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3:0 in Hoffenheim : Hertha siegt bei Labbadias Debüt

  • -Aktualisiert am

Sieg zur Premiere: Bruno Labbadia freut sich in Hoffenheim. Bild: AFP

Hertha BSC vertreibt im Geisterspiel die bösen Geister aus den vergangenen Tagen: Zur Premiere von Trainer Bruno Labbadia zeigen sich die Berliner effektiv.

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          Dafür, dass die Spieler von Hertha BSC unter ihrem neuen Trainer Bruno Labbadia bisher nur fünf Trainingseinheiten im vollen Mannschaftsformat absolvieren konnte, zeigte sich das Team des Tabellenelften nach verhaltenem Start beim ersten Geisterspiel der Berliner in der Bundesliga schon erkennbar zielstrebig. Anders als die TSG wusste der Hauptstadtklub ziemlich schnell, was er in diesem Duell am Samstagnachmittag wollte: alles.

          Und so gelang Labbadias Team nach all dem Theater um den Trainer-Egomanen Jürgen Klinsmann und dem skandalösen Video des alle Corona-Vorschriften ignorierenden und dafür suspendierten Ivorers Solomon Kalou ein vielversprechender 3:0-Sieg im Kraichgau durch Akpogumas Eigentor (58. Minute) und die Treffer von Ibisevic (60.) und Cunha (74.). Ein Erfolg, der nur selten in Frage stand, weil die Badener an ihre schwache Serie vor der Corona-Zwangspause anknüpften und zum siebten Mal nacheinander sieglos blieben.

          Bundesliga

          24 Minuten lang blieb Zeit, sich an den Sinsheimer Kammerton mit ein paar lautstarken Anweisungen des neuen Hertha-Trainers Labbadia zu gewöhnen, erst dann erwuchsen aus dem Spiel auch ein paar nennenswerte Actionszenen, bei denen die schneller ins Spiel findenden, griffiger anmutenden Herthaner im Vorteil waren. Der Brasilianer Cunha vor allem hätte die Berliner in Führung bringen können, als er allein vor Baumann am Hoffenheimer Schlussmann scheiterte (41.).

          Es war die größte Gelegenheit der ersten Hälfte, in der sich beide Teams erst einmal in die Wiederaufnahme des Spielbetriebs erster Klasse hineintasten mussten. Labbadia, der als vierter Trainer einer turbulenten Saison die Regie über die Berliner Mannschaft übernommen hat, munterte seine Spieler mehr auf als Alfred Schreuder seine Hoffenheimer. Die Badener wirkten nur ausnahmsweise zielstrebig, etwa als Bebou mit seinem Drehschuss an Torunarigha scheiterte (24.) und Baumgartner nach Kaderabeks Flanke zu zögerlich anmutete (28.).

          45 Minuten lang war es viel Frühsommerfußball, es gab nur wenige Szenen, die im Gedächtnis hängenblieben. Dass aber vor allem die Herthaner gewillt waren, konkret zu werden, belegten auch die drei Verwarnungen an die Berliner Pekarik (10.), Boyata (28.) und Grujic (40.). Zur Halbzeit musste Schreuder wechseln. Der nach Boyatas Foul angeschlagene Bebou wurde durch den 17 Jahre alten Maximilian Beier ersetzt, eins der großen Talente vom Hoffenheimer Campus. Wenig später besaß der Junior in seinem dritten Bundesliga-Einsatz die große Chance zum 1:0 (54.), schoss aber frei vorbei am Tor. Besser machte es auf der anderen Seite der ehemalige TSG-Mittelstürmer Ibisevic, der eine Minute darauf mit einem Flachschuss am besten Hoffenheimer, Torhüter Baumann, scheiterte. Für ihren Führungstreffer brauchten die Berliner wenig später die ungewollte Hilfe des Hoffenheimer Innenverteidigers Akpoguma, der Pekariks Volleyschuss von der Strafraumgrenze ins eigene Tor lenkte. Drei Minuten später nahm Labbadias Hertha-Premiere sehenswerte Konturen an, als Ibisevic, ein Torjäger der alten Schule, Plattenhardts perfekte Flanke per Kopf zum 2:0 veredelte. Die letzten Zweifler an einem Hertha-Sieg überzeugte schließlich Cunha mit seinem Schuss zum 3:0-Endstand.

          Damit war für alle, die am Fernseher zuschauten, wie für die Beteiligten im Sinsheimer Stadion klar, dass die Berliner nach der langen Saison-Unterbrechung nicht auf einem „Blindflug“ waren, wie Labbadia vermutet hatte. Vielmehr hielt die Mannschaft Kurs, als sie die Signale erst einmal auf Sieg gesetzt hatte.

          Ein guter Einstand also für den neuen Cheftrainer, der fast schon zu erwarten war. Schließlich ist Labbadia mit nun sieben Siegen gegen Hoffenheim der erfolgreichste aller Trainer in dieser Spezialkategorie.

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