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Nach dem 0:1 im Nordderby : In Hamburg lassen sie die Köpfe hängen

  • Aktualisiert am

Auch Matthias Ostrzolek und Artjoms Rudnevs (r.) wissen nicht mehr weiter Bild: AFP

Beim HSV macht sich Verzweiflung breit: Auch nach dem Trainerwechsel bleiben die Hamburger Tabellenletzter – und geben nur wenig Anlass zur Hoffnung auf Rettung. Ob Bruno Labbadia weiß, worauf er sich eingelassen hat?

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          René Adler klang nach der Derby-Niederlage reichlich verzweifelt. „Wir brauchen auch mal Glück“, sagte der Torhüter des Hamburger SV nach dem 0:1 (0:0) bei Werder Bremen. Auch der vierte Trainerwechsel der Saison hat nicht geholfen. Auch mit Bruno Labbadia bleibt das Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga Tabellenletzter und steht vor dem erstmaligen Fall in die 2. Liga.

          Es gibt nicht viel, was den HSV-Fans Hoffnung gibt. Die Hamburger spielten in Bremen kompakter und aggressiver, doch das allein wird nicht reichen, um den Abstieg zu verhindern. Sie hätten „als Team gearbeitet“, wie Adler zu Recht befand. Nur nach vorne geht aber weiter nichts. Seit 586 Minuten hat der HSV kein Tor geschossen, und auch in Bremen waren die Angriffsbemühungen kläglich.

          „Wir können nicht alles verändern“

          „Ich kann mit den fast 600 Minuten nichts anfangen“, antwortete Labbadia auf die Frage nach der andauernden Offensivschwäche. Aber auch der zurückgekehrte Coach musste feststellen: „In diesem Spiel haben wir keine Riesenmöglichkeiten gehabt.“ Er sehe „natürlich, was fehlt“, sagte der ehemalige Stürmer: „Doch wir können nicht alles verändern.“ Labbadia war nicht entgangen: „Was gefehlt hat, waren in der Offensive die richtig klaren Entscheidungen im richtigen Moment.“ Pierre-Michel Lasogga, in der Vorsaison mit seinen Toren noch der Retter, blieb wirkungslos.

          Der neue Schwung durch einen neuen Trainer droht schnell zu verpuffen. Labbadia gab sich große Mühe, Optimismus zu verbreiten. Gründe dafür gab es aber eigentlich nicht. „Ich kann nur sagen, dass ich daran glaube“, versicherte der Coach. Er spüre, „dass die Mannschaft alles versuchen wird“. Das es „schwer wird, ist ganz normal“.

          Weiß er, auf was er sich eingelassen hat? HSV-Trainer Labbadia

          Labbadia gab das Motto für die nächsten Tage aus. „Man darf nur kurz enttäuscht sein“, betonte der Rückkehrer auf der HSV-Bank: „Man darf nicht lange hadern. Die Zeit haben wir nicht.“ Zu allem Überfluss fehlen dem Coach in der nächsten Partie gegen Augsburg die gesperrten Valon Behrami und Lewis Holtby. „Wir müssen sie ersetzen und werden das tun“, sagte der Coach: „Wir werden eine Mannschaft aufs Feld bringen, die gewinnen will.“ Doch auch auf die Frage wie es nun weiter gehe mit dem HSV fanden die Profis keine Antworten: „Ich kann die Fragen nicht mehr hören“, schimpfte Heiko Westermann nach der Niederlage – um dann forsch anzukündigen: „Nächste Woche geht’s weiter. Dann werden wir gegen Augsburg gewinnen.“

          Auch abseits des Spielgeschehens gaben am Sonntag einige Ereignisse Anlass zur Besorgnis:Am Rande des Nordderbys wurden mehrere Menschen bei Ausschreitungen verletzt. Drei Polizisten sowie eine noch unbekannte Zahl an Fans und Randalierern mussten am Sonntag behandelt werden, wie die Polizei Bremen mitteilte. Zur genauen Anzahl der Festnahmen und verletzten Menschen konnte die Polizei am Montagmorgen allerdings noch keine Angaben machen. Eine detaillierte Auswertung folge im Laufe des Tages, sagte ein Sprecher. Darüber hinaus wurden wegen Raubes, Körperverletzung und Sachbeschädigung mehrere Strafanzeigen aufgenommen.

          Die Polizei war bei dem als Risikospiel eingestuften Nordderby mit etwa 1000 Beamten im Einsatz. Bereits bei der Anreise am Bremer Hauptbahnhof kam es zu Ausschreitungen von HSV-Anhängern. Schon im Bahnhof zündeten Hamburger Fans vereinzelt Pyrotechnik. Bei einer verabredeten Auseinandersetzung zwischen ewa 50 bis 60 Hamburgern und 120 Bremern im „Gleisdreieck“ schritt die Polizei mit Schlagstöcken und Pfefferspray ein. Die Hamburger erhielten ein Platzverbot für ganz Bremen und wurden zurück zum Bahnhof geschickt, einige Bremer durften sich dem Stadionumfeld nicht nähern.

          Schon vor der Partie hatte die Polizei angekündigt, der Deutschen Fußball Liga (DFL) erstmals einen Gebührenbescheid in Höhe von rund 300 000 Euro zuzustellen. Die DFL und Werder lehnten das bislang ab.

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