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Ein Jahr mit Hansi Flick : Eine Blamage als Glücksfall für den FC Bayern

  • Aktualisiert am

Ach du Schreck: Nach einem 1:5 in Frankfurt musste Niko Kovac als Bayern-Trainer gehen. Bild: Picture-Alliance

Vor knapp einem Jahr übernahm Hansi Flick den FC Bayern. 40 Siege in 44 Spielen gab es seitdem – und fünf Titel! Nun treffen die Münchner auf den Gegner, der einst den Trainerwechsel mit einem sensationellen Sieg auslöste.

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          Eigentlich müssten die Bosse des FC Bayern die Kollegen von Eintracht Frankfurt in der Allianz Arena mit einem riesigen Geschenkkorb begrüßen. Denn das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Vierten markiert am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) quasi den Jahrestag jenes Münchner 1:5-Debakels bei den Hessen, das sich im Nachhinein nicht als großes Unglück, sondern als Wendepunkt für den deutschen Fußball-Rekordmeister entpuppte.

          Bundesliga

          Der 2. November 2019 führte zum abrupten Ende der kurzen, mit dem Double verzierten Amtszeit von Trainer Niko Kovac. Dessen Assistent Hansi Flick übernahm. Und seitdem erleben die Bayern – mal abgesehen von der Corona-Krise – eine wunderbare Zeit mit Siegen am Fließband und gleich fünf Titeln in den ersten zwölf Monaten unter Flick. „Es war ein sehr erfolgreiches Jahr. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, wie die Mannschaft als Team zusammengewachsen ist. Es macht sehr viel Spaß, wenn eine so tolle Teamleistung auch so belohnt wird“, sagte der 55-Jährige am Freitag in einer persönlichen Bilanz.

          Das Triple sei aber nicht exklusiv sein Werk, betonte Flick: „Erfolg hat man nie alleine. Darum sehe ich das nie aus meiner Perspektive. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Als Cheftrainer steht man an vorderster Front, aber ich gebe das gerne ab. Denn es kann nie so erfolgreich sein, ohne dass alle an einem Strang ziehen.“ Karl-Heinz Rummenigge sieht trotzdem in Flick den Auslöser für den anhaltenden Höhenflug. „Als Hansi als Cheftrainer übernommen hat, war das ein Glücksfall für den FC Bayern“, sagte der Bayern-Chef erst kürzlich im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es war ein Effekt, als wenn einer das Licht wieder angeschaltet hätte.“

          Das Licht strahlte besonders hell beim Triple-Gewinn. Aber nach dem erklärbaren Stotterstart in die neue Spielzeit scheint das Münchner Starensemble vor der neuerlichen Kraftprobe mit den noch unbesiegten Frankfurtern wieder in der Erfolgsspur zu sein. Das machtvolle 4:0 gegen Atlético Madrid zum Auftakt der Champions League belegte diese Einschätzung. Von einem „Ausrufezeichen“ sprach Nationalspieler Leon Goretzka. Pressing, defensive Kompaktheit, gegenseitiges Coaching und die Gier nach Toren sind wieder da. „Wir haben Zeit gebraucht, wieder in den Rhythmus reinzukommen“, meinte Flick. Die Dominanz und die körperliche Präsenz erwartet er nun auch wieder im Liga-Alltag.

          Ein Jahr Flick liest sich in Zahlen so: 40 von 44 Pflichtspielen konnten die Bayern gewinnen. Dazu kommen ein Remis und nur drei Niederlagen; zwei davon datieren aus der Anfangsphase 2019. Flick hat mit Neuer – Alaba – Kimmich – Müller – Lewandowski eine funktionierende Achse geschaffen und beim Last-Minute-Shopping einen Kader erhalten, der nun auch für den sehr eng getakteten Spielplan gut bestückt ist. „Wir haben in der Breite genau das, was wir haben wollten: Eine Auswahl und mehr Optionen als vorher“, sagte Flick.

          Gegen Frankfurt kehrt Nationalspieler Leroy Sané nach vier Wochen Verletzungspause in den Kader zurück. Der Flügelstürmer sei aber „noch nicht von Anfang an eingeplant“, berichtete Flick. Vielleicht darf Neuzugang Douglas Costa mal beginnen. „Es ist unser Ziel, dass wir ihn auf hundert Prozent bekommen“, sagte der Trainer. Corentin Tolisso ist nach seiner Roten Karten in Bielefeld gesperrt. Und die Frankfurter? Sie rechnen eher nicht mit Geschenken. Trainer Adi Hütter äußerte am Freitag großen Respekt vor der Aufgabe in der zuschauerlosen Allianz Arena: „Die Bayern sind momentan für mich die beste Mannschaft der Welt. Und sie sind sehr gut in Schuss.“

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