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Haaland bekommt Probleme : Kontra für das Ungetüm

  • -Aktualisiert am

Wuchtiger Abräumer: Jordan Torunarigha klärt für die Hertha. Bild: Huebner

Erling Haaland ist ein weltklasseverdächtiger Spieler. Nun trifft er beim Spiel seines BVB gegen Hertha BSC auf jemanden, der ihn weniger gut aussehen lässt: Jordan Torunarigha.

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          Im Überschwang der Glücksgefühle rutschte Jordan Torunarigha ein Kompliment heraus, das an diesem Abend als maßlose Übertreibung gelten musste. Wer es nicht gut mit dem Verteidiger von Hertha BSC meint, der könnte ihm gar zynische Absichten unterstellen. „Gegen solche eine Weltklassemannschaft“, sagte Torunarigha nach dem 3:2 gegen Borussia Dortmund, „ist es natürlich umso schöner zu gewinnen“.

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          Wie eine Weltklassemannschaft war der BVB nun wahrlich nicht aufgetreten an diesem nasskalten Dezemberabend im Olympiastadion, was zu einem nicht unerheblichen Teil aber auch an Hertha gelegen hatte. In Person galt das vor allem für Torunarigha, der dem weltklasseverdächtigen Stürmer Erling Haaland selten Möglichkeiten bot, seine Fähigkeiten nachzuweisen. Das physische Ungetüm Haaland fand in Torunarigha einen kaum minder gesegneten Gegenpart, die beiden lieferten sich etliche Duelle, bei denen Haaland weit weniger gut aussah als gewohnt.

          Ein Sonderlob seines Trainers Tayfun Korkut erhielt Torunarigha aber nicht, viel mehr würdigte Herthas Trainer „die gesamte Viererkette, die mutig nach vorn verteidigt hat“. Korkut bewies psychologisches Geschick, einen Einzelnen heraus zu heben wäre auch unangebracht gewesen trotz aller Meriten, die sich Torunarigha in den umkämpften 90 Minuten erworben hatte.

          Korkuts Vorgaben immer sichtbarer

          „Das war ein hochverdienter Sieg. Wir waren in vielen Phasen überlegen. Mir war die Reaktion wichtig zum Mainzer Spiel und das wir nach der Niederlage trotzdem an die Idee geglaubt haben, die wir seit dem ersten Tag in die Mannschaft gebracht haben“, sagte Korkut. Seine Vorgaben werden nach vier Spielen immer sichtbarer. Auch gegen eine scheinbar überlegene Mannschaft wie den BVB. Hertha spielte mutig, mit viel Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Grundsätzlich hat man gesehen wie viel Freude da drin stecken kann in der Mannschaft“, sagte Korkut.

          Bemerkenswert auch die neue, erstaunliche Resilienz gegenüber Rückschlägen. Zuerst erkannte der Videoschiedsrichter die vermeintliche Führung durch Myziane Maolida ab, dann ging Dortmund auch noch durch Julian Brandt in Führung. Trotzdem war schon in der ersten Halbzeit erkennbar, dass die Berliner keinesfalls gewillt sind, sich ihrem Schicksal zu ergeben. Das war vor nicht allzu langer Zeit noch anders, auf Rückstände reagierte Hertha ideenlos. Korkut fordert dagegen kreatives Spiel mit dem Ball, zur Pause ermutigte er seine Mannschaft ausdrücklich, es weiter auf diesem Weg zu versuchen. „Wir hatten guten Ballbesitz dabei und haben immer wieder Lösungen gefunden“, sagte Herthas Trainer.

          Hertha gewinnt Abstand

          Zu Korkuts Vorzügen gehört auch, dass er Spielern, die unter Vorgänger Pal Dardai nicht in Schwung kamen, vertraut. Zum Beispiel Ishak Belfodil, der in Abwesenheit des zuletzt so zuverlässigen Torschützen Stevan Jovetic dieses Mal nicht als Vorbereiter, sondern als Torschütze glänzte. Seinem Ausgleich lies Marco Richter erst das zweite und dann das dritte Berliner Tor folgen. Zur Belohnung wurde der ehemalige Augsburger bei seiner Auswechselung von den Berliner Fans gefeiert. Richter ist ein Sommerzugang, der immer wichtiger wird. Darauf hatte Manager Fredi Bobic ausdrücklich gehofft. Korkut sollte nicht nur Herthas Punkteausbeute aufbessern, sondern auch Bobics Transferbilanz, indem er die Neuen regelmäßiger einsetzt als der weniger experimentierfreudige Dardai.

          Aufgrund des jüngsten Hochs mit sieben Punkten aus vier Spielen darf Hertha den Jahreswechsel immerhin als Elfter verbringen, mit leichtem Abstand zur gefährlichen Zone. „Man hat gesehen was möglich ist“, sagt Korkut. Die Mannschaft sei auf dem richtigen Weg. „Wir haben schon viele Ansätze gesehen von dem, wo wir die Hertha hinbringen wollen“, so der Trainer. Vom Potenzial der Spieler sei er überzeugt.

          Mit welchem Personal er ab Januar weiter arbeitet, ist aber nicht klar. Manager Bobic hatte im Vorfeld abermalige Umstrukturierungen angekündigt. „Wir werden unseren Kader noch mal genau anschauen. Es wird ein interessantes Fenster werden. Mein Handy ist Chaos, da bimmelt es die ganze Zeit. Da ist gerade Schlussverkauf und Weihnachtsvorverkauf“, sagte er. Die Berliner wollen sich angeblich von teuren Missverständnissen wie Krzysztof Piatek oder Lucas Tousart trennen. Beide kosteten Hertha um die 50 Millionen Euro. Geld, dem sie bei Hertha BSC inzwischen hinterhertrauern.

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