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3:1 gegen Dortmund : Gladbach hat die bessere Borussia

  • -Aktualisiert am

Es gibt zwar nicht nur eine Borussia, aber nur eine die jubelt – sie kommt aus Gladbach Bild: AP

Im Borussia-Duell siegt Gladbach verdient. Dortmund enttäuscht und verliert die Europa League so langsam aus den Augen. Die „Fohlenelf“ indes schockt den BVB schon in der ersten Minute – und kontert dann nach Herzenslust.

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          Christoph Kramer konnte Borussia Dortmund dieses Mal nicht helfen. In der Hinrunde hatte der Mönchengladbacher Mittelfeldspieler dem BVB mit einem kuriosen Eigentor aus 45 Metern Entfernung noch zum Sieg verholfen. Am Samstag, als die beiden Mannschaften sich wieder zum Duell der Borussen trafen, musste Kramer zuschauen – er fehlte wegen einer Gelb-Sperre. So war den Dortmundern nicht zu helfen. Beim 1:3 in Mönchengladbach ließen sie sich von einem geschickten und geduldigen Gegner auskontern.

          Die Tore von Oscar Wendt (1. Minute), Raffael (32.) und Havard Nordtveit (67.) sorgten für klare Verhältnisse, an denen es für die Westfalen auch nach dem Tor von Ilkay Gündogan (77.) nichts zu rütteln gab. Beflügelt vom großartigen Angreifer Patrick Herrmann machte der Bundesliga-Dritte die Pokal-Blamage von Bielefeld fast schon wieder vergessen. Herrmann, der als Vorbereiter, Sprinter und Dauerläufer überzeugte, wurde bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss mit Sprechchören gefeiert. Aber nicht nur er war an diesem Tag zu schnell für die wenig inspirierten Profis in Schwarz-Gelb.

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          BVB-Trainer Klopp war nicht wirklich zufrieden mit dem Spiel seines Teams :

          Die Gladbacher hatten sich offenbar vorgenommen, alle düsteren Gedanken, die das Scheitern im Pokal hervorgerufen hat, so schnell wie möglich zu zerstreuen. Das gelang ihnen trefflich. Es war noch keine Minute absolviert im Borussia-Park, da stand es schon 1:0. Begünstigt von einem Fehler des Dortmunder Kapitäns Mats Hummels konnten die Gladbacher sofort loslegen.

          Herrmann legte den Ball nach innen an den Fünfmeterraum, dort scheiterte Fabian Johnson zunächst an Torhüter Roman Weidenfeller, der mit dem Fuß parierte. Der Abpraller war für Wendt dann wie ein Elfmeter, der Linksverteidiger nutzte die Chance zum ersten Treffer. Nach dem Führungstor zog sich die Heimelf zurück und lauerte auf die Chance zum schnellen Gegenstoß.

          Gladbach konnte die Dortmunder spielen lassen, ohne dabei in Bedrängnis zu geraten. Ohne Marco Reus, der wie schon im Pokal verletzt ausfiel, gelang es vermeintlichen Kreativspielern wie Gündogan, Kagawa und Mchitarjan nicht, die gegnerische Abwehr zu überraschen oder gar mit einem Torschuss zu erschrecken. Es dauerte bis zur 50. Minute, bis sich die erste Möglichkeit für den BVB auftat, doch Kagawa, nur ein Schatten des Spielers, der einst so brillant auftrumpfte, traf den Ball nicht richtig – diese Aktion stand exemplarisch für den untauglichen Versuch der Dortmunder, zum Erfolg zu kommen.

          Mit der Führung im Rücken zeigten die Gladbacher sich sehr geduldig. Sie warteten ab, als wäre es nur eine Frage der Zeit, wann sich die Gelegenheit bieten würde, den Vorsprung auszubauen. Sie ergab sich nach gut einer halben Stunde. Wieder machte Hummels keine gute Figur, wieder hatte Herrmann, seit Wochen in bestechender Form, seine Füße im Spiel.

          Der Flügelmann startete in der eigenen Hälfte einen Sololauf, ließ mehrere Verfolger hinter sich und behielt am gegnerischen Strafraum die Übersicht – sein präziser Pass fand in Raffael einen dankbaren Abnehmer, der zum 2:0 vollendete.

          Im zweiten Durchgang änderte sich nicht mehr viel. Gladbach ließ die Dortmunder in ihrer Harmlosigkeit gewähren und konterte nach Herzenslust, ging aber ein wenig verschwenderisch mit den Torchancen um. Herrmann lief und lief und lief, versäumte es aber, seine Leistung mit einem Tor zu krönen. So übernahm es Mittelfeldspieler Nordtveit, der Vertreter Kramers, mit dem dritten Treffer die letzten Zweifel am Sieg der Rheinländer zu beseitigen. Gündogan gelang für Dortmund nur ein wenig Ergebniskosmetik, die über den schwachen Auftritt des BVB nicht hinwegtäuschen konnte.

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