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2:1 in Wolfsburg : Hertha und Klinsmann jubeln im Schlussspurt

  • -Aktualisiert am

Jordan Torunarigha bejubelt seinen Treffer in Wolfsburg. Bild: dpa

Lange Zeit wussten sich der VfL Wolfsburg und Hertha BSC lediglich einen Wettlauf der Harmlosigkeit zu bieten. Am Ende aber wird es doch nochmal turbulent – mit dem besseren Ausgang für die Berliner.

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          Der ausgelassene Jubel der Berliner, der mit dem Schlusspfiff ausbrach, hatte etwas Merkwürdiges. Lange Zeit wussten sich der VfL Wolfsburg und Hertha BSC Berlin lediglich einen Wettlauf der Harmlosigkeit zu bieten. Dass diese Partie auf der Zielgeraden noch drei Tore und einen Sieger hervorbringen sollte, war lange Zeit nicht zu erahnen.

          Bundesliga

          Erst der späte Treffer durch Dodi Lukebakio ermöglichte der Hertha einen 2:1-Auswärtssieg. Die Wolfsburger Führung durch den eingewechselten Admir Mehmedi hatte die Hertha durch einen Kopfball von Jordan Torunarigha ausgeglichen. Beide Mannschaften hatten sich mit einer defensiven Ausrichtung lange Zeit gegenseitig ausgebremst, ehe Fehler ins Spiel kamen und in der Schlussphase zu Toren führten. Der leicht kuriose Siegtreffer von Lukebakio passte dabei bestens ins Bild einer Partie, die mit Höhepunkten geizte.

          Mehr als eine Halbzeit lang hatte das Publikum ertragen müssen, wie aus guten Vorsätzen wenig Taten auf beiden Seiten wurden. „Aus mehr Torchancen mehr Tore machen“ – das hatte Herthas konzeptioneller Vordenker Jürgen Klinsmann vor der Partie verkündet, um dann eine extrem defensiv ausgerichtete Mannschaft auf das Feld zu schicken. Als einziger Angreifer muss Lukebakio einen merkwürdigen, weil einsamen Arbeitstag mit wenig Gelegenheiten erlebt haben.

          Auf der Gegenseite kam auch Wout Weghorst als einzige Wolfsburger Spitze kaum zum Zug. „Das verfolgt uns schon seit vielen Wochen“, sagt auch der Wolfsburger Cheftrainer Oliver Glasner, wenn er auf die Sturmschwäche seines Teams angesprochen wird. Sowohl der VfL Wolfsburg als auch Hertha BSC Berlin traten an diesem 19.Spieltag der Fußball-Bundesliga auf, als ob die aktuelle Saison nicht mehr dazu taugt, die Liga zu erobern.

          Wohin die Reise von Hertha BSC und mit Trainer Klinsmann gehen soll, lässt sich nur erahnen. Aus Berlin eine große Nummer des bezahlten Fußballs zu machen, wird noch mit jeder Menge Arbeit und Investitionen verbunden bleiben. Eine neue und mitreißende Spielstrategie war trotz des Auswärtssieges nicht zu erkennen. Die gute Laune nach dem Spielende war eher dem Zufall als etwas Besonderen zu verdanken.

          „Wir wollen Fußball mit Herz und Seele ohne Konzerne und Milliardäre“ stand auf einem großen, querformatigen Transparent, das die aus Berlin mitgereisten Hertha-Fans im Wolfsburger Stadion aufgehängt hatten. War damit der eigene Verein gemeint, der mit Lars Windhorst einen großzügigen Investor auf seiner Seite hat? Oder der vom Volkswagen-Konzern finanzierte Gegner, der seit geraumer Zeit in den VfL investiert, aber zuletzt eher defensiver gewirtschaftet hat. In der Summe blieben nach dem Spiel 24894 Zuschauer ratlos mit der Erkenntnis zurück, welche der beiden Mannschaften eher in der Lage sein wird, durch mitreißende Darbietungen für bundesweites Staunen zu sorgen.

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