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2:0 gegen Leverkusen : Gladbacher Start nach Maß

  • -Aktualisiert am

Jonas Hofmann (Mitte, links), der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, gemeinsam mit Mitspieler Thorgan Hazard. Bild: AP

Gegen Bayer 04 Leverkusen beeindruckt Borussia Mönchengladbach mit einer hochklassigen Leistung. Dabei sitzt ein hochkarätiger Neuzugang sogar zunächst auf der Bank.

          Angstgegner Bayer Leverkusen? Das war einmal für Borussia Mönchengladbach. Die drei Niederlagen gegen die Werkself aus der vorigen Saison – zwei in der Liga, eine im Pokalwettbewerb – waren am Samstag vergessen. Neues Spiel, neues Glück, lautete die Devise. Der „Elf vom Niederrhein“ glückte zum Einstand in die neue Bundesligasaison ein aufgrund der zweiten Hälfte nicht unverdienter 2:0-Sieg über den rheinischen Rivalen und Europa-League-Teilnehmer durch die Treffer von Hofmann per Foulelfmeter (55. Minute) und Johnson (58.). „Heute bin ich glücklich, ich wurde belohnt für die harte Vorbereitung“, sagte Hofmann nach seinem ersten Bundesliga-Tor für Gladbach.

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          In einem streckenweise hochklassigen Duell hatte Leverkusen in der ersten Hälfte spielerische Vorteile, die von den nach der Pause auf Touren gekommenen Gladbacher mehr als nur kompensiert wurden. Für die in der vergangenen Spielzeit nur auf Rang neun gelandete Borussia machte sich zum Saisonauftakt schon bezahlt, dass Trainer Dieter Hecking in der Offensive inzwischen eine derart freie Auswahl hat, dass er den bisher teuersten Zukauf der Vereinsgeschichte erst einmal auf der Bank Platz nehmen ließ. Für den gegen einen Obolus von 23 Millionen Euro vom OGC Nizza gekommenen französischen Mittelstürmer Alassane Pléa kein Einstand nach Wunsch.

          Auf der anderen Seite musste Heckings Leverkusener Kollege Heiko Herrlich auf die Bender-Zwillinge verzichten, weil sich Innenverteidiger Sven Bender (Sprunggelenkprobleme) und sein Bruder Lars, der Kapitän des Teams und Anführer im defensiven Mittelfeld (Außenbandzerrung im rechten Knie) im Training verletzt hatten. Ein Manko, das sich in der zweiten Hälfte bemerkbar machte, als Bayer die vorher stabile Ordnung verlor.

          Leverkusen war die zunächst bessere Mannschaft in diesem rasanten Rhein-Derby. Pech, dass Baileys Kopfball nur die Latte traf (17.) und Vollands Schuss nach Brandts Hereingabe von Ginter kurz vor der Torlinie geblockt wurde (33.). Die größte Chance zum 1:0 aber besaß der Gladbacher Hazard, nachdem sich der Leverkusener Verteidiger Henrichs bei einem versuchten Befreiungsschlag den Ball gegen die über Kopfhöhe ausgestreckte eigene Hand geschossen hatte. Eine verunglückte Aktion, die Schiedsrichter Dingert mit Strafstoß für die Borussia ahndete. Hazard aber ließ sich die Gelegenheit entgehen und scheiterte mit seinem halbhohen Schuss an Torhüter Özcan, der den nach einer Kiefer-Operation noch nicht einsatzfähigen Hradecky glänzend vertrat (38.).

          53.000 Zuschauer im Borussia-Park hatten eine Halbzeit lang vergeblich auf einen Treffer gewartet, wurden dafür aber mit einem ansehnlichen Spiel entschädigt. Nach dem Motto, beim nächsten Mal wird alles besser, nutzten die Gladbacher ihre zweite Elfmetergelegenheit kurz nach dem Wechsel. Dragovic, für Sven Bender in der Innenverteidigung, hatte den zu dieser Saison in den Borussia-Park gewechselten Florian Neuhaus im Strafraum zu Fall gebracht, und Hofmann ließ sich danach die Chance zum 1:0 nicht entgehen. Anders als Hazard verlud er mit seinem Flachschuss Torhüter Özcan. Nun war das Momentum auf Seiten der „Elf vom Niederrhein“, die kurz danach zum 2:0 kam, als Johnson den perfekten Rückpass von Raffael zum 2:0 veredelte. Die Gladbacher hatten zwei Ausrufezeichen gesetzt, auf die Bayer Leverkusen keine Antwort mehr fand. „Die erste Halbzeit war ausgeglichen, dann haben wir den Gegner ein bisschen eingeladen“, sagte Leverkusens Nationalspieler Julian Brandt im TV-Sender Sky und musste anerkennen: „Gladbach ist eine gute Mannschaft, die verdient gewonnen hat.“

          Gelegenheiten zu weiteren Treffern gab es zwar reichlich, doch fehlte nun auf beiden Seiten die Coolness, daraus Kapital zu schlagen. Dass sich beide Teams mit offenem Visier begegneten, begeisterte das Publikum, das zum guten Schluss auch noch den neuen Star aus Frankreich zu sehen bekam. Bewegen konnte Pléa, der für Raffael (79.) kam, zwar nichts mehr, doch war das aus Gladbacher Sicht an diesem vielversprechenden Abend zu verschmerzen.

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