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Transfer-Kommentar : Zwei Wechseltaktiken, ein Ziel

  • -Aktualisiert am

Zurück im VfB-Kader: Mario Gomez Bild: dpa

Man kann Argumente drehen und wenden, wie es passt: Sandro Wagner wird Ersatzspieler - um seine WM-Chancen zu erhöhen. Mario Gomez wechselt nach Stuttgart, um weniger Schulterklopfer zu haben. Die Wahrheit bringt der Tag der Nominierung.

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          Da wechselt also mit Sandro Wagner ein Stürmer mit Stammplatzgarantie in Hoffenheim nach München zu seinem Heimatverein FC Bayern, wo er sich angesichts des gesetzten Robert Lewandowski erst einmal hinten anstellen muss. Trotzdem soll es seine Chancen auf die WM-Teilnahme sogar noch erhöhen, obwohl er künftig vermutlich auf viel weniger Einsatzzeiten kommen wird – ist ja alles mit dem Bundestrainer abgesprochen.

          Auf der anderen Seite kehrt auch sein vermeintlich größter Konkurrent Mario Gomez dorthin zurück, wo die Karriere einst begonnen hatte, und wieder spielt die WM eine große Rolle. In Stuttgart ist der Nationalspieler, sofern gesund und unverletzt, in der Rückrunde gesetzt – und kann sich künftig Spieltag für Spieltag bei Joachim Löw in Erinnerung bringen. Wessen (Wechsel-)Taktik am Ende sportlich besser aufgegangen ist, wird erst entschieden, wenn der Bundestrainer im Frühsommer die 23 Spieler benennt, die den WM-Titel in Russland verteidigen sollen. Finanziell wird es sich für Wagner schon jetzt gelohnt haben.

          Gomez soll es richten

          Beim VfL Wolfsburg habe es zu viele Schulterklopfer gegeben, „egal, wie ich gespielt habe“, sagte Gomez am Donnerstag bei seiner Vorstellung im Stuttgarter Trainingslager. Klingt wundervoll selbstreflektierend, aber vielleicht hätte es dazu demnächst gar nicht so viele Gelegenheiten gegeben, denn der neue VfL-Trainer Martin Schmidt, der am 18. September Andries Jonker abgelöst hatte, setzt auf schnelles Umschaltspiel und bevorzugt dementsprechend eher flinke, wendige Spieler.

          Training für die Ersatzbank? Sandro Wagner
          Training für die Ersatzbank? Sandro Wagner : Bild: dpa

          Sein Vorgänger hatte dagegen das VfL-Spiel ganz auf Gomez zugeschnitten – und der zahlte für das Vertrauen mit jenen Toren zurück, denen der VfL in der vergangenen Saison den Klassenverbleib verdankte. Das erhoffen sie sich nun auch beim VfB von Gomez, und dafür werden sie ihr Spiel natürlich ganz auf den Torjäger im Offline-Modus – ein Treffer in der Hinrunde – ausrichten.

          Das hätte Gomez auch als Begründung sagen können, und das hätte zwar ehrlicher, aber gleichzeitig komisch geklungen. Zu gehen, weil die Ersatzbank droht, noch dazu in Wolfsburg – da hätte ja selbst André Schürrle noch mehr Berechtigung, sich über die WM Gedanken zu machen. Auch er sitzt in der Regel nur auf der Reservebank, aber das ja immerhin bei Borussia Dortmund. Zuletzt spielte er beim BVB allerdings nicht einmal von Beginn an, als beinahe die komplette Offensive fehlte.

          Nun kehrt dort demnächst Marco Reus zurück – und damit der Stürmer, falls er ausnahmsweise einmal gesund bliebe, mit den größten WM-Chancen. Löws verständlicherweise bevorzugtes Spielsystem verlangt schnelle Angreifer wie Timo Werner und Leroy Sané und könnte deshalb einen wie Reus auch vertragen. Wer die Rolle des letzten Strohhalms spielt, an den sich alle klammern, wenn nichts mehr geht, rangiert nur knapp vor der Besetzung des dritten Torhüters.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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