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0:2 in Ingolstadt : Handtor von Stindl hilft Gladbach

  • Aktualisiert am

Torschützen unter sich: Lars Stindl (links) und Andre Hahn. Bild: dpa

Beim 2:0-Sieg der Borussia in Ingolstadt gibt es nicht viele Höhepunkte. Die Aufregung ist dennoch groß nach einer umstrittenen Szene des Gladbacher Kapitäns Lars Stindl.

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          Dank eines umstrittenen Handtores von Lars Stindl hat Borussia Mönchengladbach seine Erfolgsserie in der Bundesliga fortgesetzt. Drei Tage nach seinem Dreierpack in der berauschenden Europa-Pokalnacht von Florenz brachte der Kapitän die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking beim 2:0 (0:0) mit einem Unterarm-Treffer in der 60. Minute auf die Siegerstraße. André Hahn machte den fünften Erfolg in den letzten sieben Pflichtspielen mit seinem Tor in der ersten Minute der Nachspielzeit perfekt.

          Beim Führungstreffer war Stindl der Ball von der Brust gegen den Arm geprallt. Schiedsrichter Christian Dingert erkannte den Treffer dennoch an – eine Regel-Entscheidung mit Interpretationsspielraum. „Es war eine schwierige Situation, auf jeden Fall keine Absicht. Es war nicht astrein, aber auch kein Regelverstoß“, sagte Stindl. Die Situation sei „unglücklich gelaufen“.

          Die Borussia bleibt damit die beste Rückrundenmannschaft und feierte vor 15.200 Zuschauern eine erfolgreiche Generalprobe für das DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch bei Abstiegskandidat Hamburger SV. „Ich finde, es war in der ersten Halbzeit ein unruhiges Spiel. Die Mannschaft wollte in dieses Spiel reinkommen. Wir haben uns diesen Sieg redlich verdient“, sagte Manager Max Eberl. Und gab doch zu: „Es ist scheiße, als Mannschaft, die das Tor bekommt, für uns ist es glücklich.“

          Ingolstadts Manager Thomas Linke hatte eine andere Meinung zum Führungstor: „Was hat die Hand da oben zu suchen? Das ist ein ganz klares Handspiel.“ Die Ingolstädter sind nach einer an Aufregern sonst armen Partie weiter das schwächste Heimteam und kommen als Vorletzter einfach nicht aus dem Keller heraus.

          Lars Stindl (links) von Borussia Mönchengladbach und Markus Suttner vom FC Ingolstadt im Zweikampf. Bilderstrecke

          Nach dem Einzug ins Europa-League-Achtelfinale beim AC Florenz stellte Hecking dreimal um. Tobias Strobl, Fabian Johnson und der schwache Josip Drmic ersetzten Mahmoud Dahoud, Patrick Herrmann und Thorgan Hazard. Ingolstadts Trainer Maik Walpurgis musste im Vergleich zum 2:0 gegen Eintracht Frankfurt eine Änderung vornehmen: Der zur Halbzeit wieder ausgetauschte Anthony Jung durfte für den Rot-gesperrten Mathew Leckie ran.

          Schwächste Heimmannschaft der Bundesliga? Die bissigen Schanzer kämpften von der ersten Minute gegen diesen inoffiziellen Titel an. Sie waren frisch, lauffreudig und überbrückten das Mittelfeld über ihre Außen Markus Suttner/Anthony Jung und Florent Hadergjonaj/Pascal Groß flott. Doch das Manko bieb: Die Ingolstädter erspielen sich einfach zu wenige Torchancen.

          In der ersten Hälfte war der unplatzierte Kopfball von Abwehrchef Marcel Tisserand (20.) nach einem Eckball die gefährlichste Situation des FCI. Einen Schuss des emsigen Angreifers Dario Lezcano (30.) aus elf Metern wehrte Verteidiger Jannik Vestergaard mit seinem Gardemaß von fast zwei Metern robust ab.Die in Florenz so imposant aufspielenden Mönchengladbacher hatten ein ums andere Mal in den Zweikämpfen das Nachsehen. Drmic fand in seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Bundesligasaison keine Bindung zum Spiel und auch Florenz-Held Stindl konnte bis auf zwei Schüsschen (19./44.) nichts Zwingendes in der ersten Hälfte initiieren.

          Die Ingolstädter kamen kraftvoll aus der Kabine. Einen Kopfball von Marvin Matip (56.) entschärfte Borussia-Torwart Yann Sommer. Es war die erste zwingende Torchance des Spiels. Nach einer Ecke von Oscar Wendt brachte Stindl die Gladbacher in Führung. Alle Ingolstädter Proteste ob des Armeinsatzes nutzen nichts. Der eingewechselte Hahn setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.

          Die Handspiel-Regel im Wortlaut

          Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand oder dem Arm berührt. Folgendes ist zu berücksichtigen:

          • die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),
          • die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwarteter Ball),
          • die Position der Hand (das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen),
          • das Berühren des Balls mit einem Gegenstand in der Hand des Spielers (Kleidung, Schienbeinschoner usw.) ist ein Vergehen,
          • das Treffen des Balls durch einen geworfenen Gegenstand (Schuh, Schienbeinschoner usw.) ist ein Vergehen.

          Für den Torhüter gelten beim Handspiel außerhalb des Strafraums die gleichen Regeln wie für alle übrigen Spieler. Innerhalb des Strafraums kann der Torhüter für kein Handspiel, das mit einem direkten Freistoß oder einer entsprechenden Strafe geahndet wird, bestraft werden, sondern nur für ein Handspiel, das einen indirekten Freistoß zur Folge hat.“

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