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Hamburger SV : Ende der Zusammenarbeit mit Investor Kühne

  • Aktualisiert am

Wenig Lust auf Einmischung: Die HSV-Fans Bild: AFP

Schnelles Ende eines angeblich zukunftsträchtigen Projekts: Der HSV-Vorstand hat die Zusammenarbeit mit dem privaten Sponsor Michael Kühne vorerst beendet. Der Milliardär wird sich nicht an weiteren Spielertransfers beteiligen. Der Schritt folgt auf die Einmischung des Gönners in die Transferpolitik des Vereins.

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          Die Kooperation zwischen dem Hamburger SV und Investor Klaus-Michael Kühne hat ein rasches Ende gefunden. Zwar hält der in der Schweiz lebende Hamburger Milliardär seine inzwischen auf 12,5 Millionen Euro angewachsene Finanzspritze für den Verein aufrecht, zu weiteren Beteiligungen an Spielertransfers wird es aber aller Voraussicht nach nicht kommen. Ursprünglich wollte er 15 Millionen Euro geben. „Der Vertrag mit Herrn Kühne ist damit erfüllt und abgearbeitet“, sagte HSV- Aufsichtsratschef Horst Becker am Donnerstag.

          Dabei wurde in der Hansestadt auch beschlossen, dass sich der Logistik-Unternehmer im Rahmen des „Anstoß(hochgestellte 3)“ genannten Investoren- Modells nicht wie geplant an der Verpflichtung von Neuzugang Gojko Kacar beteiligen wird. Das geschehe auf Wunsch des Vereins, wie Becker berichtete. Das Gesamt-Investitionsvolumen des Milliardärs beläuft sich damit auf „nur“ 12,5 statt der vorgesehenen 15 Millionen Euro. Ob es zur weiteren Zusammenarbeit mit Kühne kommt, sei ebenso offen wie die Frage, ob der HSV noch andere Geldgeber ins Boot holen wolle. „Im Moment suchen wir nicht“, sagte Becker.

          „Es war ein sehr offenes Gespräch, alle Ungereimtheiten sind ausgeräumt“, betonte der Aufsichtsratschef, der am Vorabend wie sein Stellvertreter Alexander Otto sowie Clubchef Bernd Hoffmann und Sportchef Bastian Reinhardt dem Treffen mit Kühne in einer Privatbank beigewohnt hatte. Es war nötig geworden, weil Beobachtern wie Uwe Seeler („Der Klub muss aufpassen, dass er nicht seine Seele verkauft“) und vielen Vereins-Mitgliedern Kühnes scharfe Kritik an der Transferpolitik sauer aufgestoßen war. Sie sahen sich damit in ihrer Sorge vor einer Einflussnahme von außen bestätigt. Der ehemalige HSV-Präsident Jürgen Hunke hatte sogar empfohlen, die Zusammenarbeit mit Kühne ganz zu beenden. So weit wollten Hoffmann & Co. aber nicht gehen.

          Ende des Engagements: Klaus-Michael Kühne erweitert seine Unterstützung für den HSV nicht

          Die HSV-Verantwortlichen hatten Kühne vor Monaten als einen Mann vorgestellt, der bereit sei, 15 Millionen Euro zu investieren, ohne sich in Club-Belange einzumischen - was in der Realität dann aber doch anders aussah. Nun ist er über „Anstoß(hochgestellte 3)“ mit seiner 12,5-Millionen-Spritze an den Nationalspielern Marcell Jansen, Dennis Aogo, Paolo Guerrero und Heiko Westermann sowie U-21-Auswahlspieler Dennis Diekmeier beteiligt.

          Bei Transfers erhält Kühne ein Drittel der Erlöse je Spieler. Während Hoffmann und Reinhardt weiter die Meinung vertreten, dass sie die richtigen Akteure geholt haben, hatte Kühne bei Westermann, Diekmeier und Kacar Zweifel angemeldet. Bei den Neuverpflichtungen sei „nicht alles so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe“. Kühne hätte lieber Geld locker gemacht für einen Top-Star wie den nun bei Real Madrid spielenden ehemaligen HSV-Publikumsliebling Rafael van der Vaart. Der Niederländer würde bei den Hanseaten zwar sportlich ins Team, nicht aber in das Gehaltsgefüge passen.

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