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0:1 gegen Mönchengladbach : Hecking verwahrt sich gegen Hannover-Spekulationen

  • -Aktualisiert am

Siegesjubel: Borussia Mönchengladbach reichen eine durchschnittliche Leistung und ein Tor von Raffael. Bild: dpa

Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen: Hannover 96 verliert gegen Borussia Mönchengladbach wegen eigener Harmlosigkeit. Der Abstieg steht nahezu fest. Borussen-Kapitän Stindl droht eine lange Pause. Und sein Noch-Trainer Hecking spricht Klartext.

          Auf die bohrenden Fragen zu ihrer persönlichen Zukunft reagierten beide Trainer genervt. „Meine Zukunft ist überhaupt nicht wichtig“, sagte Thomas Doll. Er hat mit Hannover 96 acht Spiele in Serie verloren. „Mir gefällt nicht, dass man gleich zum Spekulationsobjekt wird“, meinte Dieter Hecking, dem gerade mit Borussia Mönchengladbach ein 1:0-Sieg in Hannover gelungen ist.

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          Dass es nach dieser Partie des 29. Spieltags herbe Worte zu hören gab, lag an kniffligen Konstellationen. Doll droht seinen Job im Sommer zu verlieren, weil der Abstieg von Hannover 96 kaum noch zu verhindern ist. Hecking wiederum stören die Gerüchte, dass er in einer neuen Rolle nach Hannover wechseln könnte. „Ich werde nicht Sportdirektor in Hannover und bleibe Trainer“, sagte der in Mönchengladbach nicht mehr erwünschte Chefcoach.

          Hannover spielt mit, ist aber zu harmlos

          Warum bloß ist Hannover 96 in dieser Saison so erfolglos und lässt gute Gelegenheiten konsequent liegen? Auch im Duell mit dem hohen Favoriten aus Mönchengladbach spielte der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga munter mit und kam zu hochkarätigen Chancen. Aber wieder einmal, und das beklagt Hannovers erfolgloser Cheftrainer Doll seit Wochen, fehlte in den wichtigen Spielszenen das nötige Können oder Glück. Auf der Gegenseite stellte Gladbach die höhere Spielintelligenz bei erschreckend wenig Torgefahr unter Beweis. Aber das reichte schon aus, um zu punkten, während Hannover 96 der zweite Abstieg innerhalb von drei Jahren bevorsteht.

          Diesen einen Moment, bei dem alle im Stadion mitgelitten haben, gab es leider auch zu beklagen. Schon in der 1. Spielminute war der Mönchengladbacher Kapitän Lars Stindl unglücklich mit Gegenspieler Matthias Ostrzolek zusammengeprallt. Er wurde mit dem Verdacht auf einen Schienbeinbruch ins Krankenhaus gebracht. Diese Personalie war vor 40 200 Zuschauern auch deshalb relevant, weil Stindl von 2010 bis 2015 für Hannover 96 gespielt hatte und bei den Fans des Vereins bis heute extrem hoch im Kurs steht. Seine schmerzhafte Verletzung brachte ihn auf bittere Weise um die Verlegenheit herum, einer alten Liebe wehzutun und zu deren Abstieg beizutragen. Anders herum war Mönchengladbach zu einer frühen Umstellung gezwungen. Hecking brachte Raffael für Stindl ins Spiel. Der Wechsel stellte sich nicht als Notlösung, sondern als gewinnbringend heraus.

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