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Mainz 05 : Heidel verspricht Transparenz

In der Kritik: Mainz-Präsident Harald Strutz Bild: Wonge Bergmann

Mainz 05 hat nach Kritik an den Vergütungsregeln für Präsident Strutz Besserung angekündigt. Der Vorstand will schnell den Eindruck beseitigen, dass er etwas zu verbergen habe, sagte Manager Heidel.

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          Am Rosenmontag soll bei Mainz 05 erst einmal vieles zur Nebensache werden: Erstmals seit 2005 fährt die Bundesligamannschaft aus Anlass des 111. Jahrestags der Gründung des Klubs wieder beim Rosenmontagszug mit einem eigenen Wagen mit. Aus kaum nachvollziehbaren Gründen nutzt der Klub anders als der 1. FC Köln in der anderen Karnevalshochburg am Rhein die Bühne nicht Jahr für Jahr für eine rollende Imagekampagne. Der Vorstand hatte in der Vergangenheit meist Sorge, dass eine vorangehende Niederlage Anlass böte zu Spott und Häme.

          Wenn diese Entscheidung gegen alljährliche Narretei aus Bedenkenträgerei die einzige Sorge des Vorstands wäre, ginge es dem Tabellenachten in diesen Tagen sicherlich besser und die Stimmung an den närrischen Tagen wäre spätestens bei einem Auswärtssieg am Samstag (15.30 Uhr) beim Tabellenschlusslicht Hannover 96, der schon nach 20 Spieltagen auch letzte Abstiegssorgen so gut wie vertreiben würde, ungetrübt.

          So aber überlagert weiter die Ungewissheit bezüglich der Zukunft von Manager Christian Heidel die Gemütslage, zudem lenkt die Diskussion um die Vergütung von Präsident Harald Strutz von der starken Saison ab. Der Vorstand will in Kürze darüber beraten, wie er mit der in der F.A.Z. vorgebrachten Kritik von Sylvia Schenk umgehen wird.

          Die Compliance-Expertin von Transparency International hatte dringend empfohlen, dass der Verein seine Führungsstruktur und die Regelungen zur Vergütung des ehrenamtlichen Vorstands ändern müsse. „Das wird sicherlich ein Thema sein, dass wir intern zu besprechen haben, insbesondere, weil wir nicht den Eindruck erwecken wollen, dass wir was zu verbergen hätten“, sagte Heidel am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Hannover 96.

          Da Heidel selbst als Manager der Lizenzspielerabteilung als einziges Vorstandsmitglied satzungsgemäß auch Angestellter des Vereins ist, betreffe ihn die Diskussion indes nicht direkt. Heidel war als Vorstandsmitglied freilich bei der Abstimmung über Zuwendungen von monatlich 24000 Euro an Strutz für Verdienstausfall und eine Beratertätigkeit zugegen, wobei er sich enthalten haben soll, während ein Vorstandskollege die Zustimmung verweigert haben soll.

          Strutz kündigt neue Strukturen ab 2017 an

          Unterdessen meldete sich auch Strutz zu Wort. „Im alten Sinne des Begriffs ‚Ehrenamt’ kann ich die jetzige Diskussion nachvollziehen. Wir sind aber ein Bundesliga-Klub, kein Hasenzüchter-Verein. Mainz 05 hat sich zum mittelständischen Unternehmen entwickelt“, sagte Strutz der Bild-Zeitung. Dort deutete er auch an, dass nach seinen Vorstellungen zur Mitgliederversammlung 2017 ein hauptamtlicher Vorstand mit drei bis vier Mitgliedern und ein Aufsichtsrat installiert werden sollen, wie es die DFL ihren Klubs empfiehlt und wie es gängige Praxis in der Liga ist.

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          Der Landessportbund Rheinland-Pfalz gab derweil auf Nachfrage an, dass Strutz seine 1980 angetretene Tätigkeit als Justitiar bis zum Eintritt ins Rentenalter am 31. März mit einer halben Stelle und tarifgemäßer Bezahlung nach Entgeltgruppe E13, Stufe 5, also für monatlich rund 2500 Euro, ausübe. „Der Landessportbund gestattet Herrn Strutz, seine Tätigkeit für den LSB und die angeschlossenen Vereine und Verbände sowohl in der Geschäftsstelle des LSB als auch von seiner Kanzlei aus auszuüben“, heißt es. Strutz hatte also keine Anwesenheitspflicht auf der Geschäftsstelle und musste nicht nachweisen, wieviel Zeit er für die Tätigkeit investierte.

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