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Hamburger Krisenklub : Beim HSV bekommt man Gänsehaut

  • Aktualisiert am

Mann für die Tore: Simon Terodde (rechts) beim Spiel gegen Düsseldorf Bild: dpa

Nach dem völlig verkorksten Start in das neue Fußballjahr erlebt Hamburgs neuer Trainer Daniel Thioune beim Zweitligaauftakt ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende aber zieht er ein eindeutiges Fazit.

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          Daniel Thioune startete ins Wochenende mit einer ordentlichen Portion „Gänsehaut“. Das lag natürlich auch an der Fan-Rückkehr bei seinem Heimdebüt als Trainer des Hamburger SV, aber vor allem an Simon Terodde. Seinem „Finisher“, seinem „Abschöpfer“, wie Thioune nach diesem 2:1 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf erleichtert sagte.

          2. Bundesliga

          Der HSV hatte turbulente Tage hinter sich, das peinliche Pokal-Aus in Dresden (1:4), der Schubser von Toni Leistner gegen einen Dynamo-Fan inklusive einer Sperre von fünf Spielen – aber seine Mannschaft habe trotz des Wirbels „eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Thioune. Und Terodde bestätigte vor immerhin 1000 Fans wieder einmal, dass er „weiß, wo der Rahmen steht“.

          Terodde kürte sich in seinen vergangenen drei Spielzeiten in der zweiten Liga immer zum Torschützenkönig (2016, 2017, 2019) und führte den HSV mit seinen zwei Treffern nun zum Sieg gegen Fortuna. Der bullige 32-Jährige mit dem Torinstinkt traf erst per Foulelfmeter (45.+2) und sorgte dann in der zweiten Hälfte nach schöner Vorarbeit von Jeremy Dudziak endgültig für die Entscheidung (60.).

          „Wir hatten die klareren Chancen, waren die bessere Mannschaft“, sagte Terodde: „Über meine ersten beiden Treffer freue ich mich ungemein, aber wenn noch der Ausgleich gefallen wäre, hätten wir uns davon auch nichts kaufen können.“ Nach dem Anschlusstreffer durch Matthias Zimmermann (90.+3) mussten die Hanseaten aber nur ganz kurz zittern.

          Dass dieser Sieg – immerhin gegen einen Bundesliga-Absteiger – Balsam für die angekratzte HSV-Seele war, konnte man Thioune ansehen nach allem, „was in den letzten Tagen los war“. Nach der Sperre gegen Leistner spielte unter anderem Moritz Heyer in der Innenverteidigung – und das nur 24 Stunden nach seiner Verpflichtung. „Wir haben hinten wenig zugelassen und vorn die Tore gemacht – so gewinnt man Spiele“, stellte der Neuzugang von Thiounes früheren Verein VfL Osnabrück nüchtern fest.

          Der Start in den dritten Anlauf für die Rückkehr in die Bundesliga ist den Hanseaten also geglückt, und ein bisschen Wiedergutmachung nach dem chaotischen Wochenstart ist geschafft – mehr aber auch nicht. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagte Thioune. Das Wochenende konnten sie beim HSV nach dem ersten Erfolg der Saison aber erst einmal genießen.

          2. Bundesliga

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