlag hinnehmen, wie das bei der Hertha niemand nach dem Klinsmann-Desaster erwartet hatte. In ihrer gesamten Bundesligageschichte seit 1963 hat die Hertha nur zweimal höher verloren, 0:6 gegen den HSV vor vierzig Jahren und ebenso 0:6 gegen den FC Bayern 2012.

          „Die Kölner hätten von der Mittellinie schießen können, die Dinger wären auch reingegangen. Es war ein Tag, an dem nix geht“, sagte Hertha-Kapitän Niklas Stark später bei Sky: „Da hat man nicht besonders Bock, in die Kurve zu gehen.“ Mitspieler Marius Wolf fügte an, er habe „noch nie so ein schlechtes Spiel gemacht. Wir waren gar nicht auf dem Platz“.

          Die Hertha stieß früh an ihre Grenzen. Cordoba ließ Köln mit zwei Treffern in der 4. und 22. Minute schnell wie den Sieger aussehen. Kainz ließ mit seinem Schuss in der 39. Minute, den Jarstein zum 0:3 ins eigene Tor ablenkte, dann keinen Zweifel mehr daran. Nach dem Wechsel traf Kainz zum 4:0 (62.), den Schlusspunkt setzte Uth mit dem 5:0 (70.).

          Die Hertha-Fans hatten ihr Team schon zur Pause mit gellenden Pfiffen verabschiedet. In der Schlussphase sangen sie spöttisch; „Oh, wie ist es schön“. Enttäuschungen jedenfalls sind die Berliner Anhänger in dieser Saison gewohnt, ganz egal, ob die Trainer nun Nouri, Klinsmann oder Covic heißen. In der Kölner Fan- und Jecken-Kurve dagegen war die Stimmung am Karnevals-Wochenende prächtig. Die Anhänger bejubelten den sechsten Sieg im achten Spiel nahezu durchgängig. In die Kölner Freude mischte sich die Sorge um Czichos, der nach einem Kopfballduell minutenlang auf dem Rasen behandelt werden musste. Mit einer Halskrause wurde er auf einer Trage vom Platz und direkt ins Krankenhaus gebracht. „Die erste Diagnose war ‚Halswirbel verstaucht‘, aber da muss man erstmal schauen“, sagte Geschäftsführer Horst Heldt am Abend.

          Unter Trainer Gisdol, der die Kölner am zwölften Spieltag auf dem vorletzten Platz übernommen hatte, holte der Klub seitdem in zwölf Spielen 19 Punkte. Für die Hertha jedoch stand mit dem 0:5 im zwölften Heimspiel schon die siebte Niederlage, bei insgesamt nur drei Siegen. Vom Relegationsplatz trennen die nun punktgleichen Kölner und Berliner sechs Punkte. Am Ende musste die Hertha spöttische „Klinsmann, Klinsmann“-Sprechchöre über sich ergehen lassen.

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