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Hamburger SV : Neue Chancen mit van Marwijk

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Im Fokus: Bert van Marwijk Bild: dpa

Bert van Marwijk gilt als nicht nachtragend. Zumindest beschreibt ihn sein Landsmann Raphael van der Vaart so. Der neue Trainer will beim Hamburger SV vier aussortierte Spieler wieder integrieren.

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          Mit einer gehörigen Portion Schmeichelei steigt Bert van Marwijk beim Hamburger SV an Bord: „Wenn alles normal liefe, müsste der HSV um Platz eins bis sechs spielen“, sagte der Niederländer: „Nun müssen wir so schnell wie möglich wegkommen da unten. Das hier ist auch eine Herausforderung“, sagte der 61-Jährige bei seiner Vorstellung am Mittwoch im Volkspark.

          Er sei kein Trainer, der Druck von den Profis wegnehmen wolle, aber der Druck dürfe nicht unmenschlich werden: „Ich kenne die Situation, sie wird nicht einfach“. Der ehemalige Bondscoach erhält beim Tabellen-16. als Nachfolger von Thorsten Fink, von dem sich die Hanseaten in der Vorwoche nach fast zwei Jahren getrennt hatten, einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison. Er soll rund 1,4 Millionen Euro pro Jahr verdienen.

          Der neunte HSV-Coach in zehn Jahren will den vor Saisonbeginn aussortierten Spielern Slobodan Rajkovic, Robert Tesche, Michael Mancienne und Gojko Kacar möglicherweise wieder eine Chance bei den Profis geben. Er werde mit allen vier Spielern persönliche Gespräche führen, erklärte HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer. Vorgänger Fink hatte zumindest Rajkovic und Mancienne eine Rückkehr offenhalten wollen, doch da hatte Kreuzer noch sein Veto eingelegt. Das Quartett sollte sich nur fithalten, um dann im Winter verkauft zu werden.

          Nicht durchsetzen konnte sich der neue Fußballlehrer am Volkspark in der Personalie Andreas Möller, doch abgehakt hat er eine Zusammenarbeit mit dem Welt- und Europameister noch nicht: „Ich hätte Andy gern dabei gehabt, aber der Verein hat gesagt, das geht im Moment nicht.“

          Fink: „Mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen“

          Der entlasse Trainer hat unterdessen eingeräumt, dass er mit seiner Beurlaubung nicht wirklich gerechnet habe und deswegen sogar ein paar Tränen verdrückt hatte. „Ja klar, ich war sehr emotional. Leichte Tränen gab es“, berichtete der 45-Jährige der „Sport Bild“ von seinem Abschied in der HSV-Kabine in der vorigen Woche: „Ich habe diese Truppe gemocht, und die Truppe mochte mich.“

          Als sich Kreuzer bei ihm angekündigt hatte, habe Fink noch gedacht, es ginge um die Vorbereitung auf das bevorstehende Bremen-Spiel. „Als wir uns in München trafen, sagte er, er müsse die Reißleine ziehen. Er redete 20 Minuten. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen“, so Fink, der weiterhin überzeugt davon ist, dass er trotz des Fehlstarts die gesteckten Ziele erreicht hätte.

          Van der Vaart: „Der Coach ist null nachtragend“

          Der niederländische Kapitän Rafael van der Vaart äußert sich derweil überzeugt davon, dass sein Landsmann van Marwijk den HSV zum Erfolg führen wird. „Mit seiner konzentrierten, ruhigen, souveränen Art wird er alle überzeugen. Er ist stets kontrolliert, strahlt das auch immer aus. Van Marwijk ist eine super Trainerwahl“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

          Dass er selbst während der Europameisterschaft 2012 mit dem damaligen Nationaltrainer im Clinch gelegen hat, bestreitet der Mittelfeldspieler nicht. „Ich hatte mich über Entscheidungen des Trainers geärgert. Vielleicht fehlte es mir in den Situationen an diplomatischem Geschick“, räumte er ein. Ihm hatte der Bondscoach damals Wesley Sneijder auf der Spielmacherposition vorgezogen. Neue Probleme erwartet der 30-Jährige aber nicht: „Alle Konflikte wurden sofort ausgeräumt. Der Coach ist null nachtragend.“

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