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3:1 in Bremen : HSV ganz schön abgezockt

  • -Aktualisiert am

Einer, der die ganze Fußballwelt umarmen will: Müller und Hamburg gewinnen das Derby. Bild: Reuters

Pfiffe für Bremen, Punkte für Hamburg: Mit teils exzellentem Konterfußball gewinnt der HSV das Derby im Weserstadion. Am Ende gibt es Spott für Werder – und eine Hiobsbotschaft für die Sieger.

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          Acht Jahre lang gab es für den Hamburger SV in Bremen nichts zu holen. Am Samstag aber streifte der HSV diesen Komplex wie von selbst ab und siegte bei Werder im 103. Nordderby mit teilweise exzellentem Konterfußball 3:1 durch die Treffer von Ilicevic (3. Minute), Gregoritsch (27.) und Müller (68.) bei einem Gegentor von Ujah (62.).

          Der HSV verbesserte sich damit auf Platz sechs, der am Saisonende einen Europa-League-Platz garantiert. Zukunftsmusik. Fürs Erste überzeugte die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion wieder einmal wie so oft in letzter Zeit mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, der eine intelligente Spielidee zugrunde liegt.

          Werder dagegen muss als Tabellenfünfzehnter nach der sechsten Niederlage im siebten Heimspiel mehr als am Samstag bieten, soll auch in dieser Saison der Kampf gegen den Abstieg gewonnen werden. Am kommenden Sonntag steht in Stuttgart beim ähnlich bedrohten VfB Stuttgart ein wegweisendes Duell bevor.

          Hamburger Derby-Sieger: Der HSV gewinnt in Bremen. Bilderstrecke
          Hamburger Derby-Sieger: Der HSV gewinnt in Bremen. :

          Schon nach drei Minuten zahlte sich der erste sehenswerte Konter des HSV über Müller und Lasogga aus. Endabnehmer Ilicevic schlenzte den Ball vom linken Strafraumeck ins rechte Toreck zum 1:0 für die nach schwachen Jahren wieder sehenswerten Fußball bietenden Hamburger. Die mussten danach einen Moment des Erschreckens überstehen, als Angreifer Lasogga sich bei einem Tackling von Junuzovic verletzte und durch Schipplock ersetzt werden musste (24.).

          Lasogga droht ein wochenlanger Ausfall. Unter starken Schmerzen wurde er sofort ausgewechselt und in eine Bremer Klinik gebracht. Nach einer ersten Diagnose soll die Schulter ausgekugelt sein. „Es war schon das zweite Mal, deswegen konnte unser Mannschaftsarzt die Schulter nicht wieder einrenken“, sagte HSV-Coach Labbadia, der mit einer Operation rechnet.

          Drei Minuten später aber jubelten sie schon wieder beim HSV, als Gregoritschs Freistoß, den Junuzovic mit dem Kopf abfälschte, zum 2:0 im Bremer Netz einschlug. Der junge Österreicher war am Samstag der vielleicht beste Hamburger Spieler in einer bis auf eine kurze Schwächephase starken Mannschaft.

          Bei Halbzeit hätte Labbadias Team, das mit seinen Rhythmuswechseln und seiner Mischung aus Spielkontrolle und Angriffslust imponierte, sogar höher führen können. Ein Pfeifkonzert der grün-weißen Anhängerschaft begleitete die Spieler von Trainer Skripnik bei ihrem Gang in die Kabine. Die Bremer Profis verstanden die Missfallensbekundung richtig und schlugen im ersten Teil der zweiten Halbzeit eine andere, zielstrebigere, zügigere Gangart ein. Nach vier vergebenen Gelegenheiten war Ujah nach Garcias Zuckerpass so weit, das 1:2 zu erzielen (62.).

          Das Signal zur Wende? Nicht wirklich. Sechs Minuten später wurde Werder zum zweiten Mal in diesem bewegten Derby ausgekontert. Müller lief nach Ilicevics öffnender Vorlage allen Bremern davon und schob den Ball an Torhüter Wiedwald vorbei zum 3:1 ins Tor. Es war die Entscheidung zugunsten der abgezockteren und besseren Mannschaft, die in diesem Jahr nichts mit dem Abstieg, vielleicht aber noch etwas mit einer Europapokal-Plazierung zu tun haben könnte.

          Werder dagegen musste anschließend auch noch den Spott der HSV-Fans ertragen, die aus vollen Kehlen sangen, „zweite Liga, Werder ist dabei“ und ihre eigene Mannschaft in den Europapokal jubelten.

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