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0:5 gegen Wolfsburg : Die Hertha hat keine Chance

  • Aktualisiert am

Die Berliner verlieren auch das zweite Pflichtspiel im Jahr 2023. Jonjoe Kenny ist frustriert. Bild: dpa

Schon nach vier Minuten jubeln die Profis aus Wolfsburg zum ersten Mal. Danach zeigt das Team von Niko Kovac, wie lockerer Fußball am Gefrierpunkt funktioniert – zum Leidwesen der Berliner.

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          Wolfsburgs Trainer Niko Kovac sieht einen weiteren torreichen Auftritt seiner Profis und hat der alten Liebe Hertha BSC somit im Abstiegskampf einen üblen Stich versetzt. Nur drei Tage nach den sechs Toren gegen den SC Freiburg gelang den Niedersachsen mit dem 5:0 (3:0) in Berlin der nächste klare Sieg. Die Wolfsburger verschärften somit die Krisenstimmung beim erschreckend hilflosen Klub aus der Hauptstadt. Mattias Svanberg (4. Minute), Maximilian Arnold (31./Handelfmeter), Jonas Wind (34.), Ridle Baku (72.) und Omar Marmoush (86.) erzielten die Tore in der einseitigen Partie. 

          Bundesliga

          Während Wolfsburg mit nun zehn Spielen ohne Niederlage gute Chancen hat, in den Europapokal einzuziehen, verharrt die desolate Hertha zum Ende der Hinrunde der Fußball-Bundesliga auf dem 17. Platz – einem direkten Abstiegsplatz. Die Berliner mussten vor 29.483 Zuschauern im Olympiastadion ihre höchste Saisonniederlage und erstmals fünf Gegentore hinnehmen. „Ich wünsche dem Klub, dass sie da rauskommen. Da hängt schon mein Herz an Hertha“, sagte Kovac, der mit dem Auftritt seines Teams hochzufrieden war: „Das war eine runde Leistung in einem Auswärtsspiel.“

          Kovacs Trainerkollege Sandro Schwarz muss seine Mannschaft wiederum schnell aufrichten, sonst droht im Derby gegen den 1. FC Union Berlin die nächste Demütigung. Nicht mit dabei sein darf dann Innenverteidiger Agustin Rogel, der gegen Wolfsburg seine fünfte Gelbe Karte sah.

          Ziemlich innig war die kollegiale Umarmung der Trainer vor dem Anpfiff. Seinen „Heimatverein“ möge er doch bitte schön retten, mag der Ur-Berliner Kovac dem aktuellen Hertha-Trainer Schwarz zugeraunt haben. An diesem lausig kalten Abend im Olympiastadion lag der Verdacht nahe, dass dies ein unmöglich zu erfüllender Wunsch bleibt. Viel mehr Intensität und Aggressivität hatte Schwarz von seinen Spielern nach der 1:3-Enttäuschung in Bochum gefordert. Geboten bekam er vom Anpfiff an genau das Gegenteil.

          Zerknirschte Blicke

          Svanberg düpierte mit einem horizontalen Lauf durch den Hertha-Strafraum den ganzen Berliner Defensivverbund und schoss sehenswert zu seinem ersten Bundesligator ein. Schon in Bochum vermisste Schwarz eine Antwort auf einen frühen Rückstand. Diesmal passierte bei der Hertha in Sachen koordiniertem Spielaufbau: Nichts! Ein Schüsschen von Suat Serdar (24.) war alles. Dodi Lukebakio – zuletzt gesperrt und daher nun allein durch seine Rückkehr ein Spieler, der Hertha Hoffnung verleihen soll – dribbelte mit dem Ball wenig später unkontrolliert ins Aus.

          Noch schlimmer: Nachdem Rogel sein persönliches Tempolimit nur mit einem rüden Rempler gegen Patrick Wimmer kompensieren konnte, wehrte Lukebakio den folgenden Freistoß in der Mauer recht plump mit dem Ellenbogen ab. Arnold verwandelte den Strafstoß sicher. „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, schallte es von den Rängen. Auf der Haupttribüne blickten Herthas Geschäftsführer Fredi Bobic und der noch angeschlagene Winterzugang Florian Niederlechner ziemlich zerknirscht drein. Wie locker auch am Gefrierpunkt Fußball funktioniert, zeigten die befreiten Wolfsburger. Wind legte flott den dritten Treffer nach.

          Für die zweite Halbzeit schwor Kevin-Prince Boateng seine Kollegen vor der Ersatzbank ein. Das zeigte erstmal Wirkung. Zumindest gekämpft wurde jetzt. Die Hertha spielte nun mutiger, zeigte wenigstens eine gesichtswahrende Leistung und profitierte auch davon, dass die abgeklärten Wolfsburger etwas mehr zuließen. Durchschlagenden Erfolg hatten die Angriffsbemühungen allerdings nicht. Stattdessen legte Wolfsburg sogar noch zweimal nach.

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