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Eintracht Frankfurt : Glasners Gespür und Geschick

  • -Aktualisiert am

Oliver Glasner ist mit Eintracht Frankfurt erfolgreich ins Jahr 2023 gestartet. Bild: Reuters

Beim Auftakt der Eintracht ins Jahr 2023 ist nicht alles Gold, was glänzt. Doch eines hat Trainer Oliver Glasner geschafft: Er hat den Erfolgshunger zum Markenzeichen seiner Mannschaft gemacht.

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          Wer hätte das gedacht? Nach nahezu der Hälfte der 60. Saison in der Fußball-Bundesliga muss die Eintracht nur dem FC Bayern den Vortritt lassen. Und alle, die wie die Dortmunder, Leipziger oder Gladbacher, hinter ihr in der Tabelle platziert sind, werden den Frankfurtern am kommenden Samstag beim Spiel in München die Daumen drücken, damit Glasners Leuten etwas Produktives gelingen möge und sie somit verhindern, dass der Verlauf dieses Sportjahrs wieder frühzeitig zugunsten des bajuwarischen Branchenprimus entschieden sein wird.

          Bundesliga

          Der Erfolgshunger, den Glasner im Kreise seiner Mitstreiter geweckt hat, ist zum Markenzeichen der Männer vom Main geworden. Als nächstes bekam der FC Schalke die Durchsetzungskraft der Hessen zu spüren, die sich zunächst vergeblich mühten und zu Guter Letzt aufgrund gezielter Nachjustierungen dennoch einen Erfolg einfahren konnten, der ihre Ausbeute auf 30 Zähler verbessert – Klub-Rekord seit Einführung der Drei-Punkte-Regel vor 28 Jahren.

          Dass diesen Hessen vieles zuzutrauen ist, demonstrieren sie seit Anbeginn der Runde, die mit einem 1:6 gegen den Serienmeister von der Isar gehörig schief ging. Aus der Lernkurve des Teams lässt sich seitdem eine klare Erkenntnis ableiten: Hier haben sich Trainer und Team gefunden und sind zu einer Gruppe zusammengewachsen, deren Zielstrebigkeit aus der Überzeugung herrührt, dass sie als Gemeinschaft mehr schaffen können, als ihre individuelle Klasse nahelegt. Auch gegen Schalke verlor niemand die Nerven, als sich das Geschehen trotz des Führungstreffers nicht wirklich überzeugend entwickelte.

          Glasners Gespür und Geschick

          Über die defensiven Abstimmungsschwierigkeiten wird zu reden sein, genauso über fehlende Passschärfe und eine zögerliche Zweikampfführung gegen einen Gegner, der sein Möglichstes tat, um die Eintracht aus der Reserve zu locken. Dass es bei einem Versuch der Schalker blieb, ist auch dem Umstand geschuldet, dass Glasner mehr sowie früher als in seinen Anfangstagen von der Möglichkeit Gebrauch machte, die Startformation durch Ein- und Auswechslungen im Laufe der Partie zu verändern.

          Es ist Glasners Gespür und Geschick zu verdanken, dass er Spieler, die zuvor aus unterschiedlichen Gründen nicht erste Wahl waren, so bei Laune und in Form hält, dass er sie bedenkenlos ins kalte Wasser werfen kann.

          Dass gegen Schalke längst nicht alles Gold war, was glänzte, gehörte zur Frankfurter Selbsterkenntnis, die bekanntermaßen als erster Schritt zur Besserung nötig ist. Gelegenheiten, zu zeigen, dass sie es ansehnlicher können, kommen nun zuhauf. Endgültig abgerechnet wird im Mai. Und dafür, dass sich die Bilanz dann sehen lassen kann, haben sie durch den Sieg am Samstag eine weitere Voraussetzung geschaffen.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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