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Mainzer 1:3 gegen Gladbach : Schwarz verliert gegen Rose

Marco Rose: sein erster Bundesligasieg als Trainer gelingt ihm ausgerechnet dort, wo er einst zur Klublegende wurde, in Mainz. Bild: dpa

Ausgerechnet an alter Wirkungsstätte und gegen seinen Freund Sandro Schwarz gelingt Marco Rose sein erster Sieg als Bundesliga-Trainer. Dabei ist Gladbach nicht besser als Mainz.

          Im Presseraum des Mainzer Stadions wird nach Bundesligaspielen von Mainz 05 grundsätzlich die Magnettabelle aktualisiert. Am Samstagnachmittag traute sich der dafür zuständige Mitarbeiter nach der 1:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach offenbar nicht, den Realitäten allzu sehr ins Auge zu schauen.

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          Denn wenngleich eine Tabelle nach zwei Spieltagen nur eine sehr bedingte Aussagekraft hat, so endet für Mainz 05 eine nahezu sagenhafte Serie: Seit dem Bundesligaaufstieg im Jahr 2009 stand der Klub kein einziges Mal am Tabellenende. Es passte zur 1:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach, dass der Sieger vom Niederrhein von einem jener Spieler betreut wird, der zu den Mainzer Aufstiegshelden von 2009 gehörte. Marco Rose war damals der Publikumsliebling und kam nun erstmals als Gegner zu seinem Herzensklub.

          Zudem traf er auf seinen besten Freund Sandro Schwarz, mit dem er zu gemeinsamen Spielerzeiten in Mainz in einer Wohngemeinschaft lebte. Rose erreichte also dort seinen ersten Sieg als Bundesligatrainer, wo er sich einst nach dem Aufstieg lautstark zum „Erstligaspieler Rose“ gekürt hatte. „Es war ein Bundesligaspiel. Jeder weiß, wie wichtig das für unseren Verein und auch vor allem für die Fans ist“, sagte der 41 Jahre alte ehemalige Linksverteidiger: „Und Mainz braucht sicher kein Mitleid.“

          Tatsächlich waren die Rheinhessen lange das bessere Team in einem intensiven Abnutzungskampf zweier Teams. Vom Charakter eines Freundschaftsspiels zwischen Schwarz und Rose war die Begegnung von Beginn an weit entfernt. Die Teams der beiden Freunde beharkten sich in einem intensiven Duell mit zahlreichen knackigen Zweikämpfen. Dem Temperament des Spiels kam zugute, dass beide Mannschaften aus einer Grundformation mit einer Raute im Mittelfeld auf frühe Ballgewinne aus waren. Die Mainzer waren dabei gegen den Ball einen Ticker aggressiver und wussten sich im Ballbesitz besser zu befreien.

          Die Führung durch Quaison war deshalb verdient. Der schwedische Stürmer verlängerte einer Freistoßflanke von Brosinski mit dem Kopf ins Tor (18. Minute). Mönchengladbach kam noch vor der Pause zum etwas schmeichelhaften Ausgleich, als Lainer den Ball ebenfalls nach einem Freistoß aus dem Gewühl heraus versenkte (25.). Die Hereinnahme von Breel Embolo eröffnete den Borussen dann neue Möglichkeiten. Zunächst holte er den Freistoß heraus, den Plea aus 18 Metern dank eines Fehlgriffs des Mainezr Schlussmanns Florian Müller im Tor versenkte (77.). Dann traf Embolo selbst nach einem Konter (80.).

          „Ich könnte gerade dasselbe sagen wie vergangenen Woche in Freiburg“, sagte der Mainzer Trainer Schwarz. Dort hatten die Mainzer eine dominant geführte Begegnung nach Gegentoren in den letzten zehn Minuten mit 0:3 verloren. „Auch heute ist es extrem ärgerlich, weil wir eine sehr ordentliche Partie abgeliefert haben. Das einzige, was wir uns vorwerfen müssen, ist mangelnde Effizienz und dass wir nach dem 1:2 den Kopf etwas verloren und uns einen Zwei-Tore-Rückstand eingehandelt haben.“

          Schwarz hatte trotz des eigenen Lamentos kein Problem damit, seinem besten Freunde den Sieg zu gönnen. „Es muss Marco nicht weh tun“, sagte er. Schwarz und Rose arbeiteten die Niederlage anschließend bei einem gemeinsamen Abendessen auf, ehe der Borussen-Trainer als Gast ins ZDF-Sportstudio fuhr. Auf der nicht aktualisierten Tabelle im Presseraum rangierte sein Team auf Rang eins. Gute Gastgeber für alte Freunde sind sie in Mainz eben.

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