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3:1 gegen Stuttgart : Hannover reicht die rote Laterne an den VfB weiter

  • -Aktualisiert am

Hannovers Bobby Wood (Mitte) bejubelt sein Tor zum 2:0 gegen den VfB Stuttgart mit Ihlas Bebou und Pirmin Schwegler (oben). Bild: dpa

Der erste Erfolg in dieser Saison ist gleich ein ganz wichtiger: Gegen den nun Tabellenletzten aus Stuttgart gewinnt Hannover nach einer starken ersten Hälfte. Für den VfB trifft der zwischenzeitlich blutüberströmte Gomez.

          Leihspieler: Das klingt wenig charmant. Für einen Neuzugang wie Bobby Wood, den sich Hannover 96 vom Hamburger SV ausgeborgt hat, ist das Ankommen bei einem neuen Verein kein Kinderspiel. Warum wollte ihn der HSV nicht mehr? Ist der nicht gerade aus der Bundesliga abgestiegen?

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          Wood hat die bestmöglichen Antworten auf solch gemeine Fragen gegeben. Flanke von Miiko Albornoz, Kopfballtor durch Wood: Aus diesem Muster wurde der 3:1-Heimsieg von Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart gestrickt und durch einen Treffer von Ihlas Bebou (90.) ergänzt.

          Die beiden Treffer des Amerikaners in der 30. und 45. Minute waren die Grundlage für den ersten Saisonsieg der Niedersachsen. Wood beendete eine anfängliche Krise im wahrsten Sinne des Wortes mit Köpfchen. Daran konnte vor 40.800 Zuschauern auch das Stuttgarter 1:2 durch Mario Gomez (50.) nichts ändern.

          „Wir genießen den Moment, aber wissen auch, dass das nur ein erster Schritt war. Jetzt ist der Tabellenanblick schon ein bisschen schöner. Die zwei Tore von Bobby Wood freuen mich natürlich für ihn“, sagte Hannovers Trainer Andre Breitenreiter. VfB-Kollege Tayun Korkut, dem Sportvorstand Michael Reschke nach der Partie das Vertrauen aussprach, war indes weniger begeistert: „Das war für uns ein deutlicher Rückschritt, das kann man nicht schönreden. Unser Konzept hat nicht funktioniert, das ist auch meine Verantwortung. Nach dem Anschlusstor hatten wir eine gute Druckphase, aber die erste Halbzeit war zu schlecht.“

          Das Schöne an der Übertriebenheit und Hektik in der Fußball-Bundesliga ist: Von einem Tag auf den anderen kann alles so schon viel schöner aussehen und sich besser anfühlen. Wer interessiert sich heute noch dafür, dass Hannover 96 vier Begegnungen in Folge verloren hatte? Der harte Kern der Fans sang schon nach dem 1:0, wohl an der Lust zur Übertreibung, das schöne Liedchen vom Europapokal.

          Volles Vertrauen, volle Unterstützung: So hatte Hannovers Präsident Martin Kind kurz vor dem Anpfiff erklärt, wie er die Situation für 96-Cheftrainer  Breitenreiter einschätzt. Aus vielfältigen voreiligen Entscheidungen auf der Position des Trainers und Sportdirektors soll sich eine Lernkurve ergeben haben. Dem eher schwachen Saisonstart sind die Verantwortlichen in Hannover mit Ruhe begegnet.

          Gezeichnet vom Spiel: Stuttgarts Angreifer Mario Gomez spielte trotz Platzwunde weiter und erzielte dabei den Anschlusstreffer.

          Stuttgarts Cheftrainer Tayfun Korkut dürfte sich vor der Halbzeitpause gewundert haben, wie wenig Zugriff sein Team auf die Partie und gegnerische Flanken bekam. Wohl auch deshalb durfte Innenverteidiger Holger Badstuber nach der Halbzeitpause nicht mehr mitspielen.

          Ein Lichtblick im Stuttgarter Team blieb ein tapferer Stürmer. Gomez hatte seit der 34. Minute nach einem schmerzhaften, blutigen Zusammenprall mit einem Kopfverband gespielt. Dass er trotzdem rannte und traf, war am Ende ein schwacher Trost für den harmlosen VfB-Auftritt. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses sind die Schwaben nun Tabellenletzter, hinter Düsseldorf und – Hannover.

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