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Nächste Pleite unter Labbadia : Für die Hertha kommt es immer schlimmer

  • Aktualisiert am

Nichts zu holen gegen Bremen: Bruno Labbadia und Hertha BSC Bild: AFP

Trainer Bruno Labbadia und den Verantwortlichen dürften ungemütliche Zeiten bevorstehen: Auch gegen Werder Bremen verliert Hertha BSC deutlich – und macht dabei teilweise haarsträubende Fehler.

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          Bruno Labbadia stand bitter enttäuscht mit beiden Händen in den Manteltaschen am Spielfeldrand und schüttelte immer wieder grimmig den Kopf. Die Zukunft des Trainers von Hertha BSC ist nach dem 1:4 (1:2) gegen Werder Bremen ungewisser denn je. „Wir sind die Letzten, die irgendwas schön reden“, sagte der 54-Jährige Labbadia am Abend bei Sky. „Das ist ein scheiß Gefühl, alles andere werden wir sehen.“ Manager Michael Preetz (53), der selbst schwer in der Kritik steht, sagte dem „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF: „Bitte, ich stehe hier im Stadion unmittelbar nach dem Spiel. Wir haben in der Kabine zusammengesessen und haben nicht über irgendwelche Entscheidungen diskutiert. Insofern kann ich das nicht bestätigen.“

          Bundesliga

          Die Berliner mussten sich am Samstagabend im Olympiastadion trotz teilweise klarer Überlegenheit deutlich geschlagen geben und warten nach der zweiten Heimniederlage binnen vier Tagen nur knapp vor der Abstiegszone seit vier Spielen auf einen Sieg.

          „Wir können auf jeden Fall nicht zufrieden sein“, sagte Hertha-Kapitän Niklas Stark später. Die Mannschaft müsse jetzt punkten. „Und das muss an erster Stelle stehen. Egal wie. Wenn wir die Punkte nicht holen, sehen wir uns unten wieder“, sagte Stark. Zur Trainerfrage wollte sich der 25-Jährige nicht äußern: „Das ist nicht meine Entscheidung, nicht meine Sache. Ich komme jeden Tag und gebe 100 Prozent und versuche, mit der Mannschaft da rauszukommen.“

          Cunha scheitert vom Punkt

          Der ehemalige Herthaner Davie Selke (10. Minute) per Foulelfmeter, Ömer Toprak (29.), Leonardo Bittencourt (56.) und Joshua Sargent (78.) erzielten zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga die Tore für Werder, das sich durch den clever wie effizient herausgespielten Sieg auf Platz zwölf vorschob. „Wir waren sehr effektiv heute“, sagte Maximilian Eggestein. Im Moment gehe es nur darum, Punkte zu holen.

          Für die Hertha konnte Jhon Cordoba (45.+2) in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur verkürzen. Matheus Cunha (20.) scheiterte mit einem Foulelfmeter an Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka. Hertha bleibt somit vorerst zwei Punkte vor dem Relegationsrang auf Platz 14 und ist meilenweit von den eigenen Ansprüchen entfernt.

          Rund 250 Hertha-Fans hatten vor dem Anpfiff vor dem Olympiastadion für eine Ablösung von Manager Preetz und Präsident Werner Gegenbauer demonstriert. In ihrer extrem negativen Grundstimmung musste sich die kleine Oppositionsgruppe durch den Spielverlauf schnell bestätigt fühlen. Für die Berliner ging wieder einmal alles schief. Maximilian Mittelstädt holte unnötig Romano Schmidt von den Beinen. Ausgerechnet Selke, von der Hertha im Vorjahr nach Bremen abgeschoben, verwandelte den Strafstoß sicher. Später musste der Angreifer mit bandagiertem Oberschenkel vom Platz.

          Im Fokus: Hertha-Manager Michael Preetz (rechts), hier neben Bremens Trainer Florian Kohfeldt
          Im Fokus: Hertha-Manager Michael Preetz (rechts), hier neben Bremens Trainer Florian Kohfeldt : Bild: AFP

          Cunha versuchte, das Hertha-Spiel anzukurbeln, bestätigte aber auch seinen Ruf als Mini-Neymar. Theatralisch wälzte er sich nach einem Foulspiel von Bittencourt (15.). Jean-Manuel Mbom gab dem Brasilianer kurz darauf im Strafraum einen Schubser. Selbstbewusst schnappte sich der Gefoulte den Ball, verschoss den Strafstoß aber ebenso wie jüngst Krzysztof Piatek beim 0:3 gegen Hoffenheim.

          Mehr Ballbesitz, klare optische Überlegenheit. All das nutzte nichts. Denn Toprak entwischte Lucas Tousart beim Eckball und köpfte mit der zweiten Bremer Chance zum zweiten Tor ein. Labbadia konnte sich nur die wie immer bestens gelegten Haare raufen. Kurz vor der Pause kam aber noch das Hoffnungszeichen: Cordoba wuchtete einen Kopfball ins Tor. 325 Minuten torlose Hertha-Zeit waren beendet.

          Die Berliner starteten schwungvoll in die zweite Halbzeit. Cunha (47.) bot sich gleich eine Chance zum Ausgleich. Sein Schuss war aber nicht platziert genug. Wie es geht, zeigte wenig später Bittencourt. Elegant nahm er den Ball im Drehen an und schob zum 3:1 ein. Ein Nackenschlag für die Berliner, die die Offensive weiter verstärkten. Abermals Cunha (66.) konnte aber eine klare Chance nicht nutzen. Cordoba (74.) köpfte zu zentral. Bremen legte durch Sargents Fernschuss nach und brachte den Sieg routiniert über die Zeit.

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