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Fußballvermarktung : Go east – Bundesliga auf Asien-Tour

Vorreiter: Oliver Kahn ist in Asien schon eine Ikone Bild:

Die internationale Fußball-Konkurrenz ist der Bundesliga in Sachen Auslandsvermarktung weit enteilt. Um Marktanteile zurückzuholen, ziehen drei deutsche Vereine noch vor Weihnachten auf Werbetour durch Asien. Es soll der Startschuss einer Großoffensive sein.

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          Der Wettbewerb im großen Fußballgeschäft um die nach Action gierende internationale Kundschaft verlangt nach immer neuen Ideen. Der englische Meister Manchester United öffnete unlängst die Pforten von Old Trafford für eine Bollywood-Filmproduktion – mit der Absicht, auf diese Weise Fans auf dem indischen Subkontinent zu gewinnen, wo eigentlich die Stars des Crickets und nicht Cristiano Ronaldo, Rooney & Co. im Mittelpunkt des Interesses stehen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der deutsche Ansatz erscheint da weniger spektakulär, doch geht es auch erst mal nur um den Einstieg in eine breiter angelegte Offensive. „Der Markt für die Auslandsvermarktung der großen Fußball-Ligen wächst weiter. Unsere Einnahmen hieraus sollen nicht nur automatisch mitwachsen, wir wollen den Konkurrenten den einen oder anderen Prozentpunkt abnehmen“, sagt Jörg Daubitzer, der hierfür zuständige Direktor im Bereich Rechte- und Lizenzvertrieb bei der Deutschen Fußball Liga (DFL). Im Visier sind die Großverdiener aus England, Spanien und Italien.

          Dortmund, Cottbus und Bielefeld sind auf Tour

          Kurz vor der Weihnachts- und Winterpause haben sich deshalb drei Mannschaften auf Werbetour nach Fernost begeben, um dort schon mal ein Zeichen zu setzen. Im Auftrag der DFL spielt Energie Cottbus an diesem Dienstag in Guangzhou gegen Chinas Olympiaauswahl und am Donnerstag in Foshan gegen die chinesische Nationalmannschaft.

          Der Chinese von Cottbus: Shao Jiayi im Yuexiushan Stadion in Guangzhou

          Borussia Dortmund ist für einige Tage nach Indonesien aufgebrochen und tritt am Mittwoch in der Hauptstadt Jakarta gegen die dortige Nationalmannschaft an; nebenher stehen bei beiden Bundesligavertretern öffentliche Trainingstermine mit Kindern und Jugendlichen auf dem Programm. In eigener Verantwortung handelt Arminia Bielefeld, dessen Mannschaft auf der Grundlage einer alten Abmachung in Wuhan und Schanghai an diesem Dienstag sowie am Donnerstag zwei Spiele bestreiten wird.

          Vorweihnachtliche Roadshow als „Startschuss“

          Cottbus, Dortmund, Bielefeld – das klingt nicht nach der großen Fußballwelt und auch nicht nach aufregender Werbung fern der Heimat für den deutschen Fußball. Dass andere, spannendere Markenbotschafter wie Bayern München, Werder Bremen, der VfB Stuttgart oder der Hamburger SV eine Pause erbaten nach der Mehrfachbelastung in der Saisonhinrunde oder diese Woche sogar noch ran müssen im Europapokal, hat die DFL nicht abgehalten, trotzdem eine erste organisierte Werbetour auf die Beine zu stellen. Die vorweihnachtliche Roadshow soll „Startschuss“ sein für viele weitere unterschiedliche Maßnahmen, die deutschen Klubs in der weiten Welt des Fußballs populärer zu machen.

          Das Ziel: höhere Einnahmen aus dem Auslandsverkauf der Fernsehrechte. „Wir haben mit der TV-Präsenz in 169 Ländern eine herausragende Verbreitung. Dies gilt es nun in eine verbesserte Erlössituation umzuwandeln“, sagt Daubitzer. Und es gibt ja auch noch weiße Flecken auf der Karte. Daubitzer ist in diesen Tagen unterwegs, reiste vor dem Dortmund-Spiel in Jakarta nach Singapur, um die Kontakte an einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Asiens zu intensivieren, damit der Bundesligafußball auch dort bald im Fernsehen zu sehen sei.

          Nur sehr kleines Stückchen vom Fernsehkuchen

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