https://www.faz.net/-gtm-801an

1:1 in Hamburg : Gladbach-Joker Hrgota schockt den HSV

  • -Aktualisiert am

Freud und Leid: Hrgota löst Jubel nur bei Gladbach aus Bild: Reuters

Nach 90 Minuten führt der HSV. Nach 92 Minuten steht es Unentschieden. Branimier Hrgota sichert seiner Mönchengladbacher Borussia in letzter Sekunde einen Punkt in Hamburg.

          In seinem Vorwort des Heimspielheftes hatte Peter Knäbel auf die Ziffern lieber verzichtet. „Das letzte Spiel war für alle Beteiligten schwer verdaulich“, schrieb der Sportchef des Hamburger SV. 0:8 beim FC Bayern, das ist nichts, was irgendein Verantwortlicher des HSV noch expliziert ausformulieren möchte. Gegen den Tabellendritten aus Mönchengladbach war nach der Schmach von München Wiedergutmachung angesagt. Eine Halbzeit lang klappte die Rehabilitation schon ordentlich; zur Pause stand es 0:0. Die HSV-Fans unter den 52.000 Zuschauernapplaudierten.

          Dass es am Ende ein 1:1 wurde, war auch schon wieder schwer zu verdauen, sehr schwer sogar: Der Ausgleich für Mönchengladbach fiel in der Nachspielzeit durch Hrgota. Stieber hatte den HSV in der 73. Minute in Führung geschossen. Hamburg hatte sich rehabilitiert, und Gladbach mit minimalem Aufwand glücklich noch einen Punkt geholt.

          Hamburger Rotation

          Sieben neue Spieler im Vergleich zu München – Trainer Josef Zinnbauer hatte tief durchgegriffen. Diekmeier, Rajkovic, Ostrzolek, Kacar, Jiracek, Nicolai Müller und Gouaida durften beginnen. Van der Vaart, Rudnevs, Marcos, Westermann, Götz und die verletzten Marcos und Jansen mussten zuschauen. Van der Vaart auf der Bank trotz großer Verletzungssorgen auf seiner Position, -das war mehr als nur ein kleiner Verweis auf die anhaltende Formschwäche des Niederländers.

          Nur kurzer Jubel: Zoltan Stieber Bilderstrecke

          Die Gladbacher Rotation hatte andere Gründe. Drei Tage nach dem 0:1 in der Europa-League-Zwischenrunde beim FC Sevilla baute Favre auf sechs Positionen um. Abstimmungsprobleme waren zunächst aber nur dem HSV anzumerken, denn nach fünf Minuten hätte es im Grunde 2:0 für Gladbach stehen müssen: Den schönen Konter über Patrick Hermann schloss Kruse mit einem Schuss knapp neben das Tor ab; eine Minute später traf Hermann nur den Pfosten.

          Der HSV musste sich schütteln, fand dann aber langsam besser in die Partie und gestaltete sie ausgeglichen. Gladbach ließ die Hamburger kommen und vertraute auf bekannte Konterqualitäten. Wenig machten die Hamburger aus dem offerierten Platz. Erst in der 20. Minute stand Dennis Diekmeier nach einer schönen Kombination mal frei vor dem Gladbacher Tor. Er schoss aus spitzem Winkel daneben. Favres Elf wirkte schläfrig, brachte kaum Tempo in die ohnehin lahme Partie. Der HSV war kämpferisch und wach, nur im Strafraum brachte Zinnbauers Mannschaft mit Ausnahme von Rajkovics Kopfball nach einem Eckstoß in der 40. Minute wenig bis nichts zustande. So zeichnete sich früh ein 0:0 als Hamburger Wunschergebnis ab.

          Nach der Pause wurde das Spiel etwas offener mit Vorteilen für den HSV. Angetrieben von Petr Jiracek und Zoltan Stieber kamen die Norddeutschen nach vorn, ohne dort richtig gefährlich zu werden. Favre reagierte auf die Teilnahmslosigkeit seiner Elf und brachte Raffael in die Partie. Doch sehr viel änderte sich zunächst nicht. Zinnbauer hingegen klatschte seiner Mannschaft von der Seitenlinie ein paar Mal Beifall für schöne Ballstafetten und eine ansehnliche Grundordnung – beileibe keine Selbstverständlichkeiten in Hamburg. Ein schöner Treffer Stiebers nach Konter und Pass von Rudnevs bescherte dem HSV in der 73. Minute die 1:0-Führung. Gladbach drückte, überstand einige große Hamburger Konterchancen mit viel Glück –- und hatte am Ende einen Hrgota, der nach einem Eckball richtig stand.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boris Johnson : Alles andere als irrwitzig

          Der neu gewählte Tory-Vorsitzende und künftige Premierminister Boris Johnson ist nicht „mad“. Verrückt ist nur die Lage des Landes – drei Jahre nach dem Brexit-Referendum. Ein Kommentar
          Der radikale Konzernumbau der Deutschen Bank führt zu Milliardenverlusten im zweiten Quartal 2019.

          In drei Monaten : Die Deutsche Bank macht 3,1 Milliarden Euro Verlust

          Das größte und wichtigste deutsche Kreditinstitut will und muss sich radikal verändern. Die Belastungen durch den Umbau des Konzerns führen zu tiefroten Zahlen. Besonders betroffen ist die einst bedeutendste und berüchtigtste Sparte des Unternehmens.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.