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Kritik an Hertha BSC : „Klinsmann war von Beginn an keine gute Lösung“

  • Aktualisiert am

Jürgen Klinsmann hielt es nur 76 Tage als Trainer bei Hertha BSC aus. Bild: dpa

Nur 76 Tage blieb Jürgen Klinsmann Trainer bei Hertha BSC in Berlin. Für seinen seltsamen Abgang hat er viel Häme einstecken müssen. Nun aber bekommt auch der Bundesligaklub Kritik ab.

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          Lutz Hangartner, Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL), hat Jürgen Klinsmann für die Art und Weise seines Abschieds beim Bundesligaverein Hertha BSC kritisiert. „So kann man seinen Abgang nicht vollführen, so kann man als Trainer mit einer Mannschaft und einem Verein nicht umgehen“, sagte Hangartner im Interview dem „Weser-Kurier“ (Sonntag). „Von einer Sekunde auf die andere sagen: Das war’s? Und tschüss? Das war kein gutes Bild, das der Trainer Klinsmann da abgegeben hat.“

          Klinsmann blieb lediglich drei Monate beim Hauptstadt-Klub, der nach Ansicht der BDFL-Chefs auch Fehler gemacht hat. „Wenn ich einen Trainer verpflichte, muss ich im Vorfeld sehr gut recherchieren. Wie arbeitet er? Wie gibt er sich? Passt er überhaupt zu dem Verein? Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer zu verpflichten, habe ich von Beginn an für keine gute Lösung gehalten“, sagte er.

          Lobende Worte fand Hangartner dagegen für Bayern-Trainer Hansi Flick. Der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw habe nach seiner Übernahme „diese Bayern-Mannschaft richtig angepackt“. Flick unterschrieb beim Tabellenführer vor kurzem einen Vertrag bis Mitte 2023. „Durch die guten Erfolge von Hansi Flick blieb den Bayern aber gar nichts anderes übrig, als auf ihn zu setzen“, sagte Hangartner.

          Zudem begrüßte der BDFL-Präsident das Festhalten von Bremens Sportchef Frank Baumann an Trainer Florian Kohfeldt trotz großer Abstiegssorgen an der Weser. „Sie machen etwas, was wir als Trainerverband immer einfordern: Dass man nämlich nicht vorschnell als erste Maßnahme den Trainer entlässt“, sagte der 76-Jährige.

          Hertha BSC sorgt sich derweil um die rechtzeitige Ankunft von Millionen-Einkauf Lucas Tousart (23) in Berlin. Nach dem Abbruch der Saison in der französischen Ligue 1 erwägt dessen Klub Olympique Lyon einen Einspruch. Zudem ist das Team noch in der Champions League vertreten, die möglicherweise erst im August zu Ende gespielt wird.

          „Wir hoffen, dass wir Lucas entsprechend der Leihvereinbarung zum 1. Juli bei uns begrüßen können“, sagte Manager Michael Preetz dem „Kicker“. Die Situation bezeichnete er als „mindestens unglücklich“. Hertha hatte Tousart in der Winterpause für 25 Millionen Euro von Lyon verpflichtet und dann wieder an die Franzosen ausgeliehen.

          Wegen der Coronavirus-Pandemie soll es für auslaufende und neue Verträge Sonderregelungen über den üblichen Stichtag 30. Juni hinaus geben. „Es gibt ein paar offene Fragen, die die Uefa beantworten muss“, sagte Preetz. Hertha-Trainer Bruno Labbadia wolle in der kommenden Woche mit dem Mittelfeldspieler telefonieren.

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