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3:1 gegen Schalke : Gladbachs nächster Streich mit Schubert

  • -Aktualisiert am

Gladbach hat in der Bundesliga einen Lauf und gewinnt schon wieder. Bild: AFP

Fünftes Spiel, fünfter Erfolg: Unter dem neuen Trainer Andre Schubert hat Gladbach einen Lauf und besiegt Schalke mit 3:1. Überschattet wird das Spiel vom brutalen Tritt gegen einen Borussen-Spieler.

          2 Min.

          Borussia Mönchengladbach hat ausgeglichen. Den fünf Niederlagen zum Auftakt der Fußball-Bundesliga ließen die Rheinländer unter der Regie ihres Übergangstrainers Andre Schubert fünf Siege am Stück folgen. Gegen den FC Schalke 04 kamen sie dank der Tore von Lars Stindl (32. Minute), Raffael (70.) und Julian Korb (84.) zu einem hochverdienten 3:1. „Es war ein Superspiel von uns. Damit haben wir den Fehlstart aber noch nicht ausgeglichen“, sagte Linksverteidiger Oscar Wendt: „Wir kommen langsam wieder dahin, wo wir hin wollten.“

          Auch den einzigen Treffer für die enttäuschenden Gelsenkirchener besorgte ein Borusse. Verteidiger Andreas Christensen unterlief kurz vor der Pause ein Eigentor (44.). Neben dem Spiel verlor Schalke auch Johannes Geis. Der Mittelfeldspieler war nach einem groben Foul an Andre Hahn in der achtzigsten Minute mit der Roten Karte des Feldes verwiesen worden.

          Schon im ersten Durchgang hatte (fast) alles für Gladbach gesprochen. Die Borussen spielten gefälliger, schneller und hatten fast siebzig Prozent und drängten zielstrebig nach vorn. Ihr erster Treffer vermochte die überrumpelt wirkenden Schalker noch nicht zurückzuwerfen, weil Xhakas Flankenball die Torauslinie überschritten hatte, ehe Stindl ihn über die Linie drückte.

          Nach einem brutalen Tritt fliegt der Schalker Geis (rechts neben dem Schiedsrichter) vom Platz. Bilderstrecke
          Nach einem brutalen Tritt fliegt der Schalker Geis (rechts neben dem Schiedsrichter) vom Platz. :

          Dennoch war es dem Gladbacher Stürmer vorbehalten, die Heimelf in Führung zu schießen. Stindls Elfmeter vermochte Torhüter Ralf Fährmann zwar zu parieren, doch den Abpraller beförderte der Strafstoßschütze im Zweikampf mit Benedikt Höwedes ins Netz. Von Schalke war nichts zu sehen; das Kombinationsspiel geriet früh ins Stocken, den Königsblauen fehlte es im Aufbau an Kreativität.

          Gladbach hatte alles im Griff – bis zur Schlussminute der ersten Hälfte. Nach einem zu kurz abgewehrten Eckstoß landete die Kugel auf Umwegen bei Max Meyer, der nach innen flankte. Dort kam zwar keiner seiner Mitspieler an den Ball, dafür erledigte Innenverteidiger Andreas Christensen mit einem Schuss, der nach hinten losging, das, was die schläfrigen Schalker versäumt hatten.

          Ich kann gar nicht in Worte fassen, was heute passiert ist. Mir tut das schlimme Foul an André sehr Leid und ich...

          Posted by Johannes Geis on Sonntag, 25. Oktober 2015


          Auf der anderen Seite des Platzes hatte der junge Däne es kurz zuvor verpasst, den Vorsprung auszubauen, was dem Spielverlauf eher gerecht geworden wäre als das Unentschieden zur Halbzeit.

          Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie abwechslungsreicher. Die Schalker hatten während der Pause beschlossen, die gegnerische Hälfte nicht mehr als Sperrgebiet zu betrachten; trugen ihre Angriffe nun mit mehr Struktur nach vorn. Borussen-Torhüter Yann Sommer musste einige gefährliche Schüsse parieren.

          Auf der anderen Seite bot sich bei Gladbacher Gegenstößen die Chance, wieder in Führung zu gehen. Zunächst stand Sascha Riether den Borussen im Weg. Der Verteidiger wehrte die Kugel mit der Brust vor der Linie ab. Zehn Minuten später waren bei Raffaels Freistoß keine Zweifel erlaubt. Der Brasilianer zirkelte dien Ball mit viel Gefühl in den Winkel. Und die Rheinländer kehrten wieder zu ihrem dominanten Auftreten zurück.

          Nicht nur deshalb wurde es für Schalke schwierig, noch mal auszugleichen. Die letzten zehn Minuten mussten sie in Unterzahl absolvieren, weil Geis seinen Gegenspieler Hahn mit einem brutalen Tritt verletzt hatte. Schiedsrichter Wolfgang Stark zog, ohne zu zögern, die Rote Karte. Kaum war Hahn vom Platz getragen worden, nutze Korb die Vorarbeit des starken Raffael und schuf mit dem letzten Tor des Tages klare Verhältnisse.

          Geis entschuldigte sich später für sein rüdes Foul. „Es tut mir Leid, André!“, schrieb Geis auf Facebook. Ich „wünsche mir sehr, dass André sich nicht ernsthaft verletzt hat!“ Er wurde nach Klubangaben vom Abend ins Krankenhaus gebracht. „Er wird wahrscheinlich relativ lange kein Fußballspielen können“, sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl wenig später. Am Abend kam die offizielle Diagnose: Fraktur des Schienbeinkopfes und ein Riss des Außenmeniskus im linken Knie. Hahn wird am Montag operiert. Er fällt nach Gladbacher Angaben wohl mindestens bis zum Ende der Hinrunde aus.

          „Mir tut das schlimme Foul an André sehr Leid und ich entschuldige mich bei ihm, seiner Familie, dem Verein und allen Fans. Ich habe ihn in der Situation nicht richtig gesehen und habe seine Bewegungen falsch eingeschätzt“, schrieb Geis zudem bei Facebook.

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