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3:2 gegen Mönchengladbach : Hamburg gelingt die Trendwende

  • -Aktualisiert am

Hamburgs Artjoms Rudnevs (Mitte) feiert seinen Treffer zum 2:1 mit seinen Mannschaftskollegen. Bild: dpa

Der HSV landet gegen Mönchengladbach den ersten Heimsieg nach fast drei Monaten. Ein wichtiger Schritt, um nicht wieder in die Abstiegszone zu rutschen. Dabei sorgen zwei Spieler für eine besondere Geschichte.

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          Es gibt viele Bundesliga-Geschichten von Unerwünschten und Aussortierten. Eine solche Story handelt von Artjoms Rudnevs. Der lettische Stürmer ist schon ein paar Mal abgeschoben worden. Aufgegeben hat er nie – obwohl er beim Hamburger SV schon seit wenigstens einem Jahr keine Zukunft mehr hat. Am Sonntag im Spiel des HSV gegen Borussia Mönchengladbach war es auch Rudnevs‘ Engagement und Torgefahr zu verdanken, dass die Hamburger nach einem 0:1-Rückstand noch 3:2 gewannen und nun etwas sorgenfreier in die Zukunft schauen können.

          Nach Gladbachs 1:0 durch Fabian Johnson fiel der Ausgleich zunächst per Eigentor (Hinteregger), ehe Rudnevs noch in der ersten Halbzeit und der vergangene Woche nach seiner Kopfnuss suspendierte Ivo Ilicevic in der 80. Minute einen enorm wichtigen Sieg spendierten. Das 3:2 erzielte Raffael in der 88. Minute. Rudnevs wurde von den Fans gefeiert, denn die Serie von sechs sieglosen Hamburger Spielen endete am Sonntagnachmittag. Gladbach war in der Abwehr zu fehlerhaft und vorn ohne die rechte Durchsetzungskraft, so dass die Mannschaft von Trainer André Schubert verdient verlor.

          Schön in einer Linie: Gladbachs Nordtveit und Hamburgs Cleber kämpfen um den Ball. Bilderstrecke

          Viel Zeit hat Josip Drmic nicht bekommen, sich beim HSV einzufinden. Das ist Ausdruck der Hamburger Sorgen im Sturm, wo Pierre-Michel Lasogga wieder mal seine Form sucht und deswegen der eigentlich längst ausgemusterte Rudnevs auflaufen durfte. Drmic, die Gladbacher Leihgabe, war schon vor einer Woche gegen Köln voll im Einsatz. Auch gegen seinen alten Klub lief der 23 Jahre alte Schweizer von Beginn an auf – und hätte sich und seinem neuen Klub einen schönen Start bescheren können, als er nach Aaron Hunts Pass frei vor Yann Sommer stand, den Gladbacher Torwart aber nur anschoss (13. Minute).

          Im Gegenzug führte eine Hamburger Fehlerkette zum 0:1. Erst schob der aufgerückte Innenverteidiger Cléber einen Ball auf Höhe der Mittellinie schlampig ins Nirgendwo, dann schaltete Gladbach nach Ballgewinn rasch um, und Fabian Johnson war letztlich schneller als Gideon Jung. Die Borussia führte in der 14. Minute.

          Drmic hatte vor der Partie bezüglich seiner Idealaufstellung gesagt, er wolle so nah wie möglich am Tor sein. Diesen Platz vergab Trainer Bruno Labbadia aber an Rudnevs. Drmic kam etwas versetzt dahinter über die linke Seite zum, Einsatz. Schubert hatte angekündigt, seine Elf wolle aggressiv spiele, aber nur so „wild“, dass alles unter Kontrolle bleibe. Diese Mischung passte zunächst. Die Hamburger spielten nach dem Rückstand nicht schlecht und marschierten nach vorne, Gladbach fühlte sich defensiv wohl und wartete einfach mal ab.

          Das sah zunächst erfolgversprechend aus, ehe Gladbacher Defensivfehler den HSV dann einluden. Es war Hunts schöner Schuss in der 37. Minute, der Sommer zu einer spektakulären Parade. Nach dem folgenden Eckball wurde der Gladbacher Torraum zum Flipper – erst köpfte Cléber an die Latte, dann Spahic in Verteidigerfüße, Gladbachs Mahoud brachte den Ball nicht weg, und Jung schoss Martin Hinteregger an. Von dort prallte der Ball ins Tor. Ein Eigentor des aus Salzburg geliehenen Österreichers in der 38. Minute. Drei Minuten später hatten die für den Moment enthemmten Hamburger das Spiel gedreht. Einen langen Ball Adlers aus der eigenen Hälfte nahm Rudnevs gekonnt an, stürmte los und traf schließlich mit rechts ins lange Eck – das 2:1 für die Hamburger in der 41. Minute und der zweite Treffer des 28 Jahre alten lettischen Stürmers in dieser Rückrunde.

          In der Live-Tabelle hatte sich der HSV zur Halbzeit trotz des jüngsten Negativtrends ein gutes Stück von der ungemütlichen Zone mit dem nur allzu gut bekannten Relegationsplatz entfernt. Nach der Pause machte der HSV gut weiter und vergab durch Drmic das 3:1 in der 53. Minute. Gladbach drängte auf den Ausgleich, was dem HSV natürlich Konterchancen ermöglichte. Besonders Hunt bewies in diesen Szenen Cleverness und Fertigkeiten; allerdings fehlte ganz vorn meist der Abnehmer.

          Spielerisch waren die Hamburger eine Klasse besser als vor einer Woche gegen Köln. Das lag sicher auch an den weniger abwartend spielenden Gladbachern, die durch Hazard in der 74. Minute beinahe zum Ausgleich gekommen wären. Nach Ilicevics 3:1 und Raffaels Anschlusstreffer wackelte der HSV am Ende doch noch, aber er brachte die drei Punkte glücklich, aber auch nicht unverdient durch.

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