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Krise beim Hamburger SV : Zinnbauers unklare Zukunft

  • Aktualisiert am

Zinnbauer beim Spiel gegen Berlin - zum letzten Mal auf der HSV-Bank? Bild: dpa

Auch gegen Berlin bricht das HSV-Gerüst einfach zusammen. Die enttäuschte Vereinsführung diskutiert einmal mehr über Trainer Zinnbauer – und vertagt die Entscheidung fürs Erste.

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          Bis weit nach Mitternacht wurde im Hamburger Volkspark über die Personalie Josef Zinnbauer diskutiert. Müde und enttäuscht vertagte sich die Vereinsführung des Hamburger SV dann auf Sonntag. Ein klares Bekenntnis ließ Sportdirektor Peter Knäbel am Freitagabend nach dem 0:1 (0:0) gegen Hertha BSC und sechs sieglosen Spielen in Serie vermissen. „Wir werden in den nächsten Tagen alles analysieren und uns auf die acht Spiele ausrichten“, sagte er. „Das wollten wir in der Länderspielpause ohnehin tun, nur nicht unbedingt mit diesem Druck. Das Ende naht.“ Jetzt sei der einzige richtige Zeitpunkt, um noch einmal durchzuatmen.

          Freud und Leid: die Berliner bejubeln das späte Tor von Langkamp Bilderstrecke

          Ob Zinnbauer nach der Länderspiel-Pause in Leverkusen auf der Bank sitzt, ist äußerst ungewiss. Dabei stellte Knäbel klar: „Es ist nicht so, dass wir jetzt nur über den Trainer richten. Wir werden mit ihm darüber sprechen, was zu tun ist“, versicherte er und fügte hinzu: „Ich mag keine Leute, die irgendwelche Treueschwüre machen, und an Tag eins zaubern sie plötzlich jemanden aus dem Hut. Es kann nicht sein, dass man nicht weiß, was man tun würde, wenn man in eine andere Richtung geht.“ Nach Informationen des TV-Senders Sky ist als Helfer in der Not bis Saisonende der ehemalige Aufsichtsrat Thomas von Heesen im Gespräch.

          Wenn das Gerüst zusammenbricht

          Eigentlich gefällt dem Vorstand um Dietmar Beiersdorfer die Vorstellung von Fußball, die Zinnbauer vertritt: Offensive Spielweise mit Einbindung eigener Talente. Im Abstiegskampf ist jedoch alles anders. Das Team ist verunsichert. Da reicht eine Standardsituation wie in der 84. Minute, als Herthas Sebastian Langkamp einköpfte. „Ich glaube nicht, dass die Qualität fehlt“, sagte Zinnbauer, der sich vor die Mannschaft stellte und dem es nach eigener Aussage nur um den Nichtabstieg des Bundesliga-Dinos geht: „Es geht nicht um mich, es geht um den Verein. Ich verspüre nach wie vor Rückendeckung.“

          Der 44-Jährige, der Mirko Slomka erst Mitte September abgelöst hatte, wirkte bei der Pressekonferenz zutiefst betrübt. Erstmals seit vier Spielen hatte er Kapitän Rafael van der Vaart wieder aufgeboten, mit einer offensiven Aufstellung auf eine deutliche Führung gehofft. Die wäre vor 53.640 Zuschauern in der ersten Halbzeit auch locker drin gewesen, aber danach brach das Gerüst einfach zusammen. Und das passiert in fast jedem Spiel.

          Als der brasilianische Innenverteidiger Cleber auch noch Gelb-Rot sah, verlor der HSV die Ordnung. „Die Karte war vielleicht wieder ein Knackpunkt wie in der letzten Woche“, sagte Dennis Diekmeier und erinnerte an die Herausstellung von Jaroslav Drobny beim 0:3 in Hoffenheim. „Jeder weiß, dass wir hinter Joe Zinnbauer stehen. Er ist ein sehr ehrgeiziger Trainer und gibt immer Gas“, beteuerte der Abwehrspieler.

          In der Offensive der Hamburger steckt aber der Wurm. Auch die Einwechslung von Pierre-Michel Lasogga unter den Pfiffen der Berliner Fans brachte keine Impulse –  der frühere Herthaner hing meist in der Luft. „Wir machen keine Tore, das ist unser Problem“, sagte Innenverteidiger Johan Djourou. „Wir reden über den Trainer, aber wir Spieler müssen mehr machen.“ Es war das 15. Saisonspiel ohne Treffer – wieder ein trauriger Vereinsrekord.

          Hertha-Coach Pal Dardai wirkte dagegen wie befreit. „Das war ein wahnsinnig wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Ungar. Entscheidend sei jetzt, dass das nächste Heimspiel gegen Paderborn gewonnen wird – danach sei man aus dem Gröbsten raus. In der Länderspielpause könne er beruhigt seinem Zweitjob als Nationaltrainer Ungarns nachgehen.

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