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Hannover-96-Kommentar : Fest der Hiebe

  • -Aktualisiert am

Keine Schonung an Weihnachten: Hannovers Trainer Mirko Slomka Bild: dpa

Hannover 96 lässt seinen Trainer ziemlich dumm aussehen. Es scheint abgemacht, dass Mirko Slomka fliegt - nach Weihnachten. Bei der Kommunikation einer Trennung ist jede Menge Luft nach oben.

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          Die Frage ist, ob man in der Weihnachtszeit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl als sonst zeigen soll. Mehr Einfühlungsvermögen. Sogar bei Trainern aus der Fußball-Bundesliga. Oder ob das naiv ist, und die Welt sich nun mal weiter dreht. Der Kollege aus dem Büro nebenan sagt, sogar Kriege gingen über die Festtage leider weiter, da könne man nichts machen, auch wenn es bitter sei.

          Übertragen auf den Fußball bedeutet das: Mirko Slomka kann an Weihnachten keine Schonung erwarten. Dass er von seinem Verein Hannover 96 gerade vorgeführt wird, als sei nicht etwa Weihnachten, sondern irgendein anderer Tag im Jahr, an dem es auf ein paar Gemeinheiten mehr oder weniger nicht ankommt – Trainerschicksal.

          Dabei ließe sich auch ohne allzu große Erwartungen an die friedensstiftende Wirkung besinnlicher Feiertage bemängeln, dass Hannover 96 seinen Trainer gerade ziemlich dumm aussehen lässt. Es scheint abgemacht, dass Slomka fliegt. Die finale Demontage ist in vollem Gange, wie die Kommentare aus diesem Klub in sportlicher Not zeigen. Der Präsident Martin Kind sagte am Montag, zwei Tage nach dem 1:2 der Niedersachsen beim SC Freiburg, der Zustand der Mannschaft sei „eine Zumutung“.

          Bedeutet wohl: Slomka, dem vor allem die schwarze Serie von acht Niederlagen in acht Auswärtsspielen dieser Bundesliga-Hinrunde vorgehalten wird, habe versagt. Kind sagte außerdem, er habe 96-Manager Dirk Dufner gebeten „Namen aufzuschreiben und Profile“. Von potentiellen Nachfolgern natürlich.

          „Das schließe ich aus“

          Ergo: Slomka, der seit Montag im Weihnachtsurlaub ist, muss gehen, sobald ein neuer Trainer gefunden ist. Dass er beim Scheitern der Suche noch ein Gnadenbrot in Hannover bekommt, ist unwahrscheinlich. Wer einen neuen Trainer haben will, der findet auch einen. Es sind genügend auf dem Markt. Schließlich sagte Kind, angeblich milde gestimmt: „Vor Weihnachten wird nichts passieren. Das schließe ich aus.“ Dann eben danach, und das mit ziemlicher Sicherheit.

          Das ist vordergründige Schonung der schönen Feiertage wegen und größtmögliche Beschädigung in einem. Lassen wir mal Weihnachten aus dem traurigen Spiel: Aber da ist bei der Kommunikation einer Trennung jede Menge Luft nach oben. Vielleicht wird Slomkas Nachfolger ja mal davon profitieren, dass sie genutzt wird.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

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