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Hamburg siegt im Spitzenspiel : „Das war ein sehr schöner Abend“

  • Aktualisiert am

Lewis Holtby (Mitte) und seine Teamkollegen bejubeln den Erfolg gegen Köln in der zweiten Fußball-Bundesliga. Bild: dpa

Auf dieses Spiel hat die zweite Liga gewartet: Im Duell der Bundesliga-Absteiger setzt sich der HSV gegen den 1. FC Köln durch. Das führt zu einem Rekord – und zu einer ungewohnten Konstellation an der Tabellenspitze.

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          Der Siegtreffer von Pierre-Michel Lasogga ließ das Volksparkstadion mit seinen über 53.000 Zuschauern erbeben. Der 26 Jahre alte bullige Angreifer vom Hamburger SV entschied am Montagabend mit seinem Tor in der 86. Minute das Spiel der Spiele in der zweiten Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Köln und schoss seinen Klub an die Tabellenspitze. „Wie sagt man so schön: Man muss als Stürmer da stehen, wo der Ball hinfällt“, sagte er bei Sky.

          2. Bundesliga

          „Das war ein sehr schöner Abend“, meinte der neue HSV-Cheftrainer Hannes Wolf nach dem 1:0-Erfolg. Der 37-Jährige kam so zu einem gelungenen Heim-Einstand bei seinem neuen Verein und stellte nebenbei noch einen Rekord auf. Beim 1. FC Köln herrschte nach dem vierten Liga-Spiel ohne Sieg und dem Abrutschen von Platz eins auf drei eine gereizte Stimmung.

          Rekord: Knapp zwei Wochen beim HSV und schon ist Hannes Wolf Rekordmann. Noch keinem Trainer des Traditionsklubs gelang es, die ersten drei Pflichtspiele zu gewinnen. Der Nachfolger des beurlaubten Christian Titz will das nicht überbewerten. Es gebe „kein Erfolgsrezept“, sagte er. „Ich bin erst zwei Wochen da und habe eine fitte, intakte Mannschaft übernommen. Sonst würde das nicht gehen, wie die Mannschaft heute marschiert ist.“ Er versuche einfach, den Spielern zu helfen, „ihre Fähigkeiten auf den Platz zu bekommen“.

          Ärger: Das Urteil von Kölns Trainer Markus Anfang über seine Spieler war ungewöhnlich deutlich. „Nach 15 Minuten war der Faden bei uns gerissen. Und wir sind nicht mehr ins Spiel gekommen“, sagte er. Anfang monierte unnötige Ballverluste und zu viele individuelle Fehler. „In der Form können wir nicht zufrieden sein und können nicht damit leben.“ Sportdirektor Armin Veh machte aus seiner Enttäuschung ebenfalls keinen Hehl. „So kann man nicht spielen“, sagte er. „Ich habe nicht gesehen, dass wir unbedingt den Sieg wollten.“

          Torjäger-Duell: Das Spiel der beiden Bundesliga-Absteiger war auch das Duell ihrer beiden Torjäger – mit dem eindeutigen Sieger Lasogga. Kölns Simon Terodde kam mit der Empfehlung von bislang 13 Treffern nach Hamburg, sein HSV-Kontrahent Lasogga ist unter Wolf zum Hoffnungsträger aufgestiegen. Nicht allein wegen seines Siegtors entschied Lasogga den Zweikampf mit Terodde für sich. Er ackerte im und vor dem Strafraum, schaffte Räume für seine Mitspieler, gewann die meisten Kopfball-Duelle. Von Terodde war gar nichts zu sehen.

          Mann des Spiels: Trotz seines Treffers war Lasogga aber nicht der Mann des Abends. Diese Rolle hatte Douglas Santos. Der brasilianische Olympiasieger stand sicher in der Defensive, kurbelte als linker Außenverteidiger immer wieder das Angriffsspiel an und leistete die Vorarbeit zum Siegtreffer. „Santos ist ein Spieler, der sich von der Qualität manchmal absetzt“, meinte Sportvorstand Ralf Becker. Trainer Wolf sagte nur: „Er ist ein fantastischer Spieler.“ Der 24-Jährige hat noch einen Vertrag bis einschließlich Juni 2021. Fragt sich, ob er bis Ende der Laufzeit bleibt. Schon im Sommer sollen Vereine reges Interesse an Douglas Santos gezeigt haben.

          Hoch in Hamburg: Diese Tabelle nach dem zwölften Spieltag ist für alle Hamburger Fußball-Fans etwas zum Einrahmen: HSV Erster mit 24 Punkten, der FC St. Pauli Zweiter mit 22 Zählern. „Auch wenn die Rivalität groß ist, ist es für die Stadt schön, dass beide Vereine so eine gute Saison spielen“, sagte Lasogga. „Wichtig ist nur, dass wir auch weiter vor St. Pauli stehen.“

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