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4:1 gegen Union Berlin : Gladbach fast sicher im Europapokal dabei

  • Aktualisiert am

Überragender Spieler bei Borussia Mönchengladbach: Marcus Thuram Bild: dpa

Die Borussia gewinnt ihr Heimspiel gegen Union Berlin im Kampf um die Plätze in der Champions League letztlich souverän. Nur einen Schreck müssen die Gladbacher überstehen. Besonders auffällig ist Marcus Thuram.

          3 Min.

          Borussia Mönchengladbach ist die abermalige Europapokal-Qualifikation nach dem ersten Pflichtspielsieg gegen den 1. FC Union Berlin praktisch nicht mehr zu nehmen. Am Pfingstsonntag gewann das Team von Trainer Marco Rose verdient mit 4:1 (2:0) gegen den Aufsteiger und rückte zumindest für eine Nacht auf Rang drei vor. „Wir haben uns da oben festgebissen“, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl zufrieden bei Sky: „Das ist Ausdruck unserer Qualität, Ausdruck unserer Leistung. Momentan spielen wir eine sehr, sehr gute Rolle.“

          Bundesliga

          Dem wieder starken Florian Neuhaus glückte dabei in der 17. Minute der 3000. Bundesligatreffer der Borussia. Diese Marke hatten zuvor nur Bayern München, Borussia Dortmund und Werder Bremen geknackt. „Das ist natürlich eine schöne Zahl. Ich freue mich aber mehr über den Sieg im Kampf um die Champions League“, sagte Jubiläumstorschütze Neuhaus. Marcus Thuram mit einem Doppelpack (41./59.) und Alassane Plea (81.) legten gegen die Köpenicker nach, die mit nun zehn Niederlagen mit Eintracht Frankfurt das auswärtsschwächste Team der Liga sind. Die überragenden Stürmer Thuram und Plea bekamen von Eberl ein Sonderlob: „Sie können Fußball spielen, haben Kaltschnäuzigkeit – das haben sie heute wieder an den Tag gelegt.“

          Für Union traf Sebastian Andersson (49.) zum zwischenzeitlichen 1:2. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer droht nach dem sechsten sieglosen Spiel am Stück zum Saisonende noch einmal in akute Abstiegsgefahr zu geraten. Erstmals seit dem zehnten Spieltag rutschte Union unter Platz 13; als Tabellenvierzehnte haben die Berliner nur noch vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. „Die erste Hälfte war ängstlich, da hatten wir sehr viele Abspielfehler, da haben wir Gladbach eigentlich fast eingeladen“, sagte Fischer. „Wenn wir so viele Fehler produzieren, dann wird es zum Schluss eben auch schwer, ein Spiel zu gewinnen.“

          Gladbach hingegen hat bei sechs noch ausstehenden Spielen nun 14 Punkte Vorsprung auf Rang sieben. Allerdings dürfte vor allem für den ehrgeizigen Rose die abermalige Teilnahme „nur“ an der Europa League angesichts der bisherigen Saison fast enttäuschend sein. An 22 von 29 Spieltagen stand die Elf vom Niederrhein auf einem der ersten vier Ränge, achtmal war sie gar Spitzenreiter.

          Für die dritte Teilnahme an der Königsklasse müssen die Gladbacher allerdings kämpfen, obwohl sie bereits jetzt mehr Punkte (56) haben als bei der bislang letzten Champions-League-Qualifikation vor vier Jahren (55). Bayer Leverkusen liegt punktgleich hinter der Borussia und RB Leipzig kann an diesem Montag mit mindestens einem Punkt beim 1. FC Köln wieder vorbeiziehen. Mit zwei sieglosen Spielen zuletzt hatte sich die Borussia unter Zugzwang gebracht. Entsprechend offensiv stellte Rose am Sonntag auf: Gleich fünf Angreifer schickte der Borussen-Coach aufs Feld. Gegen die aggressiven und früh attackierenden Gäste waren die deutlich spielstärkeren Borussen auch dominierend.

          Aus Respekt vor George Floyd: Der Mönchengladbacher Marcus Thuram kniet beim Spiel gegen Union Berlin und schließt sich damit Weston McKennies Protest an.

          Oft fehlte es vor allem beim glücklosen Patrick Herrmann aber an der letzten Konsequenz. Eine schöne Einzelaktion von Neuhaus führte schließlich zur verdienten Führung. Weitere Angriffsaktionen blieben ungenutzt, ehe Thuram nach schöner Vorarbeit von Plea erhöhte. Der Franzose bejubelte seinen Treffer kniend und mit gesenktem Kopf.

          Union-Coach Fischer stellte zur Halbzeit von einer Dreier- auf eine Viererkette um, nahm den Gelb-Rot-gefährdeten Neven Subotic vom Feld und brachte dafür den offensiveren Felix Kroos. Prompt kam nach einer von den Gladbachern schlecht verteidigten Standardsituation wieder Hoffnung auf. Andersson köpfte nach einem Freistoß frei stehend vor Gladbach-Keeper Yann Sommer zu seinem zwölften Saisontor ein. Zehn Minuten Später bediente Plea wieder Thuram, der zu seinem zehnten Saisontor abstaubte und die Kräfteverhältnisse auf dem Platz auch nach Toren wieder passend darstellte. Das vierte Tor gelang in der Schlussphase Plea, der nun ebenfalls auf zehn Saisontreffer kommt.

          Ein besonderes Bundesliga-Debüt gab Mamadou Doucouré. Der 22 Jahre alte Abwehrspieler wurde in der Schlussphase erstmals in der Bundesliga eingewechselt. Der im Senegal geborene Franzose war bereits vor vier Jahren von Paris St. Germain zur Borussia gekommen. Wegen etlicher Verletzungen hatte das Talent bislang aber nie eine Möglichkeit bekommen, auch in der Bundesliga zu spielen. Bei der Einwechslung Doucouréss standen alle Gladbacher Ersatzspieler auf und applaudierten.

          Das Spiel fand diesmal vor 15.000 Pappkameraden statt. Um den Spielern das Gefühl etwas zu nehmen, während der Corona-Krise in einem leeren Stadion zu spielen, können in Mönchengladbach Papp-Aufsteller mit Fotos der Fans bedruckt werden. Insgesamt 21.000 davon sind laut Klub aktuell bestellt. Die Ultras boykottieren die Aktion aus Protest gegen Geisterspiele allerdings weiter. In der Nordkurve hingen wieder Protestbanner. „Für Borussia. Gegen Geisterspiele!“ und „Fußball ohne Fans ist nichts!“ stand darauf.

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