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Hertha-Präsident tritt nach : Investor Windhorst „hat den Verein angezündet“

  • Aktualisiert am

Nicht länger an der Spitze von Hertha BSC in der Bundesliga: Werner Gegenbauer Bild: picture alliance/dpa

Kurz nach dem Klassenverbleib tritt der Präsident des Berliner Bundesligaklubs zurück. Doch Werner Gegenbauer geht nicht geräuschlos. Gegen den Investor von Hertha BSC erhebt er schwere Vorwürfe.

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          Werner Gegenbauer hat nach seinem Rücktritt als Präsident von Hertha BSC schwere Vorwürfe gegen Millionen-Investor Lars Windhorst erhoben. „Er hat in den vergangenen Wochen, mitten im Abstiegskampf, den Verein angezündet. Windhorst hat eine Spaltung zu verantworten, die den Club und alle Abteilungen schwer verunsichert hat. Es wird die Aufgabe meiner Nachfolgerin oder meines Nachfolgers sein, diese Spaltung rückgängig zu machen“, sagte Gegenbauer dem „Tagesspiegel“.

          Gegenbauer hatte am Dienstag seinen Rücktritt nach 14 Jahren an der Vereinsspitze erklärt und war damit wohl auch einer demütigenden Abwahl bei der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag (11.00 Uhr) zuvorgekommen. Zu einem Sturz von Gegenbauer hatte unter anderen Windhorst im März aufgerufen und dem Unternehmer vorgeworfen, sein Investment von 375 Millionen Euro bei der Hertha verbrannt zu haben.

          Magath: „Vielleicht alles verändern“

          Gegenbauer warf Windhorst nun Stimmungsmache vor. „Er lockt damit, weiteres Geld zu geben, wenn der Verein eine neue Führung bekommt“, sagte er. Er und der ebenfalls scheidenden Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller hätten dem 45-Jährigen im Weg gestanden, um mehr Einfluss auf das operative Geschäft des Bundesligaklubs zu bekommen, betonte Gegenbauer in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Zugleich habe er seine Zahlungsverpflichtungen nicht immer pünktlich erfüllt, was die „Lizenzspieler-Abteilung in erhebliche Turbulenzen gebracht hat“, sagte Gegenbauer.

          Investor Windhorst wies die schweren Vorwürfe an diesem Mittwoch zurück. „Wir sehen mit Respekt, dass Werner Gegenbauer den Weg für einen Neuanfang freigemacht hat. Die sehr persönlichen, haltlosen Attacken gegen Lars Windhorst haben zwar mit Neuanfang nichts zu tun. Nachtreten ist aber nicht unser Stil“, sagte Windhorsts Sprecher Andreas Fritzenkötter der Deutschen Presse-Agentur. Windhorst hatte Gegenbauer zuvor auch Kungelei vorgeworfen, was wiederum der ehemalige Hertha-Chef entschieden zurückwies. „Kurz gesagt: Es ist alles korrekt abgelaufen. Das sind die Fakten“, sagte der 71-Jährige Gegenbauer.

          Trotz der harschen Worte bezeichnete Gegenbauer den Deal mit Windhorst als die beste Entscheidung seiner Amtszeit. „Ich würde es wieder tun. Erstens, weil Hertha BSC dieses Geld für den Wandel als Verein und Unternehmen dringend benötigt hat. Ohne dieses Geld würde es uns schlechter gehen. Und zweitens, weil ich an die Vorteile eines Investments glaube“, sagte Gegenbauer. In Zukunft werde die Zusammenarbeit „leiser und harmonischer“ sein.

          Interimstrainer Felix Magath hat Hertha BSC derweil dringende Veränderungen empfohlen. Er könne nur dazu raten, die Gelegenheit zu nutzen und zu erkennen, dass die Saison, auch wenn sie glücklich geendet ist, eine schlechte Saison war, sagte der 68-Jährige im Interview der „Bild“. „Und es war nicht die erste schlechte Saison, sondern die dritte hintereinander. Das sollte doch endlich der Punkt sein, wo man bereit ist, auch vieles, vielleicht alles zu verändern“, erklärte Magath. Hertha hatte am Montagabend durch ein 2:0 im Relegationsrückspiel beim Hamburger SV den Abstieg in die zweite Bundesliga vermieden.

          Magath bekräftigte abermals, nicht als Trainer bei den Berlinern zu bleiben. Er kündigte aber ein grundsätzliches Interesse an, noch einmal als Coach zu arbeiten. „Ich bin völlig frei, völlig losgelöst, was meine Zukunft angeht“, sagte er. Er fühle ich rundum wohl und freue sich auf freie Tage. „Es waren wirklich neun sehr anstrengende und fordernde Wochen“, gab er zu. Ein Comeback auf der Trainerbank sei dennoch denkbar: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich irgendwo wieder auftauchen werde.“

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