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2:1 auf Schalke : Hertha macht großen Schritt zum Klassenverbleib

  • Aktualisiert am

Berliner Erleichterung: Hertha BSC gewinnt das Nachholspiel bei Schalke 04. Bild: AFP

Nach der Corona-Pause entfernen sich die Berliner weiter vom Abgrund zur zweiten Bundesliga. Das Nachholspiel auf Schalke gewinnt Hertha BSC nach Rückstand mit Glück. Jedoch gibt es weitere Ausfälle.

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          Am Ende seiner anstrengenden Nachholspiel-Hatz ist Hertha BSC einer Blamage beim abgeschlagenen Letzten nur knapp entgangen, hat nun aber beste Chancen auf den Klassenverbleib. Nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg am Mittwochabend beim als Absteiger feststehenden und von Corona-Ausfällen geplagten FC Schalke 04 haben die Berliner 34 Punkte auf dem Konto.

          Bundesliga

          Glück hatte Hertha in der Nachspielzeit, als Schalke zweimal den Pfosten traf und so das Unentschieden passte. Mit einem Unentschieden am Samstag gegen den Vorletzten 1. FC Köln wäre der direkte Abstieg sicher abgewendet, mit einem Sieg wohl auch die Relegation.

          In den vier Spielen in zehn Tagen nach der Quarantäne blieb die Hertha ungeschlagen und holte acht Punkte. Am Mittwoch machten sich trotz kräftiger Rotation von Trainer Pal Dardai aber durchaus Verschleißerscheinungen bemerkbar. Amine Harit hatte Schalke in seinem 100. Bundesliga-Spiel in Führung gebracht (6.). Dedryck Boyata (19.) und Joker Jessic Ngankam (73.) bescherten der Hertha aber doch den ersten Auswärtssieg nach elf Spielen und beendeten diesbezüglich die längste Negativserie seit über 40 Jahren. Der Berliner Dodi Lukebakio sah in der 88. Minute Gelb-Rot.

          Plötzliche Angst bei Hertha

          Die Schalker, denen drei mit Corona infizierte Spieler sowie vier als Kontaktpersonen eingestufte Profis fehlten, stellten derweil gleich drei weitere Bundesliga-Rekorde auf. Debütant Blendi Idrizi (23) war bereits der 40. Spieler, der in dieser Saison eingesetzt wurde. Und die nun 30 Standard-Gegentore sind ebenso wie die 20 Gegentreffer durch Kopfbälle die meisten, die ein Team seit Einführung der Datenerfassung 2004 kassierte. Zudem wird der schlimmste Rekord immer realistischer. Nur mit zwei Siegen könnten die Königsblauen (13 Punkten) verhindern, als schlechtester Absteiger seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in die Bundesliga-Geschichte einzugehen. Bisher ist dies der SC Freiburg (18 in der Saison 2004/05).

          Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis hatte am Montag noch versprochen, dass sein Team auch nach dem Abstieg „nichts abschenken“ werde. Dann kamen die negativen Nachrichten aus der medizinischen Abteilung und letztlich fehlten den Schalkern 14 Spieler. Dennoch war die Startelf erstaunlich namhaft, gegenüber dem 2:4 am Samstag in Hoffenheim gab es nur drei Änderungen. Bei der dauerbelasteten Hertha waren es deren acht. In den vergangenen drei Spielen hat Dardai von 33 Positionen nun unglaubliche 25 verändert. Und auch den Berlinern fehlten unter anderem Jhon Cordoba, Matheus Cunha oder Sami Khedira.

          Der frühe Rückstand und die plötzliche Angst vor der Blamage nach dem Harit-Treffer saß den Berlinern in den Knochen. Doch 13 Minuten später köpfte der völlig ungedeckte Boyata nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt den Ausgleich. Das Spiel blieb zäh. Schalke hielt mit seinen Mitteln tapfer dagegen, die optisch klar überlegenen Gäste waren wenig zwingend und kreativ. Zudem stand der später verletzte Krzysztof Piatek bei seinem vermeintlichen Treffer im Abseits (26.).

          Nach dem Wechsel drängte die Hertha nun, lief aber wie bei einer Chance von Klaas-Jan Huntelaar (59.) auch Gefahr, den abermaligen Rückstand zu kassieren. Dardais Dreifach-Wechsel aus der 58. Minute zahlte sich aber aus, als der 20 Jahre alte Ngankam mit seinem zweiten Bundesliga-Tor das erlösende 2:1 erzielte.

          „Das war ein verdienter Sieg. Wir haben ein Tor aus dem Nichts bekommen, kommen zurück, machen das toll. Aber wir müssen das 3:1 machen“, sagte Hertha-Trainer Dardai, der sich nach dem Abpfiff noch Gelb wegen Meckerns abholte, bei Sky: „Ich habe meine Meinung gesagt, bekomme Gelb, das ist damit erledigt. Der Schiedsrichter hat meine Meinung nicht akzeptiert, wir sind Männer, alles gut. Das Leben geht weiter.“

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