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0:3 gegen Frankfurt : Gisdols Heimpremiere geht gänzlich schief

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Erst ein Eigentor und nach dem Platzverweis der Total-Einbruch: In Unterzahl bietet der HSV bei Markus Gisdols Heimpremiere eine finstere Vorstellung. Bei der Eintracht läuft es dagegen immer besser.

          3 Min.

          Die Frankfurter Eintracht kommt ihrem Saisonziel Klassenverbleib sehr schnell sehr nahe. Nach dem 3:0-Auswärtssieg über den HSV am Freitagabend hat die Mannschaft von Trainer Niko Kovac schon 14 Punkte gesammelt. Das bedeutet bis zum Anstoß der Samstag-Spiele der Fußball-Bundesliga sogar Platz vier. Die Leistung der Frankfurter war aber lange Zeit nicht dazu angetan, berechtigte Hoffnungen auszulösen, in diesen Tabellenregionen zu bleiben. In einer äußerst zähen und über weite Strecken unansehnlichen Partie benötigte die Eintracht ein Eigentor von Holtby (35. Minute), um in Führung zu gehen. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Diekmeier (55.) fiel der HSV allerdings auseinander, und die Frankfurter nutzten zwei ihrer zahlreichen Konter durch Tarashaj (60.) und Seferovic (69.)

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Eintracht-Trainer Kovac hatte am Tag vor dem Spiel angekündigt, in der anstehenden „englischen Woche“ sein Team rotieren zu lassen. Dass er schon in der ersten Begegnung damit beginnen würde, überraschte; dass es Alex Meier traf, der aus der Startformation gestrichen wurde, überraschte noch mehr. Zum ersten Mal seit über zwei Jahren verzichtete ein Eintracht-Trainer freiwillig auf den Einsatz seines Mannschaftskapitäns und Torjägers. Damals, zu Beginn der Saison 2014/15, war Thomas Schaaf noch über die Qualitäten Meiers im Zweifel gewesen. Kovac weiß, was er an seinem Mittelstürmer hat. Aber wenn er ihn schonen will, dann tut er das am besten in einem Auswärtsspiel und gegen einen Gegner, der das Spiel in zahllose Zweikämpfe aufsplittet. Wie zum Beispiel der HSV. Den Hanseaten bleibt nicht viel anderes übrig angesichts der eklatanten spielerischen Schwächen, die ihn beuteln. Zwei Tore haben die Hamburger in dieser Saison bisher erzielt, nach der ersten Halbzeit erschloss sich jedem, wieso die Trefferquote so erbärmlich ist. Ohne Torchance trifft sich schlecht.

          Markus Gisdol bei seiner Heimpremiere Bilderstrecke
          Markus Gisdol bei seiner Heimpremiere :

          Die Eintracht kontrollierte die erste Halbzeit die Begegnung, solange der Ball in der eigenen Hälfte herumsprang. Eine Mischung aus eigener Zweikampf- und Laufstärke und völliger Hamburger Ideenlosigkeit führte dazu, dass Torwart Hradecky einen beschaulichen Abend erlebte. Einmal irritierte ihn Kollege Abraham, was aber zu keinerlei Schaden führte, dann rutschte der frühere Mainzer Nicolai Müller in aussichtsreicher Position weg, und schließlich zeigte Vallejo seine ganze jugendliche Cleverness. Der 19 Jahre alte Spanier holte den enteilten Halilovic gerade noch ein und antizipierte dann dessen Versuch, ihn auszuspielen. Das war es auch schon an Hamburger Herrlichkeit.

          Die Eintracht hatte in der Offensive nicht wesentlich mehr zu bieten. Gacinovic gelangen ein paar Dribblings, Fabian verfehlte mit einem Weitschuss nur knapp das Ziel, aber meistens agierten die Frankfurter zu unpräzise und zu ungeschickt. Ihnen unterliefen zahlreiche falsche Entscheidungen, wenn es galt, Raum und Zeit zu nutzen, um einen Konter zu entwickeln. Aber zum Frankfurter Glück nahm ihnen der HSV auch noch die Arbeit ab, ein Tor zu erzielen. Namentlich war es der frühere Nationalspieler Lewis Holtby. Der Mittelfeldspieler leistete sich einen Fehlpass, der Fabian auf dem rechten Flügel in Position brachte. Hrgotas Hereingabe hätte Gacinovic sicher zum 1:0 verwertet, aber Holtby kam ihm noch zuvor und spitzelte den Ball ins eigene Tor, nachdem er schon die Vorbereitung übernommen hatte.

          In der zweiten Halbzeit wollte die Eintracht das Geschenk zurückgeben. Mit zahlreichen Abspielfehlern baute sie den HSV ein bisschen auf. Deren Trainer Gisdol witterte eine Chance und setzte alles auf eine Karte. Er brachte den früheren Eintracht-Stürmer Waldschmidt in der 55. Minute für Innenverteidiger Spahic. Eine Minute später hatte sich die Maßnahme indes schon als Fehlentscheidung herausgestellt. Außenverteidiger Diekmeier sah wegen eines Fouls an Oczipka die Gelb-Rote Karte. Der HSV war nun nicht nur in Unterzahl, sondern in dieser Formation völlig aus der Balance. Es dauerte nur vier Minuten, bis Tarashaj, dem bis dahin nichts gelungen war, einen Konter über Fabian mit dem 2:0 abschloss. Danach spielten sich die Frankfurter Torchancen fast im Minutentakt heraus. Der für Tarashaj eingewechselte Seferovic erhöhte in der 69. Minute auf 3:0. Damit ließ es die Eintracht genug sein, sie begnügte sich bis zum Schlusspfiff, das Ergebnis gegen absolut zweitklassige Hamburger zu verteidigen. In dieser Verfassung ist der HSV erster Abstiegskandidat.

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