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Fußball-Lachnummer am Abgrund

LEOPOLD ZAAK und NICO HORN, Gelsenkirchen

13. Dezember 2020 · In der gebeutelten Stadt Gelsenkirchen konnten die Menschen lange wenigstens auf ihren Fußball-Verein stolz sein. Nun wirkt es so, als ob Schalke 04 zerbricht. Es geht um mehr als den Kampf gegen den Abstieg aus der Bundesliga.

Stefan Barta schaut auf das alte Schalke. Auf das Stadion, in dem die Schalker Eurofighter in der Saison 1996/97 alle Uefa-Pokalspiele gewannen. In dem sie 2001 für vier Minuten Meister waren. Hinterher nur Deutschlands Meister der Herzen, aber immerhin. Heute sind sie Deutschlands Lachnummer. Stefan Barta guckt auf das, was vom Parkstadion noch übrig ist, vom alten Schalke. Ein Flutlichtmast und die Gegengerade stehen noch, den Rest haben sie abgerissen. 

Unvergessene, erfolgreiche Zeiten: Olaf Thon 1997 in Mailand nach dem Sieg in den Endspielen um den Uefa-Pokal gegen Inter.
Unvergessene, erfolgreiche Zeiten: Olaf Thon 1997 in Mailand nach dem Sieg in den Endspielen um den Uefa-Pokal gegen Inter. Foto: Picture-Alliance
2001 war Schalke für vier Minuten Deutscher Meister, danach immerhin Meister der Herzen. Immerhin.
2001 war Schalke für vier Minuten Deutscher Meister, danach immerhin Meister der Herzen. Immerhin. Foto: Picture-Alliance

Den Flutlichtmast hat der Hardcore-Fan Barta als Bildschirmhintergrund auf seinem Handy. Von der alten Tribüne schaut er rüber zum neuen Schalke, der Veltins-Arena. „Das ist der Kommerz“, sagt Barta. Das Parkstadion ist Herz. Barta sagt: „Es fühlt sich an, wie auf den Friedhof zu gehen. Zum Familiengrab.“

Hardcore-Fan: Stefan Barta hat Bücher über Schalke geschrieben und die Anti-Tönnies-Demo organisiert.
Hardcore-Fan: Stefan Barta hat Bücher über Schalke geschrieben und die Anti-Tönnies-Demo organisiert. Foto: Leopold Zaak

Stefan Barta hat Bücher geschrieben über Schalke 04. Kaum einer beschäftigt sich so intensiv mit dem Verein wie er. Im Sommer hat er in der Gegend ums Stadion eine Demo gegen Clemens Tönnies. organisiert. „Schalke ist kein Schlachthof“ war der Slogan. Drei Tage später trat Tönnies als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04 zurück.

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