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Flick zum FC Bayern : Hoeneß erfüllt den großen Wunsch von Kovac

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Hansi Flick (links) war lange der wichtigste Helfer von Bundestrainer Joachim Löw. Bild: dpa

Der FC Bayern rüstet nicht nur seinen Kader für die neue Saison auf. Im Trainerstab gibt es ebenfalls einen Neuzugang, der in München ein alter Bekannter ist. Und Uli Hoeneß erklärt, warum er Hansi Flick so schätzt.

          Bayern-Trainer Niko Kovac setzt beim FC Bayern München künftig auf die Unterstützung von Joachim Löws wichtigstem Helfer beim WM-Triumph von Rio de Janeiro. „Das war ein ausdrücklicher Wunsch von Niko Kovac“, sagte Präsident Uli Hoeneß am Sonntagabend in München zur Personalie Hansi Flick. Laut „Kicker“ erhält der langjährige Löw-Assistent beim FC Bayern einen Zweijahresvertrag. Beim Trainingsauftakt am 8. Juli soll der 54-Jährige bei den Münchnern dabei sein.

          „Das ist eine sehr gute Entscheidung, weil wir einen Mann brauchen, der mit der Jugend arbeitet und der integriert“, sagte Hoeneß. Flick wird Nachfolger von Routinier Peter Hermann, der die Bayern nach der Saison verlassen hatte. Flick kehrt dann nach rund 17 Monaten wieder ins Fußball-Geschäft zurück. Bis Februar 2018 war er bei 1899 Hoffenheim Geschäftsführer.

          Als Profi spielte er von 1985 bis 1990 beim FC Bayern. Er bringt also die in München gerade auch von Hoeneß so gerne gesehene Klub-Vergangenheit mit. Flick lief in 104 Liga-Partien auf und wurde mit den Münchnern viermal Meister. 1987 stand er im verlorenen Finale im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Porto (1:2) in Wien auf dem Platz.

          Als Trainer rückte Flick besonders an der Seite von Löw in den Fokus. 2006 holte ihn Löw von Red Bull Salzburg zum DFB. Er machte ihn zu seinem Assistenten, nachdem er selbst von diesem Posten kommend den Chef-Job von Jürgen Klinsmann übernommen hatte. Bis 2014 dauerte diese Aufgabenteilung an und wurde mit dem WM-Triumph in Rio de Janeiro gekrönt. Flicks Wirken hatte am vierten deutschen WM-Sieg wichtigen Anteil.

          Anschließend wurde Flick zum DFB-Sportdirektor befördert. Überraschend verließ er im Januar 2017 den Verband und gönnte sich eine Auszeit, bevor er im folgenden Sommer in Hoffenheim Geschäftsführer wurde. Dort hatte er von 2000 bis 2005 schon als Trainer gearbeitet. Ein Engagement in München hatte sich zuletzt abgezeichnet. Es gab nach „Bild“-Informationen auch ein Treffen mit Kovac, in dem es um die Zukunft des FC Bayern und die Kaderstruktur ging. Flick wird neben Robert Kovac, dem Bruder des Cheftrainers, ein weiterer Ko-Trainer. Für das Torwarttraining waren in der abgelaufenen Saison Toni Tapalovic und Tom Starke zuständig.

          Löw hatte Flick erst kürzlich gelobt und sich zu den Gerüchten um den Bayern-Job geäußert. Er könne sich „vorstellen, dass diese Rolle für Hansi interessant sein könnte“, sagte der Bundestrainer. Flick habe beim DFB „eine sehr gute Arbeit geleistet, außerdem hat er eine Bayern-Vergangenheit“, sagte Löw. „Er hatte eine gute Art und war bei den Spielern und Betreuern höchst akzeptiert. Vor allem aufgrund seiner Kompetenz und seines Umgangs mit Menschen.“ Er habe in der gemeinsamen Zeit bei der DFB-Elf immer gewusst, dass Flick „total loyal“ sei.

          Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff gratulierte zur Verpflichtung von Flick. „Das ist ein sehr smarter Move, dass sie Hansi verpflichten, weil er eine hohe sportliche Kompetenz hat, einen tollen Charakter hat und jemand ist, der unglaublich viel für das Team gibt“, sagte Bierhoff in Udine, wo er das abschließende EM-Gruppenspiel der deutschen U 21 verfolgt hatte.

          „Niko Kovac wird da einen absolut kompetenten, loyalen Ko-Trainer bei sich haben“, sagte Bierhoff, der den 54 Jahre alten Flick aus der gemeinsamen Zeit beim Deutschen Fußball-Bund gut kennt. Er erhoffe sich daher von der Personalie auch Vorteile für die Nationalelf, sagte Bierhoff. „Weil wir einfach jemanden haben, mit dem wir einen ganz guten Draht haben, mit dem wir uns gut austauschen können und wo ich weiß, dass dort unsere Spieler gut aufgehoben sind.“

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