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Gewalt nach Zweitligaspiel : Frankfurter greifen „Frankfurter“ an

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Die Geister, die sie riefen: Dresdner im Frankfurter Stadion - und wer ließ sie rein? Bild: dpa

Man hat damit rechnen müssen: Nach dem Zweitligaspiel zwischen Frankfurt und Dresden kam es zu Ausschreitungen. Mehrere hundert Dresdner waren trotz Stadionsperre in Frankfurt - und wurden prompt von Eintracht-Hooligans angegriffen.

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          Die Problemfans von Eintracht Frankfurt sind ihrem schlechten Ruf mit Krawallen nach dem 3:0-Heimspielsieg gegen Dynamo Dresden einmal mehr gerecht geworden. Mehrere hundert Anhänger des hessischen Zweitligaklubs attackierten am Freitagabend rund 400 Dynamo-Fans auf dem Rückweg vom Stadion zum Hauptbahnhof.

          Die Sicherheitskräfte mussten Schlagstöcke einsetzen, um die verfeindeten Gruppen zu trennen. Drei Beamte wurden verletzt, 14 Frankfurter Hooligans festgenommen. Bei den Jagdszenen außerhalb des Stadions warfen vermummte Frankfurter Chaoten Flaschen und Feuerwerkskörper. Zudem wurden Scheiben eines Polizeiautos eingeschlagen und später eine S-Bahn, in der Dynamo-Fans saßen, mit Steinen beworfen.

          Die Dresdener Anhänger waren trotz der vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängten Aussperrung nach Frankfurt gereist und hatten sich Zutritt zum Stadion verschafft. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir haben alles versucht und die Kartenvorverkäufe rechtzeitig gestoppt. Letztlich kann ich es mir nicht erklären, wie es dazu kommen konnte“, sagte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

          Dynamo war wegen der schweren Ausschreitungen im Pokalspiel in Dortmund unter anderem zu einem Geisterspiel gegen Ingolstadt und dem Fan-Ausschluss für das Frankfurt-Gastspiel verurteilt worden. Dennoch waren mehrere hundert Dynamo-Anhänger nach Hessen gefahren, um das Spiel ihrer Mannschaft zu sehen. Viele hatten sich dazu mit Frankfurter Fan-Utensilien verkleidet, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

          Provoziert wurde der Gewaltausbruch nach der Partie jedoch von den Eintracht-Fans, die bereits wegen mehrfacher Verfehlungen vom DFB für das nächste Auswärtsspiel am 26. März bei Union Berlin ausgesperrt worden sind. Erst zwei Tage vor dem Spiel gegen Dresden hatte der in dieser Saison bereits mit Geldstrafen von insgesamt 57.000 Euro belegte Verein einen neuen Lösungsansatz präsentiert, um das Image aufzupolieren.

          Dynamo Dresden hat sich gegen Darstellungen gewehrt, Teile der Anhängerschaft seien selbst Schuld daran, dass es zu den Ausschreitungen kam. „Weder wir als Verein noch irgendwer können es einem Menschen verbieten, von A nach B zu reisen“, sagte Dynamo-Sprecher Enrico Bach. „Wir haben von unserer Seite alles getan, um die vom DFB verhängte Bestrafung einzuhalten“, sagte Bach. Dazu gehörten mehrfach Appelle an die Fans. Darüber hinaus bot Dynamo im eigenen Stadion eine Live-Übertragung des Spiels an. Rund 4000 Dynamo-Fans nutzten die Möglichkeit.

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