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Saisonfinale der zweiten Liga : So kämpfen Werder und der HSV um den Aufstieg

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Beste Ausgangslage: Niclas Füllkrug und Werder Bremen benötigen gegen Regensburg nur einen Punkt für den direkten Wiederaufstieg. Bild: dpa

Das Aufstiegsrennen in der zweiten Bundesliga ist offen: Darmstadt lauert, zwei Nordklubs haben beste Karten. Doch Werder stand schon einmal dumm da – und der HSV muss eine Hiobsbotschaft verdauen.

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          Worte der Wertschätzung in Richtung Hamburger SV, Sympathie womöglich für den Nordrivalen? Nicht bei Ole Werner. „Darüber mache ich mir herzlich wenig Gedanken. Wir versuchen, unser Bestes zu geben und unseren Teil dazu beizutragen, dass wir zu den Gewinnern in diesem Aufstiegskampf gehören. Das ist alles, worauf ich mich konzentriere“, sagt Werder Bremens Trainer auf die Frage, ob es nicht schön wäre, beide Traditionsklubs wieder in der Bundesliga zu haben. Es ist ohnehin schwer, Werner etwas zu entlocken, das über das Kerngeschäft hinausgeht – in diesen Tagen ist es unmöglich.

          Noch fokussierter, noch konzentrierter leitet der Cheftrainer des SV Werder seine Profis vor dem großen Saisonfinale am Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky) an. Er hat gemerkt, was geschieht, wenn Spieler und Mannschaften in dieser faszinierend engen zweiten Liga nur ein wenig nachlassen – alles war bereit am Freitag vor zwei Wochen für den ganz großen Schritt zur Meisterschaft im Unterhaus, zum Aufstieg.

          2. Bundesliga

          Doch dann verloren die Grünweißen nach einer 2:0-Führung mit 2:3 gegen Werners langjährigen Klub Holstein Kiel. Weil am gleichen Spieltag Schalke, Darmstadt und der HSV gewannen, stand Werder plötzlich dumm da. Den Gegner unterschätzt? Bestimmt nicht.

          Eher der Leistungsdichte zum Opfer gefallen – wie Darmstadt eine Woche später in Düsseldorf. Und selbst, als die Bremer am vergangenen Spieltag 3:0 beim Absteiger Aue siegten, waren ihre Schwierigkeiten für jede und jeden sichtbar.

          Weil in diesem spannenden Aufstiegsrennen dem jeweiligen Favoriten die Knie schlottern, kann jeder Gegner zum Stolperstein werden. Es ist wesentlich leichter, sich einen tabellarischen Vorsprung zu erkämpfen, als ihn in den entscheidenden Wochen zu behaupten.

          2. Bundesliga

          Die Chancen des Nordrivalen spielen für Ole Werner auch deshalb keine Rolle, weil es ein Fernduell mit klaren Bremer Vorteilen ist. Nur noch einen Punkt brauchen die Grünweißen am Sonntag im Weserstadion gegen Jahn Regensburg, dann hätte Werder den Betriebsunfall vom Mai 2021 repariert und kehrte nach nur einem Jahr ins Oberhaus zurück – mit viel erstligatauglichem Personal.

          Denn bei allem Wechsel im Kader hat Sportvorstand Frank Baumann einer Gruppe vertraut, die jede Menge-Bundesligaerfahrung besitzt. Aber erst Ole Werner entlockte den Bremern ab November die wahre Leistungsfähigkeit, nicht zuletzt, weil er erkannte, dass der 38-Tore-Sturm Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug wunderbar harmoniert.

          Während in Bremen die große Zuversicht herrscht und die Fans davon ausgehen, dass Werder seine letzte Saisonaufgabe erfüllt und neben dem FC Schalke 04 als zweiter Verein aufrückt, wächst auch in Hamburg etwas.

          Etwas misstrauisch ist die große Anhängerschaft schon noch; zu viel ging in den vergangenen Jahren schief. Aber seit Trainer Tim Walter mit dem Satz „Wir wollen aufsteigen“ allen im Verein und Umfeld Mut zusprach, versammeln sich Fans und Verantwortliche hinter dem Coach und folgen ihm.

          32 Spieltage lang hatte Walter nur davon gesprochen, nicht auf die Tabelle schauen zu wollen. Er hatte stattdessen die Entwicklung des jungen, vergleichsweise günstigen Teams in den Vordergrund gerückt – und die Rückschläge eingepreist. Das wollte nach dem 0:1 in Kiel vor vier Wochen aber keiner mehr hören.

          Die nächste Zweitligasaison schien gebucht, die fünfte. Doch vier Siege und eine ungewohnte Robustheit im Umgang mit Nervenflattern haben den HSV auf Platz drei springen lassen – von wo aus er am Sonntag beim FC Hansa Rostock das bestmögliche machen will.

          „Da ist riesen Vorfreude“

          Und anders als sonst scheint diesmal keine Versagensangst die Beine zu lähmen. „Da ist riesen Vorfreude, dass wir am letzten Spieltag noch die Chance haben, etwas zu reißen und möglicherweise aufzusteigen oder zumindest in die Relegation zu kommen“, sagt Stürmer Robert Glatzel, der mit seinen 21 Treffern die Hamburger Hoffnungen am Leben gehalten hat.

          Schwer ins Gewicht fiel Mitte der Woche allerdings, dass sich Anssi Suhonen im Training das Wadenbein brach. Der junge Finne hatte das HSV-Mittelfeld zuletzt mit Tempo, Energie und Spielwitz ins Rollen gebracht und steht ganz nebenbei auch für den neuen Weg der Hamburger, jungen Profis eine ernst gemeinte Chance zu geben.

          Wie auch immer: Ein Sieg in Rostock, und der HSV würde am Donnerstag und Montag in der Relegation gegen Hertha BSC spielen, den Drittletzten der Bundesliga. Sollte Werder verlieren und Hamburg gewinnen, könnte der HSV sogar den direkten Aufstieg bejubeln.

          Sollten beide patzen, käme auch der Viertplatzierte aus Darmstadt zurück in die Verlosung. Trainer Torsten Lieberknechts „Lilien“ sind Vierter und müssen den SC Paderborn besiegen – und auf Ausrutscher beider Nordklubs hoffen.

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