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Großer Ärger in Gladbach : „Der Schiedsrichter war Wahnsinn heute“

  • Aktualisiert am

Foul oder nicht? Der Gladbacher Jonas Hofmann liegt am Boden. Bild: Reuters

Auch das dritte Spiel dieser Saison gegen Dortmund verliert Gladbach. Danach ist der Ärger beim Verlierer vor allem über den Schiedsrichter groß. Am deutlichsten in seiner Kritik wird ein Nationalspieler.

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          In die Enttäuschung über die unnötige Niederlage im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund mischte sich bei Borussia Mönchengladbach eine gehörige Portion Frust über Schiedsrichter Sascha Stegemann  aus Niederkassel. „Der Schiedsrichter war Wahnsinn heute. Wenn man sich die 90 Minuten anschaut, es war gar keine Linie zu erkennen“, sagte Nationalspieler Matthias Ginter nach der 1:2 (0:1)-Niederlage: „Wir waren gut, aber nicht gut genug, um Dortmund und die Schiedsrichter zu schlagen.“

          Bundesliga

          Neben einigen kniffligen Entscheidungen ärgerte die Gastgeber besonders der ausbleibende Elfmeterpfiff in der 45. Minute. BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou hatte zunächst den Ball zu Torwart Roman Bürki zurückgespielt, dann aber für einen Zusammenprall mit dem heranstürmenden Jonas Hofmann gesorgt. „Ich weiß nicht, warum wir einen Videoschiedsrichter haben. Ich denke, dass uns mindestens ein Punkt geraubt wurde, zum Teil“, sagte Hofmann.

          Süffisant kommentierte Trainer Marco Rose die Situation. „Wir haben einen Keller, der hochqualifiziert Entscheidungen trifft. Unabhängig davon, was ich sage, werde ich mich hinten raus wieder belehren lassen dürfen“, sagte er bei Sky. Und fügte später an: „Jeder, der es sich am Fernsehen angeschaut hat und Dortmund-Fan ist, sagt wahrscheinlich: kein Elfmeter. Jeder, der es mit Borussia Mönchengladbach hält, sagt: klarer Elfmeter. Mich würde die Meinung der neutralen Zuschauer interessieren.“

          Trotz der Niederlage und dem Abrutschen auf Platz fünf der Tabelle wollen sich die Gladbacher vor dem Derby am Mittwoch (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen den 1. FC Köln nicht von ihrem Weg abbringen lassen. „Wir haben es diese Saison bis hierhin richtig gut hinbekommen. Da wollen wir dranbleiben“, sagte Rose. Und Hofmann betonte: „In vier Tagen können wir das mit dem Derby direkt vergessen machen und an Leverkusen vorbeiziehen – genau das ist das Ziel und die Marschroute.“

          Immer wieder Dortmund. „Dreimal reicht“, meinte Gladbachs Trainer Rose nach der dritten Niederlage gegen den BVB in dieser Saison. Für Rose waren in allen drei Partien Entscheidungen der Schiedsrichter zweifelhaft, zumal er selbst in Dortmund einmal die Rote und einmal die Gelbe Karte erhielt. Diesmal fühlten sich die Gladbacher benachteiligt, weil der Schiedsrichter sich die Szene nach dem Stoß von Zagadou gegen Hofmann nicht mehr anschauen wollte.

          „Der Schiedsrichter sagte mir, dass er aufs Ohr bekommen hat, dass das gecheckt worden sei. Ich weiß nicht, was sie gecheckt haben, aber die Szene auf keinen Fall“, echauffierte sich Hofmann. Offenbar erkannte Felix Zwayer in Köln keine Fehlentscheidung und teilte dies seinem Kollegen Sascha Stegemann im Borussia-Park mit. Pikant: Stegemann, der auch das Hinspiel pfiff, hielt damals in einer vergleichbaren Szene, als Patrick Herrmann von Mats Hummels gefoult wurde, ebenfalls eine Überprüfung für unnötig.  Rose erklärte im ZDF auf die Frage, ob der Video-Assistent für mehr Konfusion als Gerechtigkeit sorge: „Den Eindruck kann man gewinnen.“

          Der Schweizer Nationalspieler Denis Zakaria verletzte sich derweil nicht schwerer verletzt. Das gab Rose nach einer MRT-Untersuchung bekannt. „Er hat keine strukturellen Verletzungen“, sagte der Trainer am Sonntag. Zakaria war mit seinem Torhüter Yann Sommer zusammengeprallt und musste in der 36. Minute ausgewechselt werden. Sein Einsatz im Derby gegen Köln am Mittwoch ist offen. „Es sieht schon ein bisschen besser aus. Trotzdem hat er große Schmerzen. Es ist schon ein bisschen was passiert in seinem Oberschenkel und seinem Knie. Wir müssen von Tag zu Tag gucken. Wenn wir heute spielen würden, könnte er nicht spielen“, sagte Rose.

          Mönchengladbach erstattet 550 Tickets wegen Coronavirus

          Die Angst vor dem Coronavirus hat einige Hundert Fußballfans dazu bewogen, dem Bundesliga-Topspiel Mönchengladbach gegen Dortmund fernzubleiben. Borussia Mönchengladbach hatte im Vorfeld allen Kartenkäufern aus dem am meisten vom Virus betroffenen Kreis Heinsberg angeboten, den Ticketpreis zu erstatten. Davon hätten 550 Menschen Gebrauch gemacht, sagte ein Vereinssprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sie dürfen zusätzlich kostenlos zum nächsten Europapokal-Heimspiel. Eigentlich sei das Stadion für das Topspiel am vergangenen Samstag seit Wochen ausverkauft gewesen, berichtete der Sprecher. Tatsächlich seien am Ende aber nur 53 877 statt der maximal möglichen 54.022 Zuschauer anwesend gewesen. Das spezielle Erstattungsangebot für den Kreis Heinsberg sei auf dieses Spiel beschränkt gewesen und gelte nicht für das nächste Heimspiel am Mittwoch gegen den 1. FC Köln. Alle Fans hätten aber die Möglichkeit, ihr Ticket über eine offizielle Zweitmarkt-Plattform der Borussia legal zum Weiterverkauf anzubieten. NRW ist das am meisten vom Coronavirus betroffene Bundesland und hatte nach Behördenangaben bereits am Samstag rund 400 bestätigte Infektionsfälle. (dpa)

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