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Herrlich Trainer in Leverkusen : „Heiko brennt“

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Ambitioniert: Heiko Herrlich Bild: dpa

Heiko Herrlich schafft seinen zweiten Aufstieg binnen einer guten Woche. Von Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg wechselt er zu Bayer Leverkusen. Erste Wahl war er nicht.

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          „Was lange währt, wird endlich gut!“ Michael Schade, der Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen, begann mit diesem Satz die Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Cheftrainers des Bundesliga-Zwölften. Ihm und Sportdirektor Rudi Völler war die Erleichterung, endlich den Nachfolger von Roger Schmidt und Tayfun Korkut präsentieren zu können, anzusehen. Schließlich hatte sich Völler in den zurückliegenden Wochen neben losen Kontakten zu anderen Kandidaten besonders intensiv um Lucien Favre (bleibt bei OGC Nizza) und Peter Bosz (inzwischen bei Borussia Dortmund) bemüht.

          So hatte Heiko Herrlich einst angefangen: bei Bayer Leverkusen am 6. Juli 1989. Bilderstrecke

          Am Freitag gelang den in der Saison 2016/17 enttäuschenden Rheinländern sogar ein kleiner Coup, da unter all den Namen, die mit der Werkself in Verbindung gebracht worden waren, der von Heiko Herrlich nicht war. Fait accompli gelungen – der 45 Jahre alte Fußballlehrer, mit Jahn Regensburg in die Zweite Bundesliga aufgestiegen, saß neben Völler und freute sich, dahin zurückgekehrt zu sein, wo seine Profilaufbahn 1989 begonnen hat.

          „Im Laufe der letzten zwei Wochen hat sich der Name Heiko Herrlich bei uns verfestigt“, sagte Völler, der sich die Relegationsspiele der Regensburger gegen seinen früheren Klub München 1860 im Fernsehen angeschaut und dabei festgestellt hat, dass der Erfolg der Oberpfälzer, die Herrlich im Jahr davor von der Regionalliga in die Dritte Liga führte, auf einem ansehnlichen Fußball beruhte.

          Der Weltmeister von 1990 überzeugte in seiner charmanten Art die Regensburger, bei denen Herrlich noch für ein Jahr im Wort stand, ihren Erfolgscoach gegen ein Leverkusener Gastspiel bei Jahn kurz vor dem Zweitligastart Ende Juli ziehen zu lassen, gekoppelt an das Versprechen, ein, zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs an den Aufsteiger abzugeben.

          In den Gesprächen mit Herrlich spürte Völler sofort, „dass Heiko brennt“. Mit ihm werde bei Bayer demnächst wieder „die Post abgehen“ in einem erstklassigen Kader, dessen Potentiale zuletzt allzu oft brach lagen. Der frühere Mittelstürmer Herrlich, der mit Bayer (DFB-Pokalgewinn 1993), Borussia Mönchengladbach (Pokalsieger 1995) und Borussia Dortmund (deutscher Meister 1996 und 2002, Champions-League- und Weltpokal-Gewinner 1997) Titel gewann und dazu fünfmal in der Nationalmannschaft spielte, wollte über seine Idee vom Fußball nicht allzu viel sagen. „Erfolgreich und begeisternd“ solle er sein, sagte der gebürtige Mannheimer.

          Ihm persönlich gelang also ein doppelter Aufstieg, an den sich seitens der Leverkusener eine hohe Erwartung knüpft: die Rückkehr ins vertraute internationale Geschäft.

          Was den Bundesliga-Rückkehrer persönlich kennzeichne, sagte der Mann, der im Herbst 2000 an einem Hirntumor erkrankte und den Krebs besiegen konnte, dann doch: „Ich war als Spieler selten ein Häuptling, eigentlich immer Indianer. Ich sehe mich als guten Beobachter und weiß, was eine gute Mannschaft ausmacht.“ Dabei gehe es ihm nicht darum „von oben herab zu bestimmen“, sondern die „Spieler abzuholen und mitzunehmen“.

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          Und noch etwas war ihm wichtig am Freitagmittag. Das eindeutige Bekenntnis, dass nicht der Einzelne, sondern „die Sache und der Verein im Vordergrund“ stünden. Eine Aussage, die nach den teils unruhigen Zeiten unter Roger Schmidt bei den Bayer-Bossen ziemlich gut ankam.

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