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2:0 gegen Wolfsburg : Frische Gladbacher stürmen aus dem Keller

  • -Aktualisiert am

Gladbacher Befreiung: Nordtveit bringt die Borussia auf die Siegerstraße. Bild: dpa

Drei Bundesliga-Spiele, drei Siege: Unter Interimstrainer Schubert hat die Borussia einen Lauf und besiegt auch die Wolfsburg, die in der Krise stecken. Nun stellt sich in Gladbach eine spannende Frage.

          2 Min.

          Der VfL Wolfsburg hat eine Woche des Missvergnügens hinter sich: 1:1 gegen Hannover 96, 1:2 bei Manchester United und nun ein 0:2 bei Borussia Mönchengladbach. Aus dem Zweiten der Vorsaison ist fürs Erste ein Bundesliga-Siebter geworden, der den Pep der vorigen Spielzeit verloren zu haben scheint. „Wir müssen schnell die Kurve kriegen“, sagte Trainer Dieter Hecking. Ist der VfL in einer Krise? „Das kann man so nennen“, sagte Manager Klaus Allofs.

          Die Borussia aber freute sich am Samstag nach den Toren von Nordtveit (76.) und Traoré (79.) über ihren dritten Bundesligasieg in Serie und findet nach dem missratenen Saisonstart allmählich wieder Anschluss an das Mittelfeld erster Klasse. „Der VfL ist wieder da“, jubelten die Fans am Ende eines über weite Strecken eher langweiligen Spiels.

          Geteilte Freude, geteiltes Leid: Borussia Mönchengladbach und den VfL Wolfsburg hat in dieser englischen Woche viel miteinander verbunden. Beiderseits eine 1:0-Führung gegen die Manchester-Klubs City und United, beiderseits eine sehenswerte Leistung und beiderseits eine 1:2-Niederlage am Ende des zweiten Spieltags in der Champions League.

          Umstrittene Szene: Torwart Sippel und Wolfsburg-Angreifer Schürrle (am Boden) Bilderstrecke
          Umstrittene Szene: Torwart Sippel und Wolfsburg-Angreifer Schürrle (am Boden) :

          Am Samstag sollte es hüben wie drüben nur einen geben beim nationalen Wiedersehen zweier Bundesliga-Spitzenvereine aus der vorigen Saison, die in dieser Spielzeit einige Probleme zu lösen haben: Die Gladbacher, vor der Begegnung nach fünf Niederlagen und zuletzt zwei Siegen Tabellen-Vierzehnter, wollten ihren Weg aus der Krise fortsetzen; die Wolfsburger, vor dem achten Spieltag auf Platz vier gelistet, strebten nach drei sieglosen Partien mal wieder einen vollen Erfolg an.

          Allerdings mit einer stark umgekrempelten Mannschaft, in der die strapazierten Stammkräfte Draxler, Dost, Träsch, Dante und der nach einer Knieverletzung zurückgekehrte Luiz Gustavo auf der Bank saßen. Die Borussen dagegen vertrauten ihrem zuletzt an altes Selbstbewusstsein erinnernden Stammpersonal. Beim Anpfiff rückte lediglich Traoré anstelle von Herrmann in die Startelf, dazu feierte Torhüter Tobias Sippel, zum Rundenbeginn aus Kaiserslautern gekommen, seine geglückte Mönchengladbacher Liga-Premiere.

          Der Pfälzer ersetzte den nach 58 Pflichtspielen pausierenden Yann Sommer, den wegen eines Nasenbeinbruchs eine besonders schmerzhafte Erinnerung an das Königsklassenduell mit Manchester City plagt. Ein Gladbacher Wiedersehen gab es, auch das verbindet die beiden Klubs, mit dem zum VfL gewechselten Nationalspieler Max Kruse.

          Dass beiden Teams nervenaufreibende Europapokal-Abende in den Knochen steckten, war auf Anhieb spürbar. Und so entwickelte sich vor der Pause kein allzu spannendes Bundesligaspiel mit schöpferischen Pausen. Aufregung gab es zweimal: als Stindls Schuss vom Pfosten zurückprallte (12.) und der von Caligiuri freigespielte Schürrle bei der Begegnung mit Sippel eine Spur zu spektakulär zu Boden ging. Schiedsrichter Zwayer zeigte Abstoß statt Elfmeter an, auch wenn es einen minimalen Fußkontakt zwischen dem Gladbacher Keeper und dem Wolfsburger Stürmer gegeben hatte (16.) – eine knifflige, aber vertretbare Entscheidung.

          Auch nach dem Wechsel schleppte sich das Spiel dahin. Die Gladbacher waren zumindest fortlaufend bemüht, den reichlich emotionslosen Wolfsburgern dagegen schien ein Remis zu genügen. Und so warteten und warteten 53.000 Zuschauer im Borussia-Park darauf, dass etwas Sehenswertes passierte. Ob dazu schon der Tribünenverweis des VfL-Trainers Hecking gehörte, den Zwayer wegen eines Tritts gegen die Bande auf die Tribüne schickte? Kaum.

          Wohl aber die Szene zwei Minuten später, die der eingewechselte Nordtveit nach Raffaels Vorlage mit einem Volleytreffer aus achtzehn Metern zur 1:0-Führung für die aktivere Mannschaft veredelte. Als kurz darauf Traoré sein rasantes Solo zum 2:0 (79.) nutzte, hatte sich das frischere und siegeshungrigere Team endgültig durchgesetzt. Interimstrainer André Schubert war natürlich auch glücklich: Drei Bundesliga-Siege in Serie sind noch keinem neuen Coach der Gladbacher gelungen. „Ich genieße die Arbeit mit dieser Mannschaft“, sagte Schubert. Die spannende Frage ist: Wie lange noch, wie lange darf er bleiben?

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