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Unentschieden gegen Wolfsburg : Hannovers eiskalte Eleganz

  • -Aktualisiert am

Ein Spiel für Kämpfertypen: Der Wolfsburger Joshua Guilavogui und der Hannoveraner Miiko Albornoz kommen sich im Duell um den Ball näher. Bild: Reuters

Hannover 96 bleibt auch am dritten Bundesligaspieltag ungeschlagen. Harnik trifft im Niedersachsen-Derby mit der Hacke zum 1:1 in Wolfsburg. Mario Gomez muss verletzt vom Platz.

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          Wolfsburg. Der Geniestreich des Tages hatte eine merkwürdige Wirkung. Es wurde erstaunlich still in einem Stadion, in dem der VfL Wolfsburg lange Zeit auf seinen ersten Heimsieg in der neuen Saison hoffen durfte. War das gerade wirklich ein Tor mit der Hacke? Stand der nicht mit dem Rücken zum Tor? Was Martin Harnik in der 75. Minute mit dem Ball für Hannover 96 vollbrachte, war eine große List und warf bei den Zuschauern jede Menge Fragen auf.

          Sein kurioser Treffer, den er in der Tat mit dem Rücken zum Tor erzielt hatte, ermöglichte Hannover ein 1:1 im Niedersachsen-Derby der Fußball-Bundesliga. Daniel Didavi hatte Wolfsburg in der 52. Minute mit einem Freistoß in Führung gebracht. Aber dann kam eben dieser eine Moment, der alle ins Staunen versetzte.

          Es klingt grundsätzlich nach einem guten Plan, wenn der VfL Wolfsburg nach einer völlig misslungenen Saison 2016/17 vorhat, in der aktuellen Spielzeit wieder mehr Torgefahr zu entwickeln. Um Mario Gomez herum soll eine neue Offensive greifen, die die Abhängigkeit von den Treffern des Nationalspielers reduziert und die Verunsicherung des Gegners maximiert.

          Im Duell mit dem Aufsteiger aus Hannover hatte es Wolfsburgs Cheftrainer Andries Jonker mit einer Ergänzung zu Gomez versucht. Der Belgier Divock Origi, erst kurz vor dem Ende der Transferperiode vom FC Liverpool ausgeliehen, durfte gleich sein Können beweisen. Die Versuche auf Wolfsburger Seite, den Kollegen gut zu integrieren, waren jedoch von wenig Erfolg gekrönt. Und als Gomez in der 40. Spielminute verletzt vom Platz humpelte, um ausgewechselt zu werden, wurden sowieso wieder alle Spielstrategien über den Haufen geworfen.

          Mario Gomez verletzt sich im Niedersachsenderby gegen Hannover 96.
          Mario Gomez verletzt sich im Niedersachsenderby gegen Hannover 96. : Bild: Reuters

          Das bissige Duell zwischen zwei niedersächsischen Klubs, die wirtschaftlich wie zwischenmenschlich wenig gemeinsam haben, hatte sich mit zunehmender Spieldauer zu einer echten Denksportaufgabe entwickelt. Wieso eigentlich sollte Hannover nach dem erfolgreichen Saisonstart mit zwei Siegen mehr als nötig riskieren? Und wie bitte schön bestreitet man als VfL Wolfsburg ein Heimspiel gegen einen aufmüpfigen Rivalen, der erst einmal nicht verlieren möchte und sich mehrheitlich in der eigenen Spielhälfte einigelt?

          Aus solchen Konstellationen entwickeln sich selten besonders schöne Spiele. Bis auf eine frühe Torchance für Hannovers Brasilianer Jonathas und eine knifflige Szene mit Gomez, in der er sich verletzte, hatte die erste Halbzeit vor 27321 Zuschauern so gut wie keine Hingucker zu bieten. Erst nach Didavis Führungstreffer kam mehr Bewegung in eine Partie, die nach harter Arbeit aussah und so manchen Hauptdarsteller in konditionelle Grenzbereiche brachte.

          Der Versuch von Hannover 96, sich mit Hilfe von klugen Transfers, Investitionen von rund 17 Millionen Euro in Zugänge und einem guten Teamgeist wieder in der Liga zu etablieren, schaut ordentlich aus. Angesichts einer eher defensiven Personalpolitik war die Mannschaft von André Breitenreiter vor der Saison als potentieller Absteiger eingestuft worden. Was es aber ausmacht, wenn ein Team nur bedingt verändert wird und zudem noch ein gutes Miteinander entwickelt, bekamen am dritten Spieltag auch die Wolfsburger zu spüren. „Wir funktionieren als Einheit sehr gut“, befand Breitenreiter schon vor dem Anpfiff.

          Er sollte mit dieser Einschätzung Recht behalten, weil sich seine Spieler trotz eines Rückstands nicht beirren ließen. Der Ausgleichstreffer von Harnik war allerdings durch individuelle Fehler der Wolfsburger Defensivspieler Felix Uduokhai und Yannick Gerhardt entstanden. Und er sorgte in der Folge für weiteres Durcheinander in Wolfsburgs Hintermannschaft, das sogar den einen mageren Punkt für den VfL in Gefahr brachte. Während die Elf von Jonker nach dem Schlusspfiff grübelte, was soeben schiefgelaufen war, freute sich der Konkurrent aus Hannover darüber, als Aufsteiger auch nach drei Spieltagen immer noch ungeschlagen zu sein.

          Zweikampf im Niedersachsenderby.
          Zweikampf im Niedersachsenderby. : Bild: dpa

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